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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Trumps Vorwürfe gegen China setzen Wall Street zu – US-Börsen schließen im Minus

Der US-Präsident dreht mit seiner Rede vor der UN-Vollversammlung die Stimmung an den US-Aktienmärkten. Zudem belasten Bestrebungen um ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump den Handel.
Update: 25.09.2019 - 00:20 Uhr Kommentieren
Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im September wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China überraschend deutlich abgekühlt. Quelle: AP
Händler an der Wall Street

Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im September wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China überraschend deutlich abgekühlt.

(Foto: AP)

New York Die Bestrebungen einiger US-Demokraten, möglicherweise ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump einzuleiten, haben die Wall Street am Dienstag belastet. Zudem drückten überraschend harsche US-Töne im Handelsstreit mit China und unerwartet schwache Konjunkturdaten auf die Stimmung. Nach einem freundlichen Auftakt drehten alle drei großen Indizes ins Minus. Der Dow-Jones-Index verlor 0,5 Prozent auf 26.807 Punkte, erholte sich damit allerdings noch leicht von seinem Tagestief von 26.704 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 2966 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq knickte um 1,4 Prozent auf 7994 Punkte ein.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, will der „Washington Post“ zufolge noch am Dienstagabend den Start einer Untersuchung zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump bekanntgeben. Hintergrund sind unter anderem Vorwürfe, Trump habe in einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj diesen unter Druck gesetzt, Nachforschungen im Zusammenhang mit Trumps potentiellen Herausforderer Joe Biden von den Demokraten zu starten.

Auch Trump selbst trug zur schlechten Stimmung an der Börse bei. Er warf China in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung erneut unfaire Handelspraktiken vor. China habe erhoffte Reformen nicht durchgeführt, sondern sein Wirtschaftsmodell auf umfangreiche Staatssubventionen, Währungsmanipulationen, erzwungenen Technologietransfer und den Diebstahl geistigen Eigentums aufgebaut. Er hoffe zwar auf eine Einigung im Handelsstreit, werde aber kein schlechtes Abkommen für die USA akzeptieren. Der Investment-Experte Chris Zaccarelli von Independent Advisor Alliance sagte dazu, Trumps Ton und die Tatsache, dass er alle Punkte detailliert aufgelistet habe, bei denen die USA mit China im Streit liege, hätten allen Optimismus ausradiert, der Konflikt könnte zeitnah gelöst werden.

Zuvor hatten Anleger Signale von US-Finanzminister Steven Mnuchin zum Handelsstreit noch positiv interpretiert. Mnuchin hatte gesagt, er und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer würden sich Anfang Oktober mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He treffen. „Die Regierung scheint zu signalisieren, dass ein Abkommen doch nicht in Gefahr ist“, hatte Rick Meckler vom Investmenthaus Cherry Lane dazu gesagt.

Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im September wegen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China überraschend deutlich abgekühlt. Die US-Konsumenten schätzten sowohl ihre Lage als auch die Aussichten schlechter ein. „Die Eskalation der Handels- und Zollspannungen Ende August scheint die Verbraucher verunsichert zu haben“, sagte die Expertin des Instituts, Lynn Franco. „Es scheint, dass das Vertrauen nachlässt.“

Einzelwerte im Fokus:

Auf Unternehmensseite standen unter anderem die Aktien von Blackberry im Fokus. Der einstige Smartphone-Pionier und jetzige Software-Anbieter hatte die Erwartungen an das zweite Quartal verfehlt und zudem die Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Die Anteilscheine knickten um knapp 23 Prozent ein und bewegten sich damit auf dem Niveau von Dezember 2013.

Einzelhändler Macy's verlor zwei Prozent, J.C.Penney fast sieben Prozent. Auch die Papiere des Online-Händlers Amazon gerieten unter Druck und verloren 2,4 Prozent.

Die Aktien des Elektroautobauers Tesla sachten um 7,5 Prozent ab. Sie litten unter schwachen Quartalszahlen des chinesischen Branchenkollegen Nio, dessen Papiere mehr als ein Fünftel an Wert verloren.

Die Anteilscheine von Sprint büßten mehr als drei Prozent ein. Die US-Aufsichtsbehörde FCC ermittelt gegen den Mobilfunker wegen des Verdachts der missbräuchlichen Annahme von Zuschüssen für einkommensschwache Amerikaner, die gar keine Dienste von Sprint genutzt haben sollen.

Die Aktien des Einzelhandelsriesen Walmart setzten ihre wochenlange Rally fort und gewannen 0,7 Prozent. Bei 119,86 Dollar hatten sie im Verlauf den höchsten Stand ihrer Geschichte erreicht.

Zu den wenigen Gewinnern am Markt gehörten auch Aktien von Apple, die nach einer positiven Analysteneinschätzung 0,2 Prozent zulegten. Die Investmentbank Jefferies hatte die Papiere des iPhone-Herstellers zum Kauf empfohlen.

Der Euro profitierte unter anderem von guten Konjunkturdaten aus Deutschland sowie Frankreich und notierte zuletzt bei 1,1019 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1003 (Montag: 1,0985) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9088 (0,9103) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen zogen angesichts der Verluste an der Wall Street um 25/32 Punkte auf 99 27/32 Punkte an und rentierten mit 1,640 Prozent.

Mehr: Die Stimmung unter den Anlegern hat sich abgekühlt und ist wieder auf einem neutralen Niveau. Langfristig ist der Weg für steigende Kurse aber frei.

  • rtr
  • dpa
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