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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Arbeitsmarkdaten lassen Wall Street mit Bestmarken schließen

Der Leitindex S&P 500 und die Nasdaq markieren den nächsten Rekord. Die Aktie von Virgin Atlantic klettert durch die Aussicht auf den mit Jeff Bezos bemannten Testflug.
02.07.2021 Update: 02.07.2021 - 22:46 Uhr Kommentieren
Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Händler an der Börse New York

Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag an den New Yorker Börsen für neue Rekorde gesorgt. Der Dow Jones der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher auf 34.786 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 14.639 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent auf 4352 Punkte zu. Alle drei Marktindizes erzielten Allzeithochs.

„Die Verbesserung des Arbeitsmarktes insgesamt ermöglicht es dem Markt, in seiner aktuellen Phase des langsamen und allmählichen Anstiegs fortzufahren, was das beste Szenario ist“, sagte Randy Frederick, Vizepräsident für Handel und Derivate bei Charles Schwab.

Es entstanden 850.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, Ökonomen hatten lediglich mit 700.000 gerechnet. „Das sind starke Zahlen, aber nicht so stark, dass sie Inflations- und Zinserhöhungsängste auslösen könnten“, sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets.

Für Verwunderung bei Börsianern sorgte, dass die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote um einen Tick auf 5,9 Prozent stieg. „Bei ähnlichen starken Arbeitsplatz-Wachstumsraten haben wir im letzten Herbst noch deutliche Rückgänge der Arbeitslosenquote gesehen“, fasste Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners zusammen. Das werde es der Fed schwer machen, unmittelbar an eine Straffung der Geldpolitik zu denken.

Auch der Lohndruck fiel nicht so hoch aus wie erwartet. Eine nachhaltige Erholung am Jobmarkt gilt als eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Notenbank ihre Anschubhilfe für die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft in absehbarer Zeit verringern kann. Am Devisenmarkt konnte der Euro Boden gutmachen und notierte bei 1,1845 Dollar nach zuvor 1,1820 Dollar.

„Der US-Arbeitsmarkt erholt sich kräftig, wenngleich die Konsensschätzung zur Arbeitslosenquote verfehlt wurde. Die Erwerbsquote stagnierte derweil“, fasste Helaba-Analyst Ralf Umlauf die Entwicklung im Juni zusammen. Akuter Handlungsdruck für die US-Notenbank, von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik abzuweichen, besteht ihm zufolge noch nicht, da weiterhin viele Millionen Arbeitsplätze fehlten. Zudem verwies er auf die gesunkene Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden, während die Stundenlöhne gestiegen seien.

Blick auf die Einzelwerte

Tesla: Bei den Einzelwerten gaben Tesla anfängliche Gewinne von bis zu drei Prozent wieder ab und notierten wenig verändert bei 679 Dollar. Die Freude der Anleger über einen Auslieferungsrekord von etwas mehr als 200.000 Fahrzeugen im zweiten Quartal trübte ein schwerwiegender Unfall mit einem nagelneuen Tesla in Pennsylvania. Das gerade ausgelieferte Luxusmodell des Elektro-Auto-Pioniers „S Plaid“ sei in Flammen aufgegangen, der Fahrer habe sich mit Mühe retten können, sagte dessen Anwalt.

IBM: Präsident Jim Whitehurst ist nach drei Jahren beim IT- und Beratungsunternehmen zurückgetreten. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des 34 Milliarden Dollar schweren Deals zur Übernahme und Integration von Red Hat im Jahr 2018. Nach Aussagen von IBM soll er weiter als Berater zur Verfügung stehen. Einen Ersatz verkündete das Unternehmen zunächst nicht. An der Börse kam die Veränderung im Top-Management schlecht an: IBM-Aktien fielen um 4,6 Prozent – der größte Verlust in fünf Monaten.

Virgin Galactic: Die Aussicht auf einen raschen erneuten bemannten Testflug beflügelt Virgin Galactic. Die Aktien der Weltraumfirma des britischen Milliardärs Richard Branson steigen um gut vier Prozent. Das Raumfahrzeug VSS Unity soll am 11. Juli abheben. Mit an Bord werde Branson sein, der damit Amazon-Chef Jeff Bezos aussticht, dem die konkurrierende Weltraumtourismus-Firma Blue Origin gehört. Dessen Flug ins All ist für den 20. Juli geplant.

All-Wettlauf von Branson und Bezos

Didi: Der Fahrdienst-Vermittler Didi geriet wenige Tage nach seinem Börsendebut unter Beschuss. Die Aktien des chinesischen Uber-Rivalen stürzten um mehr als fünf Prozent ab, nachdem die chinesischen Cyberbehörde eine Untersuchung wegen möglicher Sicherheitsbedenken ankündigt hate. Dadurch sollten die nationale Sicherheit und das öffentliche Interesse geschützt werden, hieß es von Staatsseite. Didi teilte mit, mit den Behörden zu kooperien.

Boeing: Um 1,3 Prozent abwärts ging es für die Boeing-Papiere, womit sie sich zunehmend von ihren deutlicheren Anfangsverlusten erholten. Nach der Notlandung einer Boeing 737-Frachtmaschine vor Hawaii kündigte die US-Luftfahrtaufsicht FAA eine Untersuchung an. Nach vorläufigen Angaben sind beide Piloten, die als einzige Insassen an Bord waren, von der US-Küstenwache gerettet worden.

Johnson & Johnson: Johnson & Johnson legten indes im Dow um 1,8 Prozent zu. Der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns regt laut eigenen Angaben eine „starke und anhaltende“ Immunantwort gegen die besonders ansteckende Delta-Variante (B.1.617.2) an. Curevac allerdings büßten weitere 4,6 Prozent ein nach fast 3 Prozent am Vortag - die Papiere litten weiter unter enttäuschenden endgültigen Daten zur Wirksamkeit des eigenen Corona-Impfstoffs.

Krispy Kreme: Unter den Börsenneulingen büßten Krispy Kreme 9,0 Prozent auf 19,12 US-Dollar ein. Ausgegeben zu 17 Dollar hatten die Titel der Donutkette am Donnerstag ihren ersten Handelstag bei 21 Dollar beendet.

Mehr: Anleger positionieren sich für einen ruhigen Sommer – Crash ist unwahrscheinlich.

  • rtr
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