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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Arbeitsmarktdaten geben Wall Street Auftrieb – HP-Aktie verliert fast zehn Prozent

Die US-Börsen haben dank der am Freitag vorgelegten US-Jobzahlen zugelegt. Bei den Einzelwerten zählte HP angesichts hoher Restrukturierungskosten zu den Verlierern.
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„Die amerikanische Wirtschaft hat Sand im Getriebe“

New York Nach teils heftigen Kursverlusten unter der Woche infolge schwacher Konjunkturdaten haben eher moderate Nachrichten vom Arbeitsmarkt die Wall Street am Freitag angetrieben. „Wir haben so viele schlechte Nachrichten gehabt, dass alles willkommen ist, was darauf hindeutet, dass die Wirtschaft besser läuft als erwartet“, sagte J.J. Kinahan, Marktstratege bei TD Aneritrade in Chicago.

Alle drei großen US-Indizes schlossen am Freitag je rund 1,4 Prozent fester. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stand damit bei 26.573 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 2951 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 7982 Stellen.

Für die Gesamtwoche ergibt sich nach den Kursverlusten am Dienstag und Mittwoch für den Dow damit aber immer noch ein Minus von 0,9 Prozent. Es ist die dritte Woche in Folge, die der Index mit Verlusten abschließt.

Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, hängt nach Einschätzung von Experten auch maßgeblich davon ab, wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China entwickelt. Beide Seiten wollen in der kommenden Woche weiter verhandeln. Würden die Gespräche scheitern und mache US-Präsident Donald Trump seine Drohung mit Strafzöllen auf Auto-Importe wahr, könne dies global zu Kurseinbrüchen von 15 bis 20 Prozent führen, warnte Mark Haefele, Global Chief Investment Officer bei der UBS.

Die am Freitag vorgelegten US-Arbeitsmarktdaten boten keine klare Hilfe für die Beantwortung der Frage, ob die US-Notenbank Ende Oktober den Leitzins weiter senken wird. Die Arbeitslosenquote sank im September überraschend von 3,7 auf 3,5 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren. Zugleich schwächte sich aber Jobaufbau ab. Als Wermutstropfen gilt zudem die Stagnation der Stundenlöhne.

In dieser Woche hatte es unerwartet schwache Konjunkturdaten gegeben. Aktuell gehen daher Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent davon aus, dass die Fed den Zins Ende Oktober weiter senkt. Am Montag waren es nur 40 Prozent gewesen. Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich am Freitag nicht zu dem Thema. Er bekräftigte in Washington lediglich, die US-Wirtschaft sei derzeit alles in allem in guter Verfassung.

Einzelwerte im Fokus

Technologiewerte zählten an der Wall Street am Freitag zu den größten Gewinnern. Aktien von Apple kletterten um 2,8 Prozent. Einem Bericht zufolge hat der Konzern seine Zulieferer aufgefordert, die Produktion für das iPhone 11 wegen einer höheren Nachfrage um zehn Prozent zu steigern. Insidern zufolge war besonders das Einsteigermodell gefragt, während das Spitzenmodell nicht so gut ankomme.

Papiere der Telekom-Tochter T-Mobile US stiegen um 1,2 Prozent, die von Sprint um 1,8 Prozent. Die US-Mobilfunkfirmen können Insidern zufolge mit der Zustimmung der Branchenaufsicht FCC zu ihrer geplanten Fusion im Umfang von 26 Milliarden Dollar rechnen. Offiziell entscheiden soll die Kommission Mitte Oktober. Zuvor hatte das US-Justizministerium grünes Licht gegeben, an die Erlaubnis aber Bedingungen wie den Verkauf von Konzernteilen und Mobilfunkfrequenzen geknüpft. Mehrere US-Bundesstaaten klagen aber noch gegen das Vorhaben. Sie befürchten, dass eine Fusion der Nummer drei und vier des US-Mobilfunkmarktes die Preise in die Höhe treibt.

Beim Computerhersteller HP ging es um 9,6 Prozent bergab. Die Papiere fielen damit auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Der Konzern verschärft seinen Sparkurs und will etwa 7000 bis 9000 Arbeitsplätze abbauen. Damit könnte rund jede sechste Stelle wegfallen. HP schätzt, dass der Umbau auf lange Sicht zu Milliarden-Einsparungen führt. Allerdings fallen auch eine Milliarde Dollar an Einmal-Kosten an.

Mehr: Konjunkturkrise, Gewinnrückgänge und Zollstreit eröffnen an der Börse neue Chancen. Wie Anleger jetzt die besten Kaufgelegenheiten finden können.

  • rtr
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