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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Börsen notieren uneinheitlich – Anleiherenditen ziehen an

Investoren richten sich auf einen Anstieg der Inflation ein. Das treibt die US-Renditen nach oben und belastet die Kurse der Wachstumsaktien.
22.02.2021 - 22:33 Uhr Kommentieren
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Die New Yorker Börse an der Wall Street

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

New York Der Ausverkauf an den US-Anleihemärkten macht Aktienanleger nervös. Einige von ihnen gingen am Montag auf Nummer sicher und machten Kasse. Der breit gefasste Index S&P 500 und der technologielastige Nasdaq fielen um 0,7 Prozent auf 3877 Punkte beziehungsweise 2,4 Prozent auf 13.541 Zähler. Der US-Standardwerteindex Dow Jones ging 0,1 Prozent fester bei 31.521 Punkten aus dem Handel. Insgesamt notieren die Indizes, die in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord geeilt waren, auf hohem Niveau.

„Investoren richten sich auf einen Anstieg der Inflation ein“, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. Wachstumsstarke Werte profitierten von niedrigen Zinsen, daher machten steigende Finanzierungskosten diese Firmen unattraktiver. Vor diesem Hintergrund gab der Index der großen US-Technologiefirmen 1,4 Prozent nach. Die Verkäufe am Anleihemarkt trieben die Rendite der zehnjährigen T-Bonds zeitweise auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 1,394 Prozent.

Steigende Rohstoffpreise

„Die Inflation wird von zwei Faktoren getrieben“, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Der erste sei die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken und der zweite die steigenden Preise für Rohstoffe, vor allem Öl.

Die US-Sorte WTI gewann gut drei Prozent auf 61,05 Dollar je Barrel (159 Liter) und war damit rund 70 Prozent teurer als Anfang November 2020. Spekulationen auf eine anziehende Nachfrage des weltgrößten Abnehmers China hievte den Preis für das Industriemetall Kupfer auf ein Neuneinhalb-Jahres-Hoch von 9269,50 Dollar je Tonne. Das auch als Inflationsschutz dienende Gold rückte 1,5 Prozent auf 1809 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) vor.

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    Einige Investoren griffen zudem zum "digitalen Gold" Bitcoin und verhalfen der älteste und wichtigste Cyber-Devise zu einem Rekordhoch von 58.445,23 Dollar. Einsetzende Gewinnmitnahmen drückten den Kurs im Verlauf des Handels allerdings.

    "Ein Ende der Rally bedeutet dies aber nicht", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Schnäppchenjäger könnten die Gunst der Stunde nutzen. Zunächst flogen allerdings parallel zum fallenden Bitcoin-Kurs Werte aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, aus den Depots. So fielen die Papiere von Riot, Marathon, Overstock und Silvergate an der Wall Street um bis zu 14 Prozent.

    Top-Wert im Dow waren Walt Disney, die ein Rekordhoch erreichten und mit plus 4,4 Prozent aus dem Handel gingen. Tech-Titel wie Intel, Apple und Microsoft waren besonders schwach mit Abschlägen von teils mehr als dreieinhalb Prozent.

    Einzelwerte im Fokus

    Boeing: Die Boeing-Aktien gaben zunächst um knapp drei Prozent nach, drehten im Handelsverlauf jedoch ins Plus. Am Samstag hatte eine United Airlines-Maschine Teile eines Triebwerks über Denver verloren. Als Reaktion forderte Boeing die Fluggesellschaften auf, den Einsatz seiner 777-Jets mit Pratt & Whitney 4000-Triebwerken auszusetzen. Die Aktien von Raytheon, der Mutter des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney, dessen Produkte die Zwischenfälle ausgelöst hatten, gaben im Handelsverlauf nach.

    Goodyear: Die Papiere von Goodyear schossen dagegen um 21 Prozent in die Höhe. Der Reifen-Hersteller übernimmt für 2,8 Milliarden Dollar den margenstärkeren Konkurrenten Cooper Tire, Außerdem verdoppelt der US-Konzern damit seinen Marktanteil im wichtigen Wachstumsmarkt China. Cooper-Titel verteuerten sich um gut 30 Prozent.

    Gamestop: Die Papiere von Gamestop stiegen im Handelsverlauf um fast 20 Prozent. Einem Post auf der Internet-Plattform Reddit zufolge kaufte der Youtuber „Roaring Kitty“, der eigentlich Keith Patrick Gill heißt, weitere 50.000 Anteilsscheine des US-Videospielehändlers. „Roaring Kitty“ trommelt seit längerem für den Kauf von Gamestop-Aktien und spielt eine wichtige Rolle bei den Kurs-Kapriolen der Titel im Januar.

    Royal Caribbean: Die Corona-Pandemie hat dem Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean im vergangenen Jahr enorme Verluste eingebrockt, doch die Hoffnung auf eine Trendwende steigt. Insgesamt geriet Royal Caribbean 2020 mit 5,8 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro) in die roten Zahlen, im Schlussquartal fiel unterm Strich ein Minus von 1,4 Milliarden an. Die Erlöse fielen 2020 um rund 80 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

    An der Börse kam der Geschäftsbericht dennoch gut an, die Aktie legte im US-Handel zeitweise um mehr als zwölf Prozent zu. Denn die Zuversicht auf ein Ende der Krise nimmt zu. Die Zahl der neuen Buchungen seien seit Jahresbeginn bereits stark angestiegen, es habe sich während der Pandemie offenbar viel Nachfrage aufgestaut, erklärte das Management in einer Konferenzschalte nach der Bilanzvorlage.

    Die Aussicht auf ein Comeback der Branche ließ auch die Aktien von Konkurrenten wie der Aida-Mutter Carnival oder Norwegian Cruise Line kräftig steigen.

    Petrobas-Aktie belastet Brasiliens Leitindex

    Nach der Nominierung eines ehemaligen Generals als neuen Chef des Ölkonzerns Petrobras durch den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist der Kurs der Petrobras-Aktie abgestürzt. Petrobras-Anteile brachen an der Börse in New York am Montag zeitweise um 20 Prozent ein und belasteten auch den brasilianischen Leitindex Bovespa schwer. Er rutschte um mehr als 3,5 Prozent auf 114 239 Punkte ab und setzte damit seine jüngste Verlustserie fort.

    Bolsonaro hatte am Freitagabend den Ex-General und früheren Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna anstelle des marktfreundlichen Ökonomen Roberto Castello Branco als neuen Mann an der Spitze des halbstaatlichen Unternehmens mit Sitz in Rio de Janeiro bestimmt. Er versucht damit, die wegen der jüngsten Erhöhungen der Kraftstoffpreise erbosten Lkw-Fahrer zu besänftigen.

    Der Wechsel, dem der Petrobras-Vorstand noch zustimmen muss, führte in Brasilien zu heftiger Kritik. Unter anderem schrieb der ehemalige Chef der Banco Central, Gustavo Franco, mit Blick auf den autoritär regierten südamerikanischen Krisenstaat „Guten Abend, Venezuela!“.

    Bei internationalen Investoren löste das Eingreifen des Präsidenten in ein Unternehmen wie Petrobras, den größten Öl- und Energiekonzern Lateinamerikas, schlimme Befürchtungen vor staatlicher Interventionen aus. Petrobras ist immer noch dabei, sich von seinen Verwicklungen in den Korruptionsskandal „Lava Jato“ (Autowäscherei), der Brasilien in den vergangenen Jahren erschütterte, zu erholen.

    Zudem kündigte Bolsonaro weitere Eingriffe an, was das Klima für staatlichen Unternehmen an der brasilianischen Börse vergiftete. Er werde „seinen Finger in den Stromsektor stecken“, sagte Bolsonaro am Samstag.

    Mehr: Bei diesen Nebenwerten greifen Fondsmanager verstärkt zu

    • rtr
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