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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Börsen schwächer – Jobdaten dämpfen Zinsfantasien

Überraschend starke Jobdaten sorgen für Aufschwung bei den Anleihen. Die Aktienindizes dagegen notieren schwächer.
Update: 05.07.2019 - 22:22 Uhr Kommentieren
Broker an der Wall Street. Quelle: AP
New York

Broker an der Wall Street.

(Foto: AP)

New York Starke US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag die Hoffnungen der US-Anleger auf deutlich niedrigere Zinsen gedämpft. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York 0,16 Prozent niedriger bei 26.922,12 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,18 Prozent auf 2990,41 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,1 Prozent auf 8161,79 Zähler.

Die Regierung in Washington meldete für Juni 224.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 160.000 gerechnet. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass die Daten die Notenbank Fed an einer geldpolitischen Lockerung hinderten, sagte Jim O'Sullivan, Chefökonom des Handelshauses High Frequency Economics. Immerhin hätten die Notenbanker ihre Besorgnis über die mögliche Beeinträchtigung des Wachstums durch den Zollstreit deutlich gemacht.

Allerdings spekulierten Anleger nun nicht mehr auf allzu aggressive Zinssenkungen. „Die Kürzung um 50 Basispunkte sollte zu diesem Zeitpunkt vollständig ausgepreist sein“, sagt Scott Brown, Chefökonom bei der Investmentbank Raymond James. Die Fed hatte 2018 den Schlüsselsatz vier Mal angehoben - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent - bevor sie eine Pause einlegte.

Aus Sicht der US-Notenbank hat die amerikanische Wirtschaft trotz steigender Risiken durch die Handelskonflikte ihren Aufschwung fortgesetzt. Im ersten Halbjahr sei die Wirtschaft „in solidem Tempo“ gewachsen, teilten die Währungshüter um Notenbank-Chef Jerome Powell in ihrem Halbjahresbericht für den Kongress mit. Dabei wiesen sie unter anderem auf einen robusten Konsum der Haushalte hin. In den jüngsten Monaten habe die Wirtschaft aber etwas an Schwung eingebüßt - höhere Zölle hätten den Welthandel gebremst. Die Investitionen seien schwächer ausgefallen. Die Notenbank bekräftige ihr Versprechen, angemessen zu handeln, um die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs zu halten.

Einzelwerte im Überblick

Chipwerte zählten nach einem schwachen Ausblick von Samsung zu den Verlierern. Qualcomm erholten sich nach schwachem Start jedoch wieder bis auf Plus 0,05%,, Intel (Minus 0,87 Prozent) blieben aber im Minus. Größere Verluste auch bei Nvidia mit Minus 1,55 Prozent. Stark dagegen AMD mit Plus 0,96 Prozent nach schwachem Start. Samsung rechnet wegen des Zollstreits zwischen den USA und China mit einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal.

Bei den Börsenneulingen gaben Uber (Minus 1,58 Prozent) und Lyft (Minus 2,00 Prozent) überproportional nach. Beyond Meat (Plus 0,75 Prozent) und Anaplan (Plus 1,01 Prozent) konnten sich in dem insgesamt lustlosen Markt dagegen verbessern.

Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten versetzten auch in Europa den Zinsfantasien der Anleger einen Dämpfer. Der Dax ging 0,5 Prozent tiefer auf 12.568 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 verringerte sich um 0,5 Prozent auf 3527 Punkte.

Mehr: Neue Gelder fließen in praktisch alle Vermögenswerte. Bei Anlegern führt das zu teilweise absurden Investitionen, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Ingo Narat.

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