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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 US-Bondmarkt sendet Rezessionssignal - Aktien auf Talfahrt

Konjunkturdaten aus Europa setzen der Wall Street am Freitag zu. Aber eine sehr spezielle Situation am Bondmarkt verängstigte die Anleger noch mehr.
Update: 22.03.2019 - 22:10 Uhr Kommentieren
Händler an der New Yorker Börse. Quelle: AP
Wall Street

Händler an der New Yorker Börse.

(Foto: AP)

New YorkAus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger aus dem US-Aktienmarkt zurück. Nach dem trüben Ausblick der US-Notenbank Fed am Mittwoch seien die jüngsten enttäuschenden europäischen Konjunkturdaten Wasser auf die Mühlen der Pessimisten, sagt Kim Forrest, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Bokeh. Hier schlage wegen der engen Wirtschaftsbeziehungen die schwächelnde Konjunktur in China durch – vor allem in Deutschland.

Zusätzlich befeuert wurden die Sorgen der Anleger von der Zinskurve. Ein bestimmter Bereich invertierte am Freitag zum ersten Mal seit 2007. Die Renditen auf Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit lagen damit höher als die auf Papiere mit zehnjähriger Laufzeit. Seit Jahrzehnten gilt das als verlässlicher Vorbote einer Rezession.

Notenbank-Chef Jay Powell hatte sich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz überraschend vorsichtig über die Lage der US-Wirtschaft geäußert. Zwar wachse sie noch, jedoch nicht so stark wie ursprünglich angenommen. Die Notenbanker signalisierten, dass sie frühestens im nächsten Jahr erst wieder mit weiteren Zinsanhebungen beginnen könnten. Das hat Anleger vorsichtig gemacht. Die verkauften Aktien und deckten sich mit Anleihen ein.

Die Notenbank ging auch auf den Zusammenhang zwischen Rezession und Zinskurve ein. Sie bekräftigte allerdings, dass eine invertierte Zinskurve nicht zwangsläufig mit einer anstehenden Rezession einhergehe. Powell betonte, dass die US-Wirtschaft mit gut zwei Prozent weiterhin solide wachse.

Doch das wollte am Freitag niemand hören: Der Dow-Jones-Index gab in New York um 1,77 Prozent auf 25.502,32 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P verringerte sich um 1,9 Prozent auf 2800,71 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,50 Prozent auf 7642,67 Zähler.

Die Angst vor einem Konjunktureinbruch beherrschte ebenfalls die europäischen Börsen zum Wochenschluss. Nach enttäuschenden Wirtschaftsdaten ging es an den Aktienmärkten abwärts, während Anleger sich in als sicher geltende Anleihen flüchteten.

Der Dax sackte um 1,6 Prozent auf 11.364 Punkte ab. Mit einem Minus von 2,8 Prozent verzeichnete er den größten Wochenverlust seit Anfang Dezember 2018. Der EuroStoxx50 fiel am Freitag um 1,9 Prozent auf 3304 Zähler.

Auslöser für die Talfahrt waren schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland und den USA. Der deutsche IHS-Einkaufsmanagerindex fiel im März um 2,9 auf 44,7 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg auf 48,0 Punkte erwartet. Erst bei mehr als 50,0 signalisiert der Index ein Wachstum. Das Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe in den USA fiel um 0,5 Prozent auf 52,5 Punkte, statt wie erwartet bei 53,6 zu liegen.

Im Hinterkopf der Investoren blieb auch der Brexit. Die Staats- und Regierungschefs der EU boten Großbritannien die Verschiebung des Ausstiegs aus der Staatengemeinschaft bis zum 22. Mai an.

Einzelwerte im Überblick

Nike: Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt gehörte Nike mit einem Kursminus von 6,61 Prozent. Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller kann von den Nachschub-Problemen beim deutschen Rivalen Adidas nicht profitieren und blieb beim Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurück. Die Anteilsscheine von Nikes Partner Foot Locker fielen 4,86 Prozent.

Boeing: Die Titel von Boeing standen unter Druck und verbilligten sich um 2,83 Prozent . Nach dem Absturz zweier Maschinen des Typs 737 MAX binnen weniger Monate stornierte die indonesische Fluggesellschaft Garuda eine Bestellung über 49 dieser Flieger.

Apple: Der Techriese setzte zum Handelsauftakt seinen Höhenflug zunächst fort und löste zumindest vorübergehend Microsoft als wertvollstes Unternehmen der Welt ab. Dann drehte der Kurs aber ins Minus und verlor 2,07 Prozent. Die Anleger hoffen vor allem auf steigende Einnahmen durch einen neuen Video-Dienst. Microsoft musste ebenfalls mit Minus 2,64 Prozent Federn lassen, blieb am Ende aber noch mit hauchdünnem Vorsprung wertvollstes Börsenunternehmen der Welt.

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