Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Wall Street schließt leicht im Plus – AMC im Höhenflug

Die Anleger sind hin- und hergerissen zwischen Inflationsängsten und der guten Konjunkturerholung. Kleinanleger treiben die Kinokette AMC auf neue Höchststände.
02.06.2021 Update: 02.06.2021 - 23:16 Uhr Kommentieren
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Die New Yorker Börse an der Wall Street

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Anleger haben sich am Mittwoch mit größeren Engagements an der Wall Street zurückgehalten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,1 Prozent höher auf 34.600 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,1 Prozent auf 13.756 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,1 Prozent auf 4208 Punkte zu.

Die Geschwindigkeit der Konjunkturerholung von den Folgen der Coronavirus-Pandemie schüre Inflationssorgen, weil sie für Verzerrungen in einigen Bereichen sorge, sagte Rob Sechan, Mitgründer des Vermögensverwalters NewEdge. Die Normalisierung der Wirtschaft werde diese Bedenken allerdings in den Hintergrund drängen.

Die Anleger, so hieß es am Markt, manövrierten derzeit weiter zwischen der Hoffnung auf eine starke Konjunkturerholung und Sorgen vor einer zu stark anziehenden Inflation, welche die US-Notenbank Fed mit ihrer lockeren Zinspolitik unter Druck setzen könnte. Am Dienstag hatten die US-Börsen deshalb schon ihren anfänglichen Schwung verloren.

In den USA ist die wirtschaftliche Erholung von den Folgen der Coronakrise laut der Notenbank Federal Reserve zuletzt schneller vorangeschritten. Die Geschäftsaktivität hat sich in den jüngsten Wochen trotz mancher Lieferketten-Probleme, Schwierigkeiten bei Neuanstellungen und steigender Preise beschleunigt, wie die Fed in ihrem Konjunkturbericht Beige Book mitteilte. Zudem wies die Fed darauf hin, dass die Preise wahrscheinlich weiter anziehen werden. Die Notenbank achtet bei der Inflation besonders auf die persönlichen Ausgaben der Verbraucher, bei denen Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden. Diese Teuerungsrate stieg im April um 3,1 Prozent und lag damit über der Zwei-Prozent-Zielmarke der Fed.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Investoren seien derzeit in der Warteschleife, urteilte ein Analyst. Die Akteure warteten wegen ihrer Inflationsbedenken auf weitere Signale der Währungshüter sowie weitere wichtige Wirtschaftsdaten im Wochenverlauf, darunter der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der Experte sieht zwar eine Basis für einen geldpolitischen Kurswechsel, aber kein automatisches Ende der Aktienrally.

    Unterdessen zog der Ölpreis weiter an. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 68,70 Dollar je Barrel (159 Liter). In ihrem Windschatten gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon und Chevron jeweils rund ein Prozent. „Der Markt ist optimistisch, dass der zunehmende Sommer-Reiseverkehr und die Normalisierung der Volkswirtschaften selbst bei einer Rückkehr iranischen Rohöls auf den Weltmarkt die Produktionsausweitungen der Opec+ leicht absorbieren können“, sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates.

    Wall-Street-Experte: „Die Entwicklung bei AMC grenzt an Wahnsinn“

    Juni gilt als schwacher Börsenmonat

    In den vergangenen 20 Jahren war der Juni ein schwacher Monat für Aktien. Allerdings hat nach Berechnungen des Unternehmen Instinet, eines der ältesten Wall-Street Unternehmen für elektronische Handelssysteme, der US-Index S&P 500 zuletzt besser abgeschnitten hat und seit dem Jahr 2015 den Monat Juni immer mit einem Plus beendet. Die Juni-Bilanz der vergangenen 20 Jahre: Im Durchschnitt gab der S&P 500 um 0,6 Prozent nach, in elf von 20 Fällen gab es ein Minus zum Monatsende.

    Eine weitere Erkenntnis von Instinet: Der S&P 500 notierte in der ersten Monatshälfte tendenziell höher, bevor er in der zweiten Monatshälfte in vielen Fällen auf ein Mehrmonatstief abtauchte.

    Der Marktfokus liegt bereits auf der Fed-Sitzung am 15. und 16. Juni, die als das wichtigste Marktereignis in diesem Monat angesehen wird. Der Mai-Beschäftigungsbericht am Freitag und Inflationsmessungen wie der Verbraucherpreisindex werden ebenfalls wichtig sein.

    Mike Wilson, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley, merkte an, dass die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes am 10. Juni ein wichtiger Termin für den Markt in diesem Monat sein könnte.

    „Die Inflationserwartungen sind auch über das hinaus gestiegen, was in naher Zukunft erreichbar sein könnte. Die Inflation befindet sich unserer Ansicht nach im Aufwind und wird die Ziele der Fed schließlich nachhaltig übertreffen“, so Wilson. „Allerdings sind auch die Erwartungen gestiegen und preisen diesen Anstieg nun in vielen Anlagemärkten ein.“

    Laut Marc Chandler, Chef-Marktstratege bei Bannockburn Global Forex, bleibt der Markt im Juni „risikofreudig“. „Ich denke, das ist es, was die Währungsmärkte sagen. Das Pfund Sterling hat ein neues Drei-Jahres-Hoch erreicht. Der kanadische Dollar hat ein neues Vier-Jahres-Hoch erreicht. Gold hat sich erholt“, sagte er. Seiner Meinung nach dürften risikoreichere Anlageklassen wie Aktien weiterhin gut abschneiden, solange die Anleiherenditen nicht zu sehr ansteigen.

    Blick auf die Einzelwerte

    AMC: Bei den Aktienwerten stach AMC erneut heraus. Die Aktien der weltgrößten Kinokette stiegen um 95 Prozent. Getrieben wurde die Rally Börsianern zufolge erneut von Kleinanlegern, die sich in einschlägigen Internet-Foren gegenseitig zu Käufen ermunterten. „Diese Party kann weiter gehen, so lange Investoren konzertiert agieren“, sagte Analystin Ipek Ozkardeskaya vom Brokerhaus Swissquote. „Das Problem ist: Je höher der Preis steigt, desto größer ist die Versuchung, Gewinne mitzunehmen.“ Die AMC-Enthusiasten ließen sich nicht einmal vom Verkauf eines größeren Aktienpakets aus dem Konzept bringen. Der Hedgefonds Mudrick warf 8,5 Millionen Papiere, die er im Rahmen der jüngsten AMC-Kapitalerhöhung gekauft hatte, wieder auf den Markt. Seit Jahresbeginn haben AMC-Titel fast 1500 Prozent zugelegt.

    Constellation: Die Titel von Constellation stiegen um 66 Prozent auf 33,57 Dollar. Die deutsche Biotechfirma Morphosys will den US-Spezialisten für Krebsmedikamente für 34 Dollar je Aktie oder insgesamt 1,7 Milliarden Dollar übernehmen. Sie halte diesen Preis aber noch für zu niedrig und 40 Dollar für angemessen, kommentierte Analystin Leah Rush Cann vom Anlageberater Brookline.

    Moderna: Ein großer Gewinner an der Nasdaq waren die 3,8 Prozent höheren Aktien von Moderna mit einem Rekordhoch. Der Covid-19-Impfstoffhersteller vertieft seine Partnerschaft mit dem Schweizer Lonza-Konzern mit einer weiteren Produktionslinie in den Niederlanden. Pro Jahr sollen dort zusätzliche 300 Millionen Impfdosen hergestellt werden können.

    Zoom: Ansonsten waren die Papiere des Videokonferenz-Dienstes Zoom nach festem Start ins Minus gedreht, am Ende verloren sie 0,2 Prozent. Gute Quartalszahlen überzeugten die Anleger damit nicht nachhaltig. Das Unternehmen wächst dank der Corona-Pandemie weiter rasant und konnte im ersten Quartal mit einem vervielfachten Gewinn die Erwartungen der Analysten übertreffen.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Elon Musk twittert wieder – Aktien von „Baby Shark“-Investor steigen.

    Startseite
    Mehr zu: Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 - Wall Street schließt leicht im Plus – AMC im Höhenflug
    0 Kommentare zu "Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Wall Street schließt leicht im Plus – AMC im Höhenflug"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%