Dow Jones, S&P 500, Nasdaq EZB und US-Einzelhandelsdaten dominieren Wall Street

Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank hat sich die Wall Street vom Schock erholt. Die EZB will indes ihre Anleihekäufe zum Jahresende einstellen.
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„Der Handelsstreit scheint Investoren nicht zu interessieren“

„Der Handelsstreit scheint Investoren nicht zu interessieren“

New YorkDie Absage der Europäischen Zentralbank (EZB) an eine baldige Zinserhöhung hat am Donnerstag auch den Handel an der Wall Street geprägt. Zudem haben die New Yorker Investoren den Zinsschritt der US-Notenbank weitgehend verdaut.

Nach frühen Gewinnen notierte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zum Schluss auf 25.175 Punkten 0,1 Prozent schwächer. Doch der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 0,2 Prozent auf 2782 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,8 Prozent auf 7761 Punkte zu. Das größte Umsatzplus für US-Einzelhändler seit einem Jahr gab der Wall Street Auftrieb.

Die US-Währungshüter erhöhten am Mittwochabend zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen auf nunmehr 1,75 bis 2,0 Prozent und stellten zwei weitere Anhebungen für 2018 in Aussicht. Zuletzt hatte es 2008 vor dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise eine Zwei vor dem Komma gegeben.

EZB-Chef Mario Draghi betonte dagegen, dass die Zinsen in der Euro-Zone „über den Sommer 2019 hinweg“ auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Die EZB halbiert aber das Volumen ihrer Anleihekäufe ab Oktober auf 15 Milliarden Euro monatlich und stellt sie zum Jahresende ein. Der Dax gewann etwa eineinhalb Prozent auf 13.107 Punkte. Der Euro ging auf Talfahrt.

Weil Banken bei höheren Zinsen auf mehr Gewinn hoffen können, mussten Titel von US-Geldhäusern büßen. So notierten die Papiere von JP Morgan 1,8 Prozent schwächer.

Abwärts ging es auch für den SAP-Rivalen Oracle, nachdem Nomura das Kursziel gesenkt hatte. Die Papiere verloren 4,9 Prozent.

In der Erwartung eines Bieterwettkampfs griffen Anleger dagegen bei 21st Century Fox zu und schoben den Kurs um 2,1 Prozent an. Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast legte ein 65 Milliarden Dollar schweres Gebot für Fox vor und fuhr damit dem Unterhaltungskonzern Disney in die Parade. Dieser ist ebenfalls an Fox interessiert und bietet gut 52 Milliarden Dollar. Comcast-Titel legten 4,6 Prozent zu, Disney-Papiere 2,3 Prozent.

Die Aktien von Etsy schossen um rund 26 Prozent in die Höhe, nachdem der Online-Anbieter von handgemachten Produkten seine Jahresziele nach oben geschraubt hatte. Etsy gehe davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um 32 bis 34 Prozent wachse. Bisher hatte der Konkurrent von Dawanda aus Deutschland ein Plus von 22 bis 24 Prozent in Aussicht gestellt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer. 1920 Werte legten zu, 1444 gaben nach und 183 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 1691 im Plus, 1254 im Minus und 208 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 12/32 auf 99-15/32. Die Rendite sank auf 2,9351 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 30/32 auf 101-12/32 und rentierte mit 3,0545 Prozent.

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