Handelsstreit

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen am Donnerstag.

(Foto: AP)

Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Handelsstreit und Türkei-Krise belasten Wall Street

Die Streitigkeiten mit den USA und der Türkei bereiten den US-Börsen Sorgen. Bei den Einzelwerten stand Cannabis-Anbieter Canopy im Fokus.
Update: 16.08.2018 - 00:28 Uhr Kommentieren

Bis zu 400 Punkte im Plus – „Investoren sind etwas zuversichtlicher“

  • Handelsstreitigkeiten der USA machen Märkte nervös
  • Tech-Stars geben nach

Der starke Dollar, die Währungskrise in der Türkei und die Handelskonflikte der USA haben am Mittwoch die Stimmung an der Wall Street belastet. Die US-Börsen beendeten den Handel mit Verlusten.

Die geopolitischen Spannungen würden an den Märkten höher bewertet als positive Konjunkturdaten, sagte Oliver Pursche, Chefstratege bei Bruderman Brothers in New York. „Ich denke aber nicht, dass die Investoren nun in Panik ausbrechen müssten oder befürchten sollten, dass das Ende des Bullenmarktes erreicht ist.“ „Die Beschwerde Chinas bei der Welthandelsorganisation hebt die Handelsstreitigkeiten auf eine neue Ebene“, sagte zuvor auch Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab.

Die Regierung in Peking will von der WTO die Rechtmäßigkeit der US-Zoll- und Subventionspolitik überprüfen lassen. Parallel dazu kündigte die Türkei Strafzölle auf US-Waren an. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan liegt mit US-Präsident Donald Trump wegen des in der Türkei festgesetzten US-Geistlichen Andrew Brunson über Kreuz.

Die zahlreichen Konjunkturdaten, die überwiegend robust ausgefallen waren, stützten kaum. Erfreulich war, dass sich die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft zuletzt stärker als erwartet entwickelte - ebenso auch die Einzelhandelsumsätze. Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hellte sich zudem überraschend auf, doch stieg wiederum die Gesamtproduktion der Industrie geringer als erwartet.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Der Dow Jones schloss gut 0,5 Prozent schwächer bei 25.162 Punkten. Der S&P500-Index verlor knapp 0,8 Prozent auf 2818 Zähler, der Index der Technologie-Börse Nasdaq gab gut 1,2 Prozent auf 7774 Stellen nach.

So lief es in Europa

Der Dax verlor zwischenzeitlich mehr als 200 Punkte und schloss letztlich 1,58 Prozent im Minus bei 12.163,01 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 gab sogar um 1,7 Prozent nach und schloss bei 3.350 Punkten.

Einzelwerte im Fokus

Die meisten Aktien gaben nach, lediglich Versorger und Immobilienwerte notierten fester. „Gerade geht es darum, wo die Leute ihr Sicherheitsnetz finden, und das sind jetzt die Versorger und nicht die Technologiewerte“, sagte Jeff Carbone von Cornerstone

Für Technologiewerte wie Facebook oder die Google-Mutter Alphabet ging es abwärts. Die Tesla-Aktie verlor 2,6 Prozent. Die US-Börsenaufsicht SEC lädt das Unternehmen einem Bericht zufolge wegen der umstrittenen Tweets von Konzernchef Elon Musk vor. Musk hatte vergangene Woche über sein privates Twitter-Konto angekündigt, Tesla von der Börse zu nehmen. Einige Investoren hatten ihn daraufhin verklagt.

Auch Canopy stand im Rampenlicht. Aktionär Constellation Brands - Hersteller von "Corona"-Bier - pumpt weitere vier Milliarden US-Dollar in den kanadischen Cannabis-Anbieter und kauft Papiere zu einem Preis von 48,60 kanadischen Dollar je Aktie. Die in den USA notierten Canopy-Titel stiegen um 30 Prozent. Constellation Brands-Aktien verloren dagegen 6,1 Prozent.

Trotz einer starken Umsatzentwicklung kamen die Zahlen der Handelskette Macy's bei den Anlegern nicht gut an, da dies mit hohen Kosten erkauft wurde. Die Aktien brachen an der Nyse um fast 16 Prozent ein und sackten damit auf den tiefsten Stand seit Ende Mai.

Die Branchenkollegen Kohl's und J.C. Penney wurden ebenfalls abgestraft: Für Kohl's ging es um 5,8 Prozent abwärts, für J.C. Penney sogar um 8,7 Prozent. Cree büßten trotz positiv bewerteter Quartalsergebnisse 7,8 Prozent ein. Einige Analysten halten die Bewertung der Aktien inzwischen für ausgereizt. Immerhin hat die Aktie seit Jahresbeginn bis zu ihrem Zwischenhoch vor wenigen Tagen rund 40 Prozent gewonnen.

Der LED-Hersteller Cree büßte trotz positiv bewerteter Quartalsergebnisse 7,8 Prozent ein. Einige Analysten halten die Bewertung der Aktien inzwischen für ausgereizt. Immerhin hat die Aktie seit Jahresbeginn bis zu ihrem Zwischenhoch vor wenigen Tagen rund 40 Prozent gewonnen.

Die Ölpreise gaben nochmals deutlicher nach, nachdem die wöchentlichen Ölreserven kräftig stiegen. Das setzte auch den Aktien von Ölkonzernen wie Chevron und ExxonMobil zu. Chevron als Dow-Schlusslicht verlor 3,8 Prozent, Exxon sanken um 1,8 Prozent.

Diese Aktien fielen im nachbörslichen Handel auf

Die Aktien von Cisco stiegen im nachbörslichen Handel um mehr als 6 Prozent an. Zuvor hatte das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht, die die Erwartungen der Investoren übertrafen. Der Gesamtumsatz stiegt auf 12,84 Milliarden Dollar, was ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Vor allem der neusten Bereich im Konzern, der Cyber-Sicherheit und Anwendungen umfasst, entwickelte sich besonders gut. Cisco verdiente auf bereinigter Basis 70 Cent pro Aktie, Analysten waren von 69 Cent ausgegangen.

Auch die Wertpapiere der Elektronikverkäufers Best Buy fielen im nachbörslichen Handel auf. Der Wert der Aktie stieg nach Handelsschluss um fast 2 Prozent an, nachdem das Unternehmen bekannt gab, die Gesundheitsfürsorgefirma GreatCall für 800 Millionen Dollar in bar kaufen zu wollen. Das privat geführte Unternehmen ist auf Notfalldienste für Senioren spezialisiert, einschließlich Smartphone-Apps und verbundene Geräte. Best Buy zufolge verfügt die Firma über mehr als 900.0000 Abonnenten.

Was sonst noch wichtig ist

Zulegen konnte auch die Weltleitwährung Dollar, die als „sicherer Hafen“ beliebt blieb. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen anderen Währungen widerspiegelt, stieg zeitweise auf ein 14-Monats-Hoch von 96,984 Punkten. „Der Anstieg des Dollar führt dazu, dass Investoren risikoscheu werden“, sagte Carbone von Cornerstone Wealth. „Investoren schauen auf die kurzfristigen Sorgen wie die Türkei oder die Zölle und übersehen die langfristigen Chancen, die in den Steuern, den hohen Gewinnen und den Konjunkturdaten liegen.“

An der New York Stock Exchange wechselten rund 828 Millionen Aktien den Besitzer. 1078 Werte legten zu, 2423 gaben nach und 159 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,27 Milliarden Aktien 735 im Plus, 2276 im Minus und 191 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 100-2/32. Sie rentierten mit 2,866 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 21/32 auf 99-11/32 und hatten eine Rendite von 3,033 Prozent.

Worauf Investoren am Donnerstag blicken

Die Anleger an den US-Börsen erwarten für den Donnerstag die Quartalszahlen unter anderem von JC Penny, Madison Square Garden Co, Nordstrom sowie Walmart.

  • rtr
  • dpa
  • dsc
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