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Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Konjunktursorgen und Ausverkauf bei Apple-Aktie ziehen US-Börsen tief ins Minus

Die Aktie des iPhone-Herstellers stürzt ab und zieht viele Werte mit. Für die Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bedeutet das erneut hohe Tagesverluste.
Update: 04.01.2019 - 00:59 Uhr Kommentieren
Apple-Aktie bricht ein – US-Börsen eröffnen im Minus Quelle: Reuters
Händler an der Börse New York

Es herrscht große Nervosität an den Märkten.

(Foto: Reuters)

New YorkGesenkte Umsatzziele des iPhone-Herstellers Apple und beunruhigende Stimmungsdaten aus der US-Industrie haben am Donnerstag die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 2,8 Prozent auf 22.686 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 2,5 Prozent auf 2447 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um drei Prozent auf 6463 Punkte. „Die Rezessionsängste verstärken sich zu Beginn des neuen Jahres“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Onlinebroker CMC Markets.

Der Einkaufsmanager-Index für die US-Industrie fiel im Dezember auf 54,1 Punkte von 59,3 im Vormonat. Derart stark war das Barometer seit Oktober 2008 nicht mehr eingebrochen. Es liegt nun auf dem niedrigsten Niveau seit November 2016.

Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen fiel am Donnerstag erstmals seit 2008 unter den derzeitigen effektiven US-Zinssatz von 2,4 Prozent und ließ damit Zweifel aufkommen, ob die US-Notenbank die Zinsen wie geplant weiter anheben wird.

„Das ist eine große Sache“, sagte Ian Lyngen, Zinsexperte bei BMO Capital Markets. „Der Markt sagt der Fed damit, dass sie irgendwann in den kommenden 24 Monaten nicht nur ihren Zinserhöhungskurs stoppen, sondern sogar aktiv mit Zinssenkungen beginnen muss.“

Die Fed hatte die Zinsen 2018 viermal auf die aktuelle Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent angehoben. Für das laufende Jahr hat sie zwei weitere Erhöhungen angekündigt.

Die US-Einlagensicherung FDIC teilte derweil mit, dass sie sich trotz der jüngsten Verwerfungen an der Wall Street keine Sorgen um die Verfassung der heimischen Banken macht. „Die jüngsten Bewegungen am Markt haben uns keinerlei Grund zur Besorgnis gegeben“, sagte die Chefin der Aufsichtsbehörde, Jelena McWilliams, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Nichts von dem, was im Dezember passiert ist, hat uns beunruhigt.“

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte bereits kurz vor Heiligabend mitgeteilt, die sechs größten US-Banken hätten genug Geld für die Kreditvergabe zur Verfügung. Trotz oder gerade wegen dieser Rückversicherung gaben die Märkte am darauffolgenden Tag nach.

So lief der Handel in Europa und Asien

Die Umsatzwarnung von Apple drückte auch die Stimmung an den Börsen in Europa und Asien. Der Dax schloss mit einem Minus von 1,55 Prozent und 10.459 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,9 Prozent nach unten.

Chinas Bluechip-Index CSI300 und das südkoreanische Börsenbarometer verbuchten leichte Verluste, während der Index der Aktien im asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans mit knapp zwei Prozent einen größeren Abschlag hinnehmen musste.

Die Angst vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft hatte zudem heftige Auswirkungen auf die Wechselkurse. Analysten sprachen von einem Flash-Crash.

Einzelwerte im Überblick

Bei den Einzelwerten zog vor allem die Apple-Aktie die Märkte nach unten. Die Umsatzwarnung des vor wenigen Monaten noch wertvollsten Börsenkonzerns der Welt am Mittwoch schickte das Papier im Donnerstagshandel auf Talfahrt. Die Aktie verlor knapp zehn Prozent. Schwache Umsätze im wichtigen Weihnachtsgeschäft verschreckten weltweit die Anleger des iPhone-Konzerns.

Im Leitindex Dow Jones war die Apple-Aktie mit Abstand größter Tagesverlierer, im Nasdaq wurden die Verluste noch vom Halbleiterhersteller Skyworks übertroffen.

Apple zufolge blieb der Umsatz im abgelaufenen Quartal mehrere Milliarden Dollar unter dem selbst gesteckten Ziel. Grund hierfür sei der enttäuschende iPhone-Absatz in China. Dies passe in das Bild einer Konjunkturabschwächung in der Volksrepublik, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi Trader.

Darunter litten auch die Anteilscheine des Elektronikhändlers Best Buy (minus 2 Prozent), der laut der schweizerischen Bank UBS bis zu 20 Prozent seines Umsatzes mit Apple-Produkten erzielt. Die Papiere des Sensorenherstellers Lumentum, der als Zulieferer von Apple gilt, büßten mehr als acht Prozent ein. Die Aktien des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia gaben um sechs Prozent nach. Investoren trennten sich zudem von Firmen, deren Geschäft stark von Chinas Volkswirtschaft abhängt.

Die Titel des Airbus-Rivalen Boeing und des Baumaschinenherstellers Caterpillar verloren jeweils knapp vier Prozent.

Die Papiere von Celgene schossen dagegen 20,7 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb will die Biotechfirma für 74 Milliarden Dollar übernehmen. Bristol-Titel brachen dagegen um 13,3 Prozent ein.

Ein Quartalsumsatz unter Markterwartungen brockte Delta Air Lines den größten Kurssturz seit dreieinhalb Jahren ein. Die Aktien der US-Fluggesellschaft fielen zeitweise um zehn Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 44,59 Dollar. Bei Börsenschluss notierten sie noch 8,9 Prozent schwächer.

Teva gewannen hingegen vier Prozent, nachdem der israelische Pharmakonzern einen Streit mit dem Biotech-Unternehmen Amgen wegen eines Generikums beigelegt hatte. Teva will das entsprechende Nachahmerprodukt des Amgen-Medikaments Cinacalcet nur noch bis Mitte 2021 verkaufen und beteiligt Amgen an den erzielten Erlösen. Amgen-Titel gaben um 1,5 Prozent nach.

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