Börsenhändler in New York

Die Wall Street atmet am Dienstag erst einmal auf.

(Foto: AP)

Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Stabilisierung der türkischen Lira beruhigt die US-Börsen

Ermutigende Firmenbilanzen und positive Signale aus der Türkei holen die Anleger zurück in den Markt. Gespannt schauen sie weiter auf die Tesla-Aktie.
Update: 15.08.2018 - 00:29 Uhr Kommentieren

Erdo-wer? „Türkische Drohungen lassen die Wall Street kalt“

  • Leichte Entspannung in der Türkei beruhigt die Märkte
  • Teslas Börsen-Exit weiter im Fokus

Abebbende Türkei-Sorgen und ermutigende Firmenbilanzen haben US-Anleger zurück an die Wall Street gelockt. „Die Flut von Geschäftszahlen lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf die entscheidenden Dinge“, sagte Michael Antonelli, Geschäftsführer des Handelsgeschäfts beim Vermögensverwalter Robert W. Baird.

Nach dem Kurssturz der türkischen Währung in den vergangenen Tagen, der die Finanzmärkte weltweit in Unruhe versetzt hatte, legte der Kurs der Lira wieder zu. Davon profitierte insbesondere der Banken-Sektor.

Positiv werteten Börsianer die für Donnerstag geplante Telefonkonferenz des türkischen Finanzministers Berat Albayrak mit rund 1000 Investoren. „Erstmals seit längerem ist wieder verhaltener Optimismus zu spüren“, sagte ein Devisenhändler.

Wasser in den Wein goss dagegen Recep Tayyip Erdogan. Der türkische Präsident rief zu einem Boykott elektronischer US-Produkte wie iPhones auf. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Apple deswegen allzu besorgt ist“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Aber es wirft ein Schlaglicht auf die besorgniserregende Verschlechterung der Beziehungen zwischen Ankara und Washington.“ Apple-Aktien lagen 0,4 Prozent im Plus.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schwankte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 25.339 und einem Tief von 25.201 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 25.299 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,6 Prozent auf 2839 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,7 Prozent und stand zum Schluss bei 7870 Punkten.

So lief es in Europa

Auch in Europa stoppte die Atempause in der türkischen Währungskrise die Talfahrt der Börsen vorerst. Der Dax ging mit einem knappen Plus bei 12.358 Punkten aus dem Handel. Der Eurostoxx beendete den Dienstagshandel nahezu unverändert mit 3.409 Punkten.

Einzelwerte im Fokus

Unter den Einzelwerten im Dow gaben die Aktien von Home Depot trotz überraschend starker Quartalszahlen der Baumarktkette sowie angehobener Jahresziele um 0,5 Prozent nach. Die neue Schätzung des Managements für das Jahresergebnis je Aktie liegt laut Goldman-Sachs-Analyst Matthew Fassler weiterhin unter der Konsenserwartung und auch unter seiner eigenen.

Im Rampenlicht stand auch erneut Tesla. Der Elektroauto-Pionier gründet einen Ausschuss, um einen möglichen Rückzug von der Börse auszuloten. Tesla-Titel schlossen 1,7 Prozent im Minus.

Zu den Gewinnern an der New York Stock Exchange zählten indes Papiere von Rüstungsunternehmen. General Dynamics, Raytheon und Lockheed Martin legten zwischen 0,7 und 1,6 Prozent zu. US-Präsident Donald Trump bewilligte den neuen Verteidigungshaushalt seines Landes im Umfang von 716 Milliarden Dollar (rund 635 Milliarden Euro). Es ist damit eines der höchsten Rüstungsbudgets in der neueren US-Geschichte und soll unter anderem dazu dienen, ältere Panzer, Flugzeuge und Schiffe zu ersetzen.

Nach der Vorstellung der neuesten Chip-Technologie stiegen die Papiere von Nvidia 2,1 Prozent. Die Aktien von Cannabis-Produzenten gingen dagegen auf Talfahrt, nachdem die kanadische Provinz Ontario den Start für den freien Verkauf des Rauschmittels verschoben hatte. Die Titel von Cronos verloren gut drei, die von Tilray mehr als neun Prozent.

Im Blick standen zudem die Anteilsscheine von Cigna und Express Scripts, denn der streitlustige Investor Carl Icahn gab seinen Widerstand gegen die milliardenschwere Übernahme des Gesundheitsdienstleisters Express Scripts durch den US-Krankenversicherer auf. Nun steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktionäre der Transaktion zustimmen. Während Cigna mit einem Aufschlag von rund 2 Prozent aus dem Handel gingen, gewannen Express Scripts 2,4 Prozent.

Diese Aktien fielen im nachbörslichen Handel auf

Die Wertpapiere des Öl- und Gasunternehmens Energen legten im nachbörslichen Handel um mehr als 7 Prozent zu, nachdem Diamondback Energy bekannt gab, die Firma für rund 9,2 Milliarden Dollar einschließlich Schulden beziehungsweise 84,95 Dollar pro Aktie kaufen zu wollen. Das würde einen Aufschlag von 16,1 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag (73,14 Dollar) bedeuten. Der All-Stock-Deal soll zum Ende des vierten Quartals abgeschlossen sein. Diamondback-Aktien gaben 7,3 Prozent nach.

Die Aktien von Teva Pharmaceuticals stiegen im nachbörslichen Handel an – um 1,2 Prozent. Grund war Warren Buffets Unternehmen Berkshire Hathaway, das seine Position um 6,7 Prozent erhöhte. Buffets Konzern erhöhte auch seine Anteile an den Fluggesellschaften Southwest Airlines und Delta Air Lines. Die Wertpapiere der Konzerne stiegen um 1,18 Prozent beziehungsweise 1,86 Prozent an.

Was noch wichtig ist

An der New York Stock Exchange wechselten rund 407 Millionen Aktien den Besitzer. 2444 Werte legten zu, 953 gaben nach und 216 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1872 Titel im Plus, 1130 im Minus und 193 unverändert.

Die nachlassenden Türkei-Sorgen dominierten auch das Geschehen an den US-Kreditmärkten. Dort gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 04/32 auf 99-27/32 nach. Sie rentierten mit 2,8931 Prozent. Die 30-jährigen Bonds büßten 09/32 auf 98-27/32 ein und hatten eine Rendite von 3,0592 Prozent.

Darauf schauen die Anleger am Mittwoch

Die Investoren an den US-Börsen blicken am Mittwoch unter anderem auf die Quartalszahlen von Cisco Systems und Sonos.

  • rtr
  • dpa
  • dsc
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