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Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Trumps Amazon-Kritik drückt Aktie – weitere Tech-Titel tief im Minus

Zumindest die Facebook-Aktie hat am Mittwoch nicht an die Kursrückgänge der Vortage angeknüpft. Für viele Tech-Papiere ging es aber erneut nach unten.
Update: 29.03.2018 - 08:01 Uhr 2 Kommentare

„Sehr starker Abgabedruck bei den großen Hightech-Aktien“

New York Der Ausverkauf bei Technologiewerten vom Vortag hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt – wenn auch nicht derart einheitlich wie in den Tagen zuvor. Der Branchenindex Nasdaq büßte 0,9 Prozent auf 6947 Stellen ein.

Vor allem Amazon stand im Fokus der Anleger. Ein Medienbericht, wonach US-Präsident Donald Trump die Marktmacht von Amazon begrenzen will, brachte den Online-Riesen an der Börse unter Druck. Laut des Nachrichtenportals Axios ist Trump „besessen von Amazon“ und denke laut darüber nach, wie er dem Konzern wettbewerbsrechtlich beikommen könnte.

Die Webseite stützte ihren Bericht auf fünf nicht genannte Quellen, die das Thema aber mit dem Präsidenten diskutiert hätten. Zeitweise sank der Börsenwert des Onlinehändlers um rund 53 Milliarden Dollar. Die Aktie ging mit einem Minus von 4,4 Prozent bei 1431 Dollar aus dem Handel.

Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders sagte, die Trump-Regierung erwäge hinsichtlich Amazon keinen politischen Kurswechsel. Trump hat Amazon in der Vergangenheit aber wiederholt kritisiert und mit einer „Internetsteuer“ gedroht. Ihm missfällt, dass Konzernchef Jeff Bezos privat Besitzer der „Washington Post“ ist. Trump bezichtigt die Zeitung immer wieder, „Fake News“ zu verbreiten, ohne dafür Belege zu haben.

Furcht vor Regulierung

Getrieben werden die Kursverluste der Tech-Aktien seit Bekanntwerden des Facebook-Datenskandals von einer generellen Furcht vor mehr Regulierung sowie einer kritischeren Betrachtung der Wachstumsziele. Seit Bekanntwerden des Skandals ging es für die größten Firmen der Branche an der Börse teilweise heftig bergab. Zahlreiche Aktien gaben um einen zweistelligen Prozentsatz nach.

Beim Elektroauto-Hersteller drückte aber am Mittwoch vor allem ein kritischer Analystenbericht zur Produktionsstrategie sowie die Herabstufung der Kreditwürdigkeit deutlich auf den Kurs. Tesla verlor 7,7 Prozent.

Der Streamingdienst Netflix lag zeitweise über sechs Prozent im Minus und ging bei 285,77 Dollar aus dem Handel (minus fünf Prozent). Die Papiere des Chipherstellers Intel gaben um bis zu vier Prozent nach. Die Google-Mutter Alphabet entzog sich dem Abwärtsstrudel und schloss nahezu unverändert bei 1004 Dollar.

Facebook-Aktien notierten auf dem Vortagesniveau und anschließend in der Gewinnzone. Der Konzern hatte zuvor neue Regeln für die Datenschutzeinstellungen beschlossen. Seit Bekanntwerden des Datenskandals um die britische Beraterfirma Cambridge Analytica hat Facebook dennoch etwa 100 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt.

Chip-Aktien ebenfalls betroffen

Bei europäischen Tech-Werten sah es ähnlich schlecht aus. Infineon lag mit einem Minus von vier Prozent bei Handelsschluss am Dax-Ende. Besonders hart traf es die im TecDax gelisteten Titel des Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor, die wegen Spekulationen über die eigene Chip-Produktion des Großkunden Apple über 13 Prozent nachgaben.

Angesichts dieser Entwicklung steigt die Skepsis spürbar. „Die großen, verbraucherorientierten Tech-Unternehmen haben den Aktienmarkt seit Jahren angeführt, und das könnte nun das Ende dieser Führungsposition sein“, schreibt der Vizepräsident von Guild Investment, Tim Shirata.

Der FANG-Index, der die Aktienkursentwicklung der vier an der Nasdaq gelisteten Branchenriesen Facebook, Apple, Netflix und der Google-Mutter Alphabet abbildet, hat in den vergangenen Tagen über zehn Prozent an Wert verloren. Tech-Aktien, insbesondere die der Big Player, waren in der Vergangenheit exorbitant gestiegen. Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau hatten die Kurse zuletzt ebenfalls gedrückt.

Diese Tech-Aktien schickt Facebook mit dem Datenskandal in den Sinkflug

TESLA INC. REGISTERED SHARES DL-,001

WKN
ISIN
US88160R1014
Börse
L&S

-2,85 -0,95%
+299,30€
Chart von TESLA INC. REGISTERED SHARES DL-,001
Tesla
1 von 17

Nach dem Skandal um die mutmaßlich unlautere Weitergabe von Nutzer-Informationen durch Facebook stehen Tech-Aktien weltweit unter Druck. Beim Elektroauto-Hersteller Tesla kommt noch dem tödlichen Unfall eines Tesla-Fahrers hinzu, außerdem ein kritischer Analystenbericht am Donnerstag. Deshalb verbucht die Aktie eine Horror-Woche. Am Mittwoch gab Tesla an der Wall Street 7,7 Prozent nach und notierte am Donnerstag bei 257,78 Dollar. Allein seit Monatsanfang beträgt das Minus jetzt fast 25 Prozent.

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+2,15 +0,91%
+238,40€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
2 von 17

Fast zwei Wochen sind seit dem Ausbruch des Facebook-Datenskandals vergangen. Seither hat ausnahmslos jedes der fünfzehn nach Marktkapitalisierung größten Tech-Unternehmen an der Börse teils gravierende Einbußen verzeichnen müssen. Apple ist mit einer Bewertung von über 688 Milliarden Euro am 28. März weiter der wertvollste Konzern der Welt, die Aktie kostet aber nur noch 134,98 Euro. Das sind im Vergleich zum Kurs am 16. März – dem Tag des Bekanntwerdens des Datenskandals – 9,88 Euro weniger (oder minus 6,82 Prozent).

AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0231351067
Börse
L&S

-17,80 -1,12%
+1.563,60€
Chart von AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Amazon
3 von 17

An zweiter Position folgt neuerdings Amazon mit einer Marktkapitalisierung von rund 562 Milliarden Euro am 28. März. Eine Aktie kostet nach aktuellem Stand 1160,6 Euro – nur eine andere Aktie unter den hier abgebildeten 15 Tech-Firmen ist teurer. Trotzdem bleibt auch der Online-Versandhändler nicht von dem Abwärtstrend verschont. Der Kurs sank in der vergangenen Woche um 8,71 Prozent.

ALPHABET INC. REG. SHS CAP.STK CL. C DL-,001

WKN
ISIN
US02079K1079
Börse
L&S

-4,20 -0,35%
+1.192,40€
Chart von ALPHABET INC. REG. SHS CAP.STK CL. C DL-,001
Alphabet
4 von 17

Die Google-Mutter Alphabet ist am 28. März 566,94 Milliarden Euro wert, verzeichnet aber mit einem Minus von 12,51 Prozent seit dem 16. März einen gravierenden Verlust. Nicht nur die Unternehmenskurse befinden sich im Sinkflug, auch die Tech-Indizes insgesamt reagieren deutlich. Der größte unter ihnen, der Nasdaq Composite, hat in den vergangenen Tagen über 558 Punkte verloren. Das entspricht einem Minus von über sieben Prozent.

MICROSOFT CORP. REGISTERED SHARES DL-,00000625

WKN
ISIN
US5949181045
Börse
L&S

-0,14 -0,10%
+134,62€
Chart von MICROSOFT CORP. REGISTERED SHARES DL-,00000625
Microsoft
5 von 17

Eine Microsoft-Aktie kostet am 28. März im Vergleich zu vor zwei Wochen nun 9,96 Euro weniger. Was angesichts einer Marktkapitalisierung von 558,06 Milliarden Euro erst einmal verschmerzbar scheint, wird beim Blick auf den Kurs deutlicher. So bedeutet der absolute Rückgang immerhin ein Minus von 3,19 Prozent.

BAIDU INC. R.SHS A(SP.ADRS)1/10/DL-,00005

WKN
ISIN
US0567521085
Börse
L&S

+2,00 +1,93%
+105,00€
Chart von BAIDU INC. R.SHS A(SP.ADRS)1/10/DL-,00005
Baidu
6 von 17

Auch chinesische Tech-Aktien stehen aktuell unter Druck. Der chinesische Suchmaschinen-Konkurrent Baidu konnte sich noch in der vergangenen Woche freuen, als Peking grünes Licht für Tests mit selbstfahrenden Autos des Techkonzerns gab. Doch in den vergangenen beiden Wochen verlor die Aktie 10 Prozent. Zusammengenommen verlor der sogenannte chinesische „BAT-Block“ – also Alibaba, Baidu und Tencent – im Vergleich zu den Spitzen dieses Jahres einen Marktwert von 141 Milliarden Dollar.

TENCENT HOLDINGS LTD. REG. SHARES HD -,00002

WKN
ISIN
KYG875721634
Börse
L&S

+0,14 +0,37%
+37,97€
Chart von TENCENT HOLDINGS LTD. REG. SHARES HD -,00002
Tencent
7 von 17

Auch Tencent hat zum 29. März in den vergangenen beiden Wochen deutliche 13,22 Prozent verloren. Doch aus dem reißenden, scheinbar bodenlosen Strudel kann der chinesische Internetgigant auch etwas Positives ziehen: Mit einer Marktkapitalisierung von 405,72 Milliarden Euro ist Tencent in der Top 10 der wertvollsten Firmen eine Position nach vorne gerückt, denn Facebook hat noch mehr verloren.

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2 Kommentare zu "Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Trumps Amazon-Kritik drückt Aktie – weitere Tech-Titel tief im Minus"

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  • Ihm missfällt, dass Konzernchef Jeff Bezos privat Besitzer der „Washington Post“ ist. Trump bezichtigt die Zeitung immer wieder, „Fake News“ zu verbreiten, ohne dafür Belege zu haben.

  • Hat Trump jetzt den linken Spinner in sich entdeckt? Hätte Bernie Sanders gegen den großen Kapitalismus gestänkert, könnte man es ja noch verstehen. Trump scheint dagegen nationale mit sozialistischen Elementen zu verknüpfen. Ein echter National-Sozialist.