Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Wall Street findet keine Richtung – aber PayPal schon

Unternehmenszahlen geben den US-Börsen zunächst Auftrieb. Doch der Trend hält nicht an. Nur PayPal und P&G gehen durch die Decke.
Update: 19.10.2018 - 23:33 Uhr Kommentieren
Anleger greifen bei US-Werten wieder zu. Quelle: Reuters
Händler an der New Yorker Börse

Anleger greifen bei US-Werten wieder zu.

(Foto: Reuters)

San FranciscoInvestoren in den USA sind verunsichert: Nach einem zunächst freundlichen Auftakt dank starker Firmenergebnis gab die Wall Street einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab. Die Technologiebörse Nasdaq drehte sogar ins Minus. „Wahrscheinlich wollen die Investoren nicht zu optimistisch ins Wochenende gehen“, erklärte ein Börsianer den uneinheitlichen Handelsverlauf.

Handelskrieg mit China fordert seinen Tribut

Vorangegangen war ein unfreundlicher Börsentag in Asien, wo Chinas Aktien weiter unter Druck standen. Der Handelskrieg mit den USA fordert seinen Tribut, das Wirtschaftswachstum in China lag im dritten Quartal nur noch bei 6,5 Prozent und historisch gesehen geht es auch der Wall Street nicht gut, wenn China konjunkturell schwächelt.

Dazu kommt die immer problematischere Situation in Saudi Arabien, die Wall Street taumelt hier zwischen Ethik und Profitgier. Weitre Top-Manager wollen einem Investmentgipfel in Riad fernbleiben und Sanktionen gegen das Königreich könnten die Rohölpreise weiter antreiben. Benzin liegt in den USA ohnehin in der Nähe seines Vierjahreshochs, was Unternehmen und Konsumenten in der Kasse spüren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher bei 25.444 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2767 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich dagegen um 0,5 Prozent auf 7449 Stellen. Im Wochenvergleich legte der Dow 0,4 Prozent zu, der S&P notiert unverändert, während der Nasdaq-Index 0,6 Prozent nachgab.

Zu den Favoriten bei den Einzelwerten gehörte Procter & Gamble. Die Aktien des Anbieters von „Lenor“-Waschmittel und „Pampers“-Windeln legten knapp neun Prozent zu. Das ist der größte Kurssprung seit zehn Jahren. Der Konsumgüterhersteller steigerte den Quartalsumsatz unerwartet und machte mit 3,2 Milliarden Dollar einen überraschend hohen Gewinn.

PayPal begeistert

Die Papiere von PayPal stiegen sogar 9,5 Prozent. Der Online-Bezahldienst überraschte mit seinem Quartalsergebnis ebenfalls positiv. Jetzt wartet die Börse mit Spannung auf die Zahlen des schärfsten Konkurrenten, Square, dessen Aktie seit Jahresbeginn um fast 200 Prozent gestiegen ist.

Die Dividendenpapiere von Ebay fielen dagegen nach einem negativen Analystenkommentar um fast neun Prozent. Die Experten des Analysehauses Stifel stuften die Titel auf „Hold“ von „Buy“ herunter. Als Grund nannte Stifel einen schwächeren Trend bei den Erlösen.

American-Express legte 3,8 Prozent zu. Der US-Kreditkartenanbieter profitiert vom Aufschwung in den USA und den ausgabenfreudigen Verbrauchern. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um 21 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar.

Kein Halten bei IBM

Kein Halten gab es dagegen bei IBM, die weiter um 1,11 Prozent nachgaben und im Verlauf auf ein neues auf ein 52-Wochentief von 127,96 Dollar durchgesackt waren. Die unerfreulichen Quartalszahlen hallen noch nach. Netflix und Nvidia verloren jeweils über vier Prozent. Der einstige Highflyer Box gab sogar um weitere 5,11 Prozent nach und liegt nahe dem 52-Wochentief.

Am deutschen Aktienmarkt verschreckte Daimler die Anleger mit einer erneuten Gewinnwarnung. In den USA konnte sich Ford behaupten, musste am Vortag aber bereits massive Verluste hinnehmen, und die Aktie notiert fast auf Neunjahrestief. Grund ist die Angst der Aktionäre, die Dividende könnte in Gefahr sein. Am 24. Oktober werden Quartalszahlen vorgelegt. GM startete schwach, konnte sich aber dann noch knapp in die Gewinnzone retten.

Keine Liebe für Tesla

Keine Liebe auch für Tesla: Zwar hatte Elon Musk am Donnerstag eine neue „preiswertere Version“ des Model 3 angekündigt. Diese allerdings kostet immer noch 45.000 Dollar – und kommt mit einem schwächeren Akku, nur noch einem statt zwei Motoren und einer obligatorischen „Auslieferungsgebühr“ von 1200 Dollar. Die einst versprochene Einstiegsversion für 35.000 Dollar ist immer noch in weiter Ferne.

Stirnrunzeln löste auch die Streichung der Option „Full Self Driving“ im üppigen Aufpreismenü aus. Das könnte bedeuten, dass nicht mehr die teure Nvidia-Hardware verbaut wird. Das könnte zum Schwächeanfall bei der Chipaktie beigetragen haben und setzt ein Fragezeichen hinter die bereits ausgelieferten Modelle S, X und 3 mit der Selbstfahrer-Option.

Die Furcht vor ausufernden Schuldenproblemen Italiens und ein holpriger Start in die Bilanzsaison lastetet zum Wochenschluss auf den europäischen Börsen. Der Dax ging 0,3 Prozent schwächer bei 11.553 Punkten aus dem Handel, der EuroStoxx lag 0,1 Prozent höher.

Mit Material von Reuters

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