Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Wall Street kommt zum Wochenstart kaum vom Fleck

Wie in Europa haben es auch die Anleger an der Wall Street zu Wochenbeginn langsam angehen lassen. Vor allem der starke Rückgang der Ölpreise verdarb einigen Anlegern die Laune.
Update: 16.07.2018 - 22:42 Uhr Kommentieren
Der Handelskonflikt ist nach wie vor großes Thema an den Börsen. Quelle: AP
Wall Street

Der Handelskonflikt ist nach wie vor großes Thema an den Börsen.

(Foto: AP)

New YorkDie New Yorker Börsen haben sich am Montag kaum bewegt. Unterstützung erhielt die Wall Street von Kursaufschlägen bei Finanzwerten nach der Vorlage der Quartalszahlen der Bank of America. Energiewerte verbuchten dagegen Verluste im Zuge des Ölpreisrückgangs.

Zudem hielten sich die Anleger mit Blick auf das russisch-amerikanische Gipfeltreffen bedeckt. „Niemand weiß, wohin Donald Trump bei seinen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Russland will“, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners.

US-Präsident Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zogen eine positive Bilanz ihres Treffens in Helsinki. Es seien nicht alle Probleme gelöst worden, aber ein Anfang sei gemacht, sagte Putin. Trump sprach von einem sehr produktiven Dialog, der neue Wege zum Frieden eröffnet. Putin erklärte, er habe konkrete Vorschläge zur Abrüstung unterbreitet, insbesondere zur Ausweitung des Vertrages zur Reduzierung der strategischen Atomwaffen (Start).

Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent höher auf 25.064 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab dagegen 0,1 Prozent auf 2798 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,3 Prozent auf 7805 Punkte.

In Frankfurt ging der Dax bei 12.561 Punkten knapp 0,2 Prozent höher aus dem Handel. Die Ölpreise beschleunigten dagegen ihre Talfahrt. Anleger setzten darauf, dass den beiden Staatschefs an niedrigen Ölpreisen gelegen sei. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um über vier Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 72,03 Dollar je Barrel (159 Liter).

Neben dem Treffen von Trump und Putin in Helsinki stand die laufende Berichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks im Fokus. Die Erwartungen der Märkte an die Gewinnentwicklung der Unternehmen sowohl in den USA als auch Europa würden voraussichtlich übertroffen, prognostizierte Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan.

Die Bank of America profitierte wie ihre heimischen Konkurrenten von der US-Steuerreform und den höheren Zinsen. Ihr Gewinn sprang auch dank Einsparungen im zweiten Quartal um ein Drittel auf 6,8 Milliarden Dollar. Die Aktien legten über vier Prozent zu. Die Anteilsscheine der Rivalen JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo waren ebenfalls gefragt und zogen zwischen 2,9 und 3,9 Prozent an.

Auch der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock verdiente im zweiten Quartal mehr, konnte damit die Anleger aber nicht locken. Die Aktien gaben 0,6 Prozent nach.

Die Kurse der Ölkonzerne Chevron und Exxon fielen je fast ein Prozent. Die niedrigen Ölpreise könnten den Konzernen die Geschäfte vermiesen, spekulierten Anleger.

Nach Handelsschluss gab Netflix seine Quartalszahlen bekannt. Die Aktien legten 1,2 Prozent zu, nachdem sie am Freitag um über vier Prozent gefallen waren.

Arconic-Scheine sprangen gut zehn Prozent in die Höhe. Laut einem Medienbericht haben Finanzinvestoren Interesse an einer Übernahme des Metallkonzerns angemeldet.

  • rtr
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