Passanten vor der Börse New York

Erleichterung über eine Entspannung bei den Handelsstreitigkeiten.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Dow Jones, S&P 500 Trumps Zolldrohung gen China schickt Dow auf Talfahrt

Die Wall Street kann zu Handelsbeginn ihren Lauf vom Vortag nicht fortsetzen. Der Handelsstreit zwischen China und den USA belastet weiter die Märkte.
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US-Anleger im Wechselbad der Gefühle

Frankfurt, New YorkDie Aussicht auf eine Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat US-Anlegern am Donnerstag die Laune verdorben. US-Präsident Donald Trump zeigt sich einem Medienbericht zufolge entschlossen zur Umsetzung seiner Pläne, in Kürze Zölle auf chinesische Güter im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft zu setzen. Die rund eine Stunde vor Handelsschluss verbreitete Meldung sorgte unmittelbar für Verluste an der Wall Street.

Trump habe Beratern gesagt, er werde die angekündigten Abgaben auf weitere chinesische Importe nächste Woche in Kraft setzen lassen, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Vorgesehen sei der Schritt, wenn eine Frist zur öffentlichen Stellungnahme zu den Plänen am 6. September auslaufe. Als Termin für die neuen Abgaben war zuvor der 5. September gehandelt worden. Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften birgt Ökonomen zufolge Risiken für die globale Konjunktur.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 25.986 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent auf 2901 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,3 Prozent auf 8088 Stellen ein.

So lief es in Europa

Die Furcht vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China hat am Donnerstag auch die Aktienmärkte in Europa belastet. Auch die Krise in einigen Schwellenländern wie der Türkei und Argentinien drückte bei den Anlegern auf die Stimmung. Lichtblick war die Hoffnung auf eine baldige Einigung im Handelsstreit der USA mit Kanada. Größere Kursverluste wurden so verhindert.

Dax und EuroStoxx50 verloren am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent auf 12.494 beziehungsweise 3431 Punkte. Der Euro verbilligte sich auf 1,1645 Dollar. Der MDax gab zu Handelsschluss um 0,37 Prozent auf 27.185 Punkte nach. Der TecDax verlor 0,63 Prozent auf 3020 Zähler.

Einzelwerte im Überblick

Spitzenwert im Dow waren am Donnerstag die Aktien von Apple. Die Papiere legten fast ein Prozent auf mehr als 225 Dollar zu, weil der Konzern Erwartungen einer baldigen Präsentation seiner neuen iPhones mit einer Einladung für den 12. September schürte.

Börsen-Guru Warren Buffett teilte zudem dem Sender CNBC in einem Interview zu seinem 88. Geburtstag mit, er habe gerade „ein wenig“ Apple-Aktien hinzugekauft. Im zweiten Quartal hatte Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway den Anteil an dem kalifornischen Technologie-Konzern bereits um rund fünf Prozent aufgestockt. Mit zuletzt etwa 56 Milliarden Dollar (aktuell rund 48 Milliarden Euro) gehört Berkshire zu den größten Aktionären des iPhone-Herstellers.

Im Fokus standen zudem immer noch einige Nachzügler aus der Berichtssaison: Der Softwarehersteller und SAP-Rivale Salesforce lieferte zwar einen überzeugenden Umsatzausblick, war bei den Gewinnprognosen für das laufende Quartal aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Als Gründe wurden hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und den Vertrieb genannt. Die Papiere büßten 1,7 Prozent ein.

Die Papiere von Electronic Arts sackten um fast zehn Prozent ab. Der Videospiel-Anbieter hat seine Prognose gekappt und die Veröffentlichung eines neuen Spiels verschoben.

Die Papiere von Dollar Tree gaben mehr als 15 Prozent nach. Der Umsatz des Discounters war im abgelaufenen Quartal nicht so stark gestiegen wie von Experten erwartet.

Noch deutlicher bergab ging es für die Textilhandelskette Abercrombie & Fitch: Aufgrund enttäuschender Umsatzzahlen verlor die Aktie 17,2 Prozent.

Die Aktien von Campbell Soup gaben 2,1 Prozent nach. Der Dosensuppen-Anbieter blieb mit seiner Prognose für den Jahresgewinn hinter den Erwartungen von Analysten. Campbell will sich zudem von Geschäftsteilen trennen und hält sich die Option für den von Aktionären geforderten Komplettverkauf des fast 150 Jahre alten Konzerns offen.

Gute Nachrichten kamen indes von Ciena und Signet Jewelers: Der Telekomausrüster Ciena hatte im dritten Geschäftsquartal beim bereinigten Gewinn je Aktie selbst die kühnsten Analystenerwartungen übertroffen, woraufhin die Papiere um 12,5 Prozent hochschnellten. Die weltgrößte Juwelierkette Signet hatte ebenfalls mit ihren Quartalszahlen überzeugt, was den Aktien zu einem Kurssprung von knapp 24 Prozent verhalf.

Diese Werte fielen nachbörslich besonders auf

Gute Quartalsergebnisse sorgten am Donnerstag für einen 20-prozentigen Kursprung bei der Aktie von American Outdoor Brands. Der Mutterkonzern des Waffenherstellers Smith & Wesson übertraf die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.

Ebenfalls gute Zahlen im abgelaufenen Vierteljahr schoben die Papiere des Sportbekleidungsherstellers Lululemon um sieben Prozent an. Auch hier wurden die Erwartungen der Analysten geschlagen.

Was sonst noch wichtig war

Der Bericht über Trumps Entschlossenheit bei seinen Zollplänen dominierte auch die US-Kreditmärkte. Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um 5/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 2,8622 Prozent. Die 30-jährigen Bonds büßten 7/32 auf 99-26/32 ein und hatten eine Rendite von 3,0095 Prozent.

  • rtr
  • dpa
  • mst
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