Dow Jones, S&P, Nasdaq Ankündigung Trumps zum Handelsstreit setzt Wall Street unter Druck

Eigentlich sah es so aus, als könnten sich China und die USA im Handelsstreit einigen. Doch dann kündigt Trump ein Statement an - und die Kurse sacken ab.
Update: 17.09.2018 - 22:47 Uhr Kommentieren
Das weitere Vorgehen des US-Präsidenten beobachtet die Wall Street mit Sorge. Quelle: AFP
Besorgte Märkte

Das weitere Vorgehen des US-Präsidenten beobachtet die Wall Street mit Sorge.

(Foto: AFP)

FrankfurtDer US-chinesische Zollstreit hat zum Beginn der neuen Woche die Anleger in New York in Schach gehalten. Die US-Börsen haben am Montag als Reaktion darauf prompt im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,4 Prozent auf 26.062 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,6 Prozent auf 2888 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,4 Prozent auf 7895 Punkte.

Nachdem der US-Präsident Donald Trump am Nachmittag (Ortszeit) angekündigt hat, seine Pläne zu den Strafzöllen auf chinesische Importzölle nach Börsenschluss in New York bekanntzugeben, sackten die Kurse ab.

Er habe enormen Respekt vor dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, aber das US-Handelsdefizit sei zu groß, sagte der Republikaner. Der Wirtschaftsberater Trumps, Larry Kudlow, hatte zuvor gesagt, er rechne damit, dass Trump in Kürze neue Abgaben auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar verkünden werde. Für diesen Fall drohte China mit einer Eskalation des Streits.

Bei den Einzelwerten stiegen Teva-Aktien gegen die allgemeine Markttendenz um 2,5 Prozent. Die Ratiopharm-Mutter hat in den USA grünes Licht von der Arzneimittelaufsicht FDA für ein neues Migräne-Mittel bekommen.

Twitter-Scheine notierten dagegen 4,2 Prozent schwächer, nachdem sich das Brokerhaus MoffettNathanson über die steigenden Betriebsausgaben bei dem Kurznachrichtendienst besorgt gezeigt hatte.

Auf den Verkaufslisten standen auch die Dividendenpapiere von Apple, die 2,7 Prozent nachgaben. Trump hatte dem iPhone-Hersteller vor kurzem via Twitter geraten, wegen möglicher chinesischer Zölle vermehrt in den USA zu produzieren. Der Konzern hatte gewarnt, weitere Zölle auf chinesische Importprodukte hätten Preissteigerungen für Apple-Produkte in den USA zur Folge.

Einem Medienbericht zufolge spart aber die nächste Runde von US-Zöllen auf China-Importe einige Technologieprodukte wie Apple-Uhren aus. Auch ähnliche Geräte und Fitnessarmbänder wie von Fitbit seien ausgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Seit Anfang Juli haben sich die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt bereits gegenseitig mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar überzogen. Trump droht den Chinesen darüber hinaus seit einiger Zeit mit zusätzlichen Importzöllen. Zugleich haben die USA China aber zu neuen Gesprächen eingeladen, die um den 20. September herum beginnen sollen.

Peking gibt sich dazu aber resolut. „China wird nicht verhandeln, wenn uns eine Waffe an den Kopf gesetzt wird“, sagte ein hoher Beamter, der die chinesische Führung in außenpolitischen Fragen berät.

Berater der chinesischen Regierung sollen laut „WSJ“ vorgeschlagen haben, Chinas Export von Materialien, Bauteilen und anderen Gütern an US-Hersteller einzuschränken. Damit sollen die Lieferketten der amerikanischen Unternehmen beeinträchtigt werden.

Die zweigleisige China-Strategie der Trump-Regierung – neue Strafzölle auf der einen Seite, die Bereitschaft, eine Lösung in Handelsgesprächen zu suchen, auf der anderen Seite – deutet an, dass das Weiße Haus in zwei Lager geteilt ist. Trump will Peking auf der einen Seite zeigen, dass er bereit ist, den Druck zu erhöhen, um die Oberhand in dem Handelsstreit zu behalten.

Unterdessen sollen Regierungsmitarbeiter jedoch versuchen, die negativen Auswirkungen des Handelskonflikts auf amerikanische Verbraucher, die auf preiswerte chinesische Importe angewiesen sind, zu vermindern - solche Maßnahmen könnten sich dann auch auf die Börsenkurse auswirken.

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