Dow Jones, S&P, Nasdaq Wall Street lässt sich vom Handelsstreit mit China nicht beindrucken

Die Anleger lassen sich durch den weiter schwelenden US-chinesischen Handelsstreit vorerst nicht beunruhigen. Es herrscht Erleichterung, dass Trump die Strafzölle nur um zehn Prozent angehoben hat.
Update: 20.09.2018 - 00:27 Uhr Kommentieren

„Der Kursanstieg ist angesichts der bedrohlichen Konflikte nicht einfach nachzuvollziehen“

New YorkDie Anleger an den US-Börsen haben die Handelssorgen zur Wochenmitte beiseitegeschoben. Den schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China haben Investoren weiter im Blick. Es herrscht Erleichterung, dass US-Präsident Donald Trump chinesische Importe nicht wie erwartet mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent belegte, sondern zunächst nur mit einer zehnprozentigen Abgabe. Dennoch rechnen Analysten damit, dass die USA auf die von Peking angekündigten Gegenzölle auf US-Importe wohl mit zusätzlichen Strafabgaben reagieren werden.

Auf die Verhängung der Strafzölle durch Donald Trump hatte die Regierung in Peking am Dienstag neue Abgaben in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Warenimporte im Wert von 60 Milliarden Dollar angekündigt, die ab kommendem Montag gelten sollen. Trump hat für diesen Fall bereits eine weitere Zoll-Runde – eine „Phase drei“ – auf chinesische Waren im Wert von fast 300 Milliarden Dollar angedroht.

Das sagen Experten

„Die Verhängung einer zehnprozentigen Abgabe schürt Hoffnungen, dass sich der Handelskonflikt abschwächt und die anstehenden Verhandlungen Früchte tragen“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. Ausgestanden sei die Sache aber noch lange nicht. Sollten die beiden Seiten sich nicht einsichtig zeigen und sich gegenseitig mit Vergeltungszöllen überziehen, könne sich der Konflikt bis 2019 ziehen, sagte Yoshimasa Maruyama, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters SMBC Nikko Securities.

Indizes im Überblick

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 26.405 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,1 Prozent auf 2907 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich dagegen um 0,1 Prozent auf 7950 Punkte.

So lief der Handel in Europa und Asien

Der deutsche Leitindex Dax stieg im Verlauf des Mittwochs wieder deutlich über die 12.000er-Marke und lag zuletzt 0,59 Prozent im Plus bei 12.229 Punkten. Der EuroStoxx 50 legte 0,3 Prozent zu.

Börsianer in Asien ließen sich von der jüngsten Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA nicht die Kauflaune verderben. Die Börsen in Japan, China und Südkorea legten am Dienstag deutlich zu.

Einzelwerte im Überblick

Bei den US-Einzelwerten war unter anderem der Baumaschinen-Hersteller Caterpillar mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent gefragt. Auch die Titel von Praxair konnten knapp vier Prozent zulegen. Der Münchner Industriegaskonzern Linde und die amerikanische Praxair kommen ihrer Fusion offenbar einen Schritt näher.

Das Bündnis aus dem Linde-Konkurrenten Messer und dem Finanzinvestor sei bereit, weitere Teile von Linde in den USA im Wert von rund 200 Millionen Dollar zu übernehmen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Diese sind Teil der Zugeständnisse, die Linde der US-Wettbewerbsbehörde FTC machen will, um deren zusätzlichen Forderungen nachzukommen.

Die Aktien von Amazon reduzierten im späten Handel etwas ihre Verluste und gaben nur noch um 0,75 Prozent nach. Der Online-Händler will laut einem Medienbericht Supermarktketten in den kommenden Jahren spürbare Konkurrenz vor Ort machen. Bis zum Jahr 2021 werde die Schaffung von 3000 Amazon-Läden ohne Kassierer erwogen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen.

Eine Amazon-Sprecherin wollte den Bericht demnach nicht kommentieren. Die Anteilsscheine der Einzelhändler Walmart und Target reagierten negativ auf die Meldung und schlossen leicht im Minus.

Eine Kooperation in der Krebsmittel-Entwicklung verhalf den Aktien von Molecular Templates zu einem Kurssprung von 52 Prozent. MTEM will mit dem japanischen Pharmariesen Takeda bei der Erforschung einer Therapie gegen Blutkrebs zusammenarbeiten.

Microsoft-Scheine ließen dagegen 1,3 Prozent Federn. Der Softwarekonzern hatte zuvor mitgeteilt, seine Quartalsdividende um rund zehn Prozent zu erhöhen. Die Großbank Morgan Stanley monierte jedoch, dass die Anhebung mit Blick auf das Gewinnwachstum des Unternehmens zu niedrig sei.

Die Papiere von Alibaba gewannen knapp vier Prozent. Der an der Wall Street notierte chinesische Online-Händler und der deutsche Konzern SAP wollen ihre Partnerschaft auf dem Gebiet der Mietsoftware über das Internet (Cloud) vertiefen.

  • rtr
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