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Edelmetall vor Comeback? Zwei Argumente, die Gold-Anlegern Hoffnung machen

Die Nachfrage nach Gold sinkt. Doch es gibt Hoffnung für Anleger: Experten erwarten einen schwächeren Dollar und höhere Inflationszahlen.
3 Kommentare

Edelmetalle als „sicherer Hafen“? So klappt's mit der Goldanlage

FrankfurtAuf den ersten Blick sind es schlechte Nachrichten für Goldbesitzer: Im ersten Quartal 2018 ist die weltweite Nachfrage nach dem Edelmetall im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund sieben Prozent auf knapp 974 Tonnen gesunken. Das teilte die Minenlobby World Gold Council am Donnerstag in ihrem jüngsten Quartalsreport über den Markt mit.

Der Nachfragerückgang ist vor allem den Anlegern selbst zuzuschreiben. „Die verhalten sich nach dem Prinzip: Erst einmal abwarten“, glaubt John Mulligan vom World Gold Council. Er schreibt diese Zurückhaltung den wachsenden Kursausschlägen an den Aktienmärkten zu.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen fiel gerade in der westlichen Welt markant. Auffällig ist auch das gesunkene Interesse an Goldfonds, die wie Wertpapiere leicht gehandelt werden können. Hier sank die Nachfrage um fast zwei Drittel. Aus deutscher Sicht bestätigt die Zahlen Robert Hartmann, Chef des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum. „Das Geschäft mit privaten Kunden läuft bei uns in diesem Jahr eher schwach“, sagt er.

Das Abwarten hat laut Mulligan neben den stärker schwankenden Kursen an den Finanzmärkten einen weiteren Grund. Es fehlten die auffälligen Bewegungen. In diesem Jahr sei der Preis in der engen Spanne zwischen 1.300 und 1.360 Dollar je Feinunze gefangen. Das ist „einfach farblos, das regt keinen Investoren an“, meint Mulligan.

Derzeit rangiert der Preis am unteren Ende dieser Spanne. In den vergangenen Wochen drückten ihn steigende US-Zinsen zusätzlich. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen erreichten die Drei-Prozent-Renditemarke. Höhere Zinsen machen Anleihen als Anlageklasse grundsätzlich wieder attraktiver.

Die attraktiveren Anleiherenditen in den USA gaben auch dem lange schwächelnden Dollar Auftrieb. Das ist ein zusätzliches Argument gegen Gold: Das Metall gilt auch als Alternativwährung. Wird nun die Welt-Leitwährung wieder stärker, verliert Gold spiegelbildlich an Attraktivität.

Steigt die Inflation?

Mulligan macht allerdings Hoffnung auf steigende Goldpreise im Jahresverlauf. Ein Grund: Er sieht den US-Dollar 2018 erneut auf abschüssiger Tendenz. Ganz ähnlich denkt Ronald-Peter Stöferle, Partner bei Anlagefirma Incrementum. Stöferle rechnet zudem auch mit steigender Inflation.

Die starken Preissteigerungen beim Öl geben seiner Meinung nach die Richtung vor. „Und dann zeichnet sich ein Handelskrieg ab, der ebenfalls die Inflation anspringen lassen würde“, sagt er. Krisen wie diese würden Gold als Instrument zur realen Werterhaltung revitalisieren.

Manche Experten betten ihren Ausblick eher in die Gesamtentwicklung der Finanzmärkte ein. „Wir brauchen einen echten Abschwung bei Aktien und Anleihen, bevor der Goldpreis anspringt“, sagt etwa John Hathaway, Goldexperte bei der US-Anlagefirma Tocqueville Asset Management. Gold müsse vor einem neuen Preisauftrieb erst einmal die Hürde von 1.370 Dollar überwinden.

Großen Optimismus will derzeit kaum ein Beobachter verbreiten, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Der US-Anleiheguru Jeffrey Gundlach gehört zu den wenigen hoffnungsfrohen Experten. Er erwartet die nächste große Kursbewegung an den Finanzmärkten ausgerechnet beim Gold. Einen Preissprung von 1.000 Dollar hält er für möglich – auch wenn solch eine Rally aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich erscheint.

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3 Kommentare zu "Edelmetall vor Comeback?: Zwei Argumente, die Gold-Anlegern Hoffnung machen"

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  • @Gerald Gantz
    03.05.2018, 18:47 Uhr


    "Das Handelsblatt betrachtet sich als Wirtschaftsblatt und als nicht zuständig für Inneres und aus der Migration entstandene Problematiken."

    Das Migrationsproblem (ich schreibe mittlerweie absichtlich "Migrations" statt "Flüchtlings") wird spätestens dann zum Wirtschaftsthema, wenn der Anteil der arbeitetenden und damit steuerzahlenden Bevölkerung kleiner ist als der Anteil der hochwertvollen Neubürger.

  • Das Handelsblatt betrachtet sich als Wirtschaftsblatt und als nicht zuständig für Inneres und aus der Migration entstandene Problematiken. Wegsehen und sich um wichtige Themen kümmern ist unproblematischer und bequemer. Aber, wer will schon Dinge anpacken, die nicht veränderbar sind. Das könnte schon Probleme für einen selbst hervorrufen. Wer will das schon? Selbst das HB nicht.

  • Das größte innenpolitische Thema findet beim HB nicht statt, interessant!

    Grüße aus Ellwangen

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