Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fed-Zinssitzung US-Notenbank warnt vor schweren Folgen der Coronakrise

Die Federal Reserve bekräftigt ihren Kurs gegen die virusbedingte Rezession. Der Leitzins bleibt nahe null und Not-Kredite könnten ausgeweitet werden.
29.07.2020 Update: 30.07.2020 - 00:45 Uhr Kommentieren
Der oberste US-Notenbanker will weiterhin die gesamte Bandbreite der Fed-Instrumente nutzen, um die Wirtschaft in der Krise zu unterstützen. Quelle: AP
Jerome Powell

Der oberste US-Notenbanker will weiterhin die gesamte Bandbreite der Fed-Instrumente nutzen, um die Wirtschaft in der Krise zu unterstützen.

(Foto: AP)

Washington, Denver In der von der Corona-Pandemie ausgelösten tiefen Rezession in den USA hält die Notenbank Fed den Zins nahe null und die Tür für neue Krisenhilfen weiter offen. Die Coronakrise „wird die wirtschaftliche Aktivität schwer belasten, und sich ebenfalls negativ auf das das Beschäftigungsniveau und die Inflation auswirken“, warnte die Fed am Mittwoch. Die Notenbanker gehen davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch rund fünf Jahre lang zu spüren sein werden.

Die Währungshüter sehen zudem erste Anzeichen, dass die wirtschaftliche Aktivität nach einer kurzen Phase der Erholung wieder nachlässt. Das habe mit der rapide gestiegenen Zahl der Infektionen in den USA zu tun. Virologen zufolge haben viele Bundesstaaten die Restriktionen zu früh wieder gelockert und Abstandsregeln nicht eingehalten.

In einer ganzen Reihe von Bundesstaaten ist das Virus daher außer Kontrolle. In Kalifornien, Colorado und in anderen Staaten wurden Bars und Fitness-Studios daher wieder geschlossen. Es sei noch zu früh um einzuschätzen, wie schwer diese neue Schwächephase sei und wie lange sie anhalte, betonte Fed-Chef Jerome Powell auf einer Pressekonferenz.

Powell betonte jedoch, dass die US-Wirtschaft dringend weitere Hilfen brauche. „Sowohl von uns als auch von der Fiskalpolitik werden weitere Stützen nötig sein“, stellte Powell klar und sendete damit ein deutliches Signal an Republikaner und Demokraten im Kongress, die gerade um ein weiteres Hilfspaket ringen. Die Fed sei bereit, alle ihre Instrumente zu nutzen, um den Schaden für die Wirtschaft möglichst gering zu halten. Die Fed habe seit März bereits in beispiellosem Umfang eingegriffen, um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stützen. Welche zusätzlichen Maßnahmen die Fed noch auf den Weg bringen könnte, ließ Powell jedoch offen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Angesichts der Zunahme von Corona-Neuinfektionen in den USA hatte die Fed erst am Dienstag eine Reihe ihrer Kreditprogramme erweitert und bis zum Jahresende verlängert.

    „Die Fed fährt weiter auf Sicht. Die Erwartung auf eine rasche durchgreifende Erholung der US-Ökonomie hat sich mit den sehr hohen Covid-19-Infektionszahlen zerschlagen“, sagte Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW.

    Nie dagewesener Konjunktur-Einbruch

    Mit Recht mache sich die US-Notenbank keine Hoffnung, dass der schwache Dollar dem Land in dieser Phase nennenswert helfen könne. Der Euro zog nach der Zins-Entscheidung an und notierte mit 1,1797 Dollar so hoch wie seit September 2018 nicht mehr.

    Die USA dürften im Frühjahr einem nie dagewesenen Konjunktur-Einbruch erlitten haben. Experten erwarten für die am Donnerstag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Minus von 34,1 Prozent.

    Beobachter gehen davon aus, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung im September neue Hilfsmaßnahmen verkünden könnte, genauso wie Details über die groß angelegte Strategiedebatte, die die Fed bereits seit langem führt. Michael Feroli, Chefökonom von Amerikas größter Bank, JP Morgan Chase, erwartet, dass die Fed nach einer längeren Phase von niedriger Inflation ein Überschreiten des Ziels von zwei Prozent für eine ausgedehnte Periode tolerieren könnte.

    „Die heutige Sitzung stützt unsere Erwartung, dass die Fed wichtige Stellschrauben in den kommenden Monaten nachziehen wird, um die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen“, meint Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

    Die Nothilfe-Kreditprogramme dürften wohl auch auf das Jahr 2021 und einen größeren Teilnehmerkreis ausgeweitet werden: „Das Tempo der Anleihekäufe kann zudem noch gesteigert und stärker auf lange Laufzeiten ausgerichtet werden.“ Am Mittwoch beließ die Fed es bei dem bisherigen monatlichen Ankaufvolumen von Staatsanleihen in Höhe von 80 Milliarden Dollar sowie von Hypothekenpapieren im Umfang von 40 Milliarden Dollar.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Fed-Chef Jerome Powell verlängert Kreditprogramme

    Startseite
    Mehr zu: Fed-Zinssitzung - US-Notenbank warnt vor schweren Folgen der Coronakrise
    0 Kommentare zu "Fed-Zinssitzung: US-Notenbank warnt vor schweren Folgen der Coronakrise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%