Finanzmärkte in Aufruhr Trichet lässt Euro abrutschen

An den Finanzmärkten herrscht Aufregung. Innerhalb kurzer Zeit gibt der Euro nach, die Preise für Öl, Gold und Silber fallen. Dagegen legt der Dollar überraschend zu. Alles begann mit einer Rede des EZB-Präsidenten.
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EZB-Präsident Trichet: Seine Aussagen lassen Euro und Rohstoffpreise abstürzen. Quelle: dapd

EZB-Präsident Trichet: Seine Aussagen lassen Euro und Rohstoffpreise abstürzen.

(Foto: dapd)

FrankfurtDie Investoren haben ein feines Gespür: Als EZB-Präsident Jean-Claude Trichet um 14.30 Uhr in Frankfurt vor die Presse trat, ließ eine Reaktion der Märkte nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Minuten rutschte der Euro ab. Am Nachmittag fiel der Kurs sogar unter 1,46 Dollar – der Euro kostete damit zwei US-Cent weniger als am Vortag.

Der plötzliche Anstieg des Dollar sorgte für weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten. Die Preise für Rohstoffe sackten ab. Sie werden in der Regel in Dollar abgerechnet. Als Faustregel gilt deshalb: Wenn der Dollar steigt, fallen die Rohstoffpreise.

Der Preis für Öl der Sorte Brent fiel um sieben Prozent auf 112 Dollar je Barrel. Der Goldpreis gab 30 Dollar auf 1487 Dollar ab. Der Silberpreis rutschte den fünften Tag in Folge ab. Die Unze kostete 35,79 Dollar, neun Prozent weniger als am Vortag. Damit hat das Edelmetall binnen Wochenfrist mehr als ein Viertel seines Wertes eingebüßt; auch weil die weltgrößte Terminbörse Comex mehr Sicherheitsleistungen für Geschäfte mit Silber verlangt und die Spekulation weniger attraktiv macht.

Was war passiert? Trichet hatte auf der Pressekonferenz angedeutet, dass eine weitere Zinserhöhung noch auf sich warten lassen wird. Zumindest ließ sich das schließen aus seiner Äußerung, man werde „weiterhin alle Entwicklungen genau beobachten“, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Eine Zinserhöhung hätte er mit den Worten „starke Wachsamkeit“ statt „genau beobachten“ angekündigt. Anders ausgedrückt: Auch bei der nächsten Zinsentscheidung dürften die Zinsen im Euroraum bei 1,25 Prozent bleiben.

Auf dem falschen Fuß erwischt
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4 Kommentare zu "Finanzmärkte in Aufruhr: Trichet lässt Euro abrutschen"

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  • oder ist das zu direkt??

  • Schickt die verdammten Navy Seals ´rein und macht klar Schiff mit dem.

  • Alles Betrug
    die Preise haben sich verdoppelt innerhalb von 10 Jahren
    sieh :Schornsteinfegergebühr ,Benzin ,Heizkosten ,Grundstückpreise und jetzt fangen die Lebensmittelpreise an

  • Trichet verbrennt doppelt unser Geld in Deutschland.

    1. Steuergelder durch den Rettungsschirm weg (trotz No-Bailout)
    2. Sparvermögen durch zu niedrige Ertrags-Zinsen (Tagesgeld-Zinsen usw.), die von der Inflation gefressen werden.

    Sauerei ! Schämen Sie sich Herr Trichet.

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