Finanzmärkte Rettungsschirm für Spanien beflügelt Börsen

Die Finanzhilfen für die spanischen Banken sind größer als erwartet ausgefallen. Das stärkt die Aktienmärkte in Amerika und Fernost. Auch der Euro und der Ölpreis legen zu. Der Dax klettert zum Auftakt kräftig.
Update: 11.06.2012 - 08:31 Uhr 32 Kommentare

"Spanischer Banken-Crash erstmal abgewendet"

TokioAn den Finanzmärkten herrscht deutliche Erleichterung über die vereinbarten europäischen Finanzhilfen für die spanischen Banken. In Asien legten am Montag die Aktienmärkte und der Euro kräftig zu. Der Deutsche Aktienindex Dax verbucht starke Gewinne. Er liegt nur noch knapp unter 6.300 Punkten. Am Freitag hatte er bei 6.130 Zählern geschlossen.

"Vergangene Woche wartete jeder darauf, dass die politisch Verantwortlichen handeln", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities. "Daher sind die Investoren jetzt wieder etwas beruhigt, nachdem die Rettungsaktion für Spanien beschlossen ist."

Vor der Börse in Tokio. Quelle: dpa

Vor der Börse in Tokio.

(Foto: dpa)

Spanien will nach langem Widerstand nun doch Gelder aus den Euro-Rettungsfonds zur Rekapitalisierung seiner maroden Geldhäuser beantragen. Die Euro-Finanzminister erklärten sich bereit, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich bin zuversichtlich, dass dies ein starkes Signal an die Märkte senden wird, dass die Euro-Zone bereit ist, Spanien in seinen Anstrengungen zu unterstützen, seinen Bankensektor zu restrukturieren und rekapitalisieren."

Der Umfang des Rettungspakets ist größer als von vielen Investoren erwartet. Die Märkte wurden in den vergangenen Wochen von der Angst beherrscht, die Krise in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone könne sich noch stärker ausweiten und der Weltkonjunktur zusätzlich schaden.

Die Commerzbank hält nach der angekündigten Rettung spanischer Banken mit EU-Geld ein baldige komplette Abhängigkeit Madrids vom Euro-Rettungsschirm für möglich. "Es ist aus unserer Sicht zweifelhaft, ob sich nach diesem Eingeständnis auf Dauer genug Investoren für spanische Staatsanleihen finden werden", sagte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen.
Es könne sogar sein, dass Italien und Zypern in naher Zukunft auf europäische Hilfen angewiesen seien, hieß es in der Analyse des Ökonomen. Dies gleiche dann der Einführung von Euro-Bonds, also gemeinschaftlichen Anleihen der Europartner, durch die Hintertür.


Mit Spanien schlüpft bereits das vierte Euro-Land nach Griechenland, Irland und Portugal unter den Euro-Rettungsschirm. Im Gegensatz zu den Vorgängern wird es in Anerkennung für den eingeschlagenen Sparkurs lediglich Auflagen für seinen Finanzsektor erhalten. Die Euro-Partner hatten Spanien zu den Hilfen gedrängt - in der Hoffnung auf eine Eindämmung der bereits die Weltwirtschaft massiv belastenden Krise.

Bundesbankchef Jens Weidmann pocht darauf, dass Spanien im Gegenzug für europäische Hilfsgelder für seine maroden Banken auch Strukturprobleme beherzt angeht. "Die spanische Regierung kann darauf bauen, dass Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden - gegen Auflagen", sagte Weidmann am Sonntagabend in der ARD. Dabei gehe es nicht nur um den Rekapitalisierungsbedarf der Finanzinstitute. "Es geht auf der anderen Seite auch um die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft und den mangelnden Zugang der spanischen Regierung an Kapitalmarkt", betonte Weidmann.

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32 Kommentare zu "Finanzmärkte: Rettungsschirm für Spanien beflügelt die Börsen"

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  • Der Deutsche will doch beschissen werden, sonst würde er nicht so wählen wie bisher.

  • Ich habe mich bisher immer dagegen gewehrt die NPD zu wählen. Dass mittlerweile 10% - 13% die Piraten wühlen die zwar keine Meinung zu wichtigen Themen haben aber nur dummes Zeug labern um dem "Internet Mob und umsonst alles haben wollen Personen" gerecht zu werden ist es an der Zeit dagegen zu halten. Ich hätte nie geglaubt mal eine solche Denkweise zu bekommen. Armes Deutschland

  • Wenn die Griechen den € kippen ist Frankreich dran. Das dürfte es dann gewesen sein mit dem €.

  • Weil die Rothschilds und somit deren Vasallen cdu/csu fdp spd und grüne das so wollen. Jene das das nicht wollen werden nicht gewählt. (Von mir schon) Die NPD.
    Keiner der nicht die NPD gewählt hat, hat jetzt das Recht zu jammern, denn ihr habt das Drama welches wir jetzt haben gewählt.

  • Wann sperrt man endlich diese verbrecherischen Bankenzocker ein? Das ist nicht mehr zu ertragen. Gewinne werden behalten und Banker bekommen Millionen Prämien. Verluste bezahlt der deutsche Steuerzahler bald für ganz Europa.

  • Da erfolgt ein längst überfälliger Ruf nach europäischer Hilfe (wir Deutschen haften für ca. 30% der europäischen Hilfen)und übers Wochenende werden mal kurz 100 Mrd. Euro Hilfe zugesichert. Ich habe noch das innerdeutsche Drama "Aufstockung Hartz 4 Sätze um 5 - 8 Euro pro Monat und Person in Erinnerung. Das Drama zog sich über Monate aber da ging es ja auch nur um uns Deutschen. Für mich ist Europa und der Euro gescheitert. Es wissen viele und noch mehr wollen es nicht wahrhaben. Ich kann nur jedem raten. Hebt euer Geld ab und bringt es offiziell in die Schweiz. Da ist es einigermaßen sicher. Unsere Regierung wird auch in Zukunft dazu gezwungen werden, gesamtschuldnerisch für europäische Bankenzockereien, früheres Eintreten in das Rentenalter, siehe Frankreich, dort wurde das Eintrittsalter in die Rente von 62 auf 60 Jahre gesenkt und gleichzeitig wurde über die EU (Herrn Baroso) und Herrn Hollande gefordert, dass Deutschland mit den kompletten Vermögen, auch unseren Spareinlagen für alle europäischen Schulden und Risiken mithaftet. Jetzt höre ich lieber auf. Das ist ein Skandal und ein Verbrechen an uns. Liebe Regierung lasst das bitte bitte nicht zu.

  • Wieso müssen wieder die Banken gerettet werden?

    Wieso müssen die Steuerzahler Europas wieder die Rechnung tragen?

    Verdammt noch mal, lasst sie doch Bankrott gehen, damit endlich die Schulden verschwinden und die welche das Chaos angerichtet haben den Preis für ihre Gier zahlen, das Management, die Aktionäre, die Investoren und die Spekulanten.

    Wieso müssen diejenigen die nichts damit zu tun haben, wieder die Verluste tragen?

  • Der Deutsche Bundestag wird am kommenden Mittwoch den permanenten Hilfsfonds ESM absegnen. Dieser soll bereits am 1. Juli starten. Den ESM und seine schockierenden Folgen erklärt im Übrigen diese Infoseite sehr gut: http://www.stop-esm.org/home.
    Sicher ist: Die Zeit ist wieder einmal äußerst knapp, um ein vorzeitiges Auseinanderbrechen des Eurolandes zu verhindern. Der Euro wird sein Gesicht verändern, die Frage lautet nicht wann sondern viel mehr wie. Zum Glück für die Politik läuft nun aber die Fußball-EM und der deutsche Michel bekommt von all dem kaum etwas mit – auch weil die Massenmedien heikle Themen wie ESM und Fiskalpakt weitestgehend ausklammern.

  • Ich möchte den Leidensgenossen nur mitteilen, dass der Anteil Deutschlands am EFSF 29,07% beträgt. Das heißt, 29 Mrd. fließen aus Deutschland nach Spanien. Das Bundesministerium für Gesundheit (also unser Gesundheitswesen) verschlingt im Jahr 15. Mrd EUR (siehe http://bund.offenerhaushalt.de/ ). Heute morgen stand in der Zeitung: "Spaniens Banken gerettet". Eigentlich hätte dort stehen müssen: "Deutschland zahlt". Die Presse ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war!!

  • "unter dem Rettungsschirm schlüpfen" - was für einen Unsinn, wer hat diesen journalistischen Euphemismus erfunden? Der Rekapitaliserungsbedarf der spanischen Banken liegt mindestens doppelt so hoch wie die angegebenen €100 Mrd. Kein Wort wird auch verloren über die deutschen Sparer und Rentner, die weiterhin durch negative Realzinsen nach Strick und Faden besch***en werden.

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