Frankfurter Börse Dax schließt unter 9800 Punkten

Der Handelstag in Frankfurt stand im Zeichen der US-Börsen: Erst bescherten sie hohe Verluste – zeitweise verlor der Dax zehn Prozent gegenüber Jahresbeginn. Zum Schluss half die Wall Street dem Index auf die Beine.
Update: 14.01.2016 - 17:51 Uhr 79 Kommentare

So dramatisch lief der Handelstag

FrankfurtAnlageexperten haben prognostiziert, dass 2016 ein sehr volatiles Jahr an den Börsen werde. Dass sie richtig liegen, hat heute eindrücklich bewiesen: Im Tagesverlauf ging es um mehr als drei Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn standen mehr als 1000 Punkte beziehungsweise zehn Prozent Verlust zu Buche. Schuld daran waren vor allem die schwachen Vorgaben aus den USA. Die US-Börsen schlossen am Mittwoch im Minus. Der schwache Ölpreis hat den Anlegern Sorgen bereitet.

Am späten Nachmittag aber erholt sich der Dax aber etwas. Aus dem Handel ging der Index rund 1,7 Prozent tiefer bei 9794 Punkten. Der Grund für die – zugegebenermaßen bescheidene – Erholung: schon wieder die US-Börsen. Sie sind positiv in den Handelstag gestartet – nicht zuletzt, weil sich die Ölpreise im Tagesverlauf erholten. Auch die steigenden Bankentitel halfen den US-Börsen nach oben.

Der größte Verlierer im deutschen Leitindex war die Deutsche Bank. Beim größten deutschen Geldhaus standen Verluste von 4,3 Prozent zu Buche. Wenig besser erging es der Lufthansa. Für deren Aktie rutschte um 3,4 Prozent nach unten. Die Airline hat mit der Zuverlässigkeit seiner Billig-Tochter Eurowings zu kämpfen. Verloren haben auch die Autowerte: Die Volkswagen-Aktie rutschte um 3,7 Prozent ab. Für Daimler ging es zeitweise um bis zu sechs Prozent nach unten, zum Börsenschluss erholten sich die Papiere aber wieder und schlossen so „nur” 3,6 Prozent tiefer.

Das sind die Aktienfehlstarts des Jahres

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

+1,92 +1,06%
+182,70€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Dax Platz 4: Continental
1 von 22

Alles andere als rund läuft es bei dem Reifenhersteller und Automobilizulieferer Continental. Der Wert des Unternehmens leidet unter dem Negativtrend der Autobauer. Zudem erwartet das Unternehmen 2016 ein schwächeres Wachstum als im Jahr zuvor.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 12,60 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 20.01.2016

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

-0,54 -0,39%
+139,05€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Dax Platz 4: VW
2 von 22

Die Phalanx der schlechten Nachrichten reißt einfach nicht ab. Der Dieselgate sowie vermeintlich gefälschte Emissionswerte halten Volkswagen in Schach. Hinzu kommt ein Kommunikations-Desaster des Vorsitzenden Matthias Müller in den USA. Der ließ Anfang Januar ein Radio-Interview wiederholen, weil seine Aussagen nicht der Konzerlinie entsprachen. Für die Aktie geht es nach unten.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 13,27 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
L&S

-0,30 -1,52%
+19,28€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Dax Platz 3: Thyssen-Krupp
3 von 22

Ende 2015 hat sich Thyssen-Krupp ein neues Logo verschafft. Es soll die neue Bescheidenheit des Konzerns unterstreichen. Ziemlich bescheiden läuft es Anfang 2016 allerdings auch für die Aktie des Industriekonzerns. Mehr als ein Sechstel des Börsenwertes ist verloren gegangen.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 13,41 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-0,03 -0,05%
+55,27€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Dax Platz 2: Daimler
4 von 22

Einen Fehlstart in das Börsenjahr legte nicht nur VW hin, sondern auch Daimler. Für die Aktie des Stuttgarter Automobilkonzerns, der sich mittlerweile lieber als „Mobilitätsdienstleister“ bezeichnet, ging es in den ersten Handelstages 2016 deutlich nach unten.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 15,17 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,04 +0,04%
+81,49€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
Dax Platz 1: BMW
5 von 22

Zwar konnte BMW 2015 einen Rekordabsatz verbuchen. Dem Aktienkurs half das aber nicht nachhaltig. Zu groß sind die Sorgen um das China-Geschäft, wo der Autobauer 2014 knapp ein Fünftel seiner Autos absetzte. Chinas Märkte waren in den ersten Handelstagen 2016 eingebrochen. Mit BMW zählen vier Unternehmen aus der Autobranche zu den fünf größten Verlierern im Dax. Sie sind damit maßgeblich für dessen große Verluste im noch jungen Jahr 2016 verantwortlich.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 17,95 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006335003
Börse
L&S

-1,33 -1,26%
+105,87€
Chart von KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDax Platz 5: Krones
6 von 22

Kursverlust seit Jahresbeginn: 11,33 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005565204
Börse
L&S

-0,80 -2,03%
+39,09€
Chart von DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDax Platz 4: Dürr
7 von 22

Auch der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr leidet unter den schwachen Wirtschaftsdaten aus China. Anleger halten die Kurskorrektur jedoch für übertrieben. Einige sehen jetzt eine günstige Gelegenheit zum Einstieg.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 12,53 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Aktien des Kali- und Salzproduzenten K+S. Die Aktie legte um rund drei Prozent zu. Spekulationen auf einen Teil-Börsengang der US-Tochter Morton Salt hatten zunächst den Düngemittelhersteller gestützt. Zu den Papieren mit leichten Tages-Zuwächsen zählten zudem Siemens (0,2 Prozent) sowie die Deutsche Börse (weniger als 0,1 Prozent).

Dem Auf und Ab am Donnerstags gingen auch schon am Mittwoch Kursschwankungen voraus. Der Dax überschritt erst locker die 10.000 Punkte, der Trend schien im grünen Bereich. Doch dann kletterte der Euro und das drückte die Aktien von exportabhängigen Konzernen wie den Autobauern deutlich ins Minus. Der Dax schloss am Ende ein Viertelprozent im Minus bei 9960 Zählern.

Am Mittwoch hatten sich Anleger noch vom erneut unter 30 Dollar gefallenen Ölpreis der Sorte WTI beeindrucken lassen. Auch Brent Öl rutschte zeitweise unter diese Marke. „Angesichts des Verfalls der Ölpreise besteht die Sorge, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession verfallen könnte“, sagte Tim Ghriskey vom Vermögensverwalter Solaris Asset. Am Donnerstagmorgen laviert der Ölpreis jedoch über der 30-Dollar-Marke. Er erholte sich. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent 30,88 Dollar, ein Barrel WTI 31,49 Dollar.

Einerseits wirken zwar niedrige Rohstoffpreise förderlich für die Konsumnachfrage. Doch große Industrieunternehmen – vor allem natürlich in der Öl- und Gasbranche – leiden darunter. Konzerne fahren ihre Investitionen zurück und streichen bereits Tausende Arbeitsplätze, wie es zuletzt etwa der britische Ölriese BP angekündigt hatte.

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79 Kommentare zu "Frankfurter Börse: Dax schließt unter 9800 Punkten"

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  • Mal gewinnt man, mal verliert man (wird von der Handelsmaschine automatisch aus- bzw. eingestoppt) bei 100en von Geschäften am Tag. Aber am Ende des Handelstages um 17:30 wenn das Buch glatt ist soll das P&L im Plus sein, und nach Möglichkeit 5-stellig (davon gehen dann natürlich noch die Steuern ab für Dr. Schäuble). Alles andere wird als schxxx Tag gewertet, wo man(n) besser hätte im Bett bleiben sollen.

    Loss-Tage gibt es natürlich auch. Aber die kommen nur vor, wenn sich der Future (FDAX) bei wenig Volumen kaum und in einer engen Tages-Range bewegt. In diesem Sinne, empfehle ich mich und wünsche einen schönen Feierabend.

  • Keinesweg, eher Selbsterfahrung mit Trolle und Prolle.

  • Genau da wo du sein wirst wenn der DAX von 12000 wieder auf 4000 fällt :-)

  • Ein Algorithmus das nur Gewinnerpunkte in Nanosekunden abarbeitet. Warum bist du nicht auf deiner Yacht auf Bahamas und schreibst so ein Müll hier ?

  • Selbsterkenntnis?

  • Na Bast,

    wo warst Du die letzten Jahre beim Dax von 4.000 bis zur 12.000.......;)

    aber jetzt mal einen raushauen,gelle

  • Keine Sorge Westend

    war leicht als Kopie zu erkennen, wer führt denn heute noch ein Handelsbuch.....LOL

  • Bei fehlendem Charakter hilft keine Ausbildung dieser Welt.

  • Schlechte Kopie mein Freund

    da erkennt man sofort die fehlende Ausbildung.
    Natürlich habe ich Zeit,läuft bei mir alles vollautomatisch. Einmal die Algos programmiert,zurücklehnen und ja nicht eingreifen.
    Die Gewinnerpunkte werden in hochfrequenz abgearbeitet, Emotionen würden da nur stören.
    Hatte dafür Zeit heraus zu finden, dass man auch mit dem Schiff nach Vancouver / Whistler fahren kann. Das paßt für mich besser und freut die junge first Lady.

  • Wenn die Dividende weg ist und der Kurs nur halb so gross dann kommt die grosse Panik. Aber man kann dauerhaft sein Einstiegskurs verbilligen wer es sich leisten kann.

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