Infineon und SAP gefragt Tech-Werte heben Dax zum Schluss ins Plus

Unter Führung der Technologiewerte haben die deutschen Aktien am Freitag an Wert gewonnen und den Handel fester beendet. Eingedenk der schwachen Nachrichtenlage zeigten sich Händler überrascht. Sie erwarteten für die kommende Woche, dass der Markt die technisch wie psychologisch wichtige 3 900er Marke noch einmal testen wird.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg bis Xetra-Schluss um 0,9 Prozent auf 3 886,03 Punkte. Die etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten stützten die Aktienkurse zwar etwas, doch herrschte hinsichtlich der künftigen Entwicklung der US-Konjunktur weiterhin Unsicherheit. Viele Anleger seien zudem von den Kursgewinnen von durchschnittlich 0,5 Prozent im Dax in dieser Woche nicht überzeugt. Mit Blick auf die unsichere weltpolitische Lage hielten sich viele Investoren zurück. Dazu trage auch der dritte Jahrestag der Anschläge auf New York und Washington von 2001 am Samstag bei, hieß es bei mehreren Banken.

„Dass wir einen freundlichen Wochenausklang haben, ist bei der Nachrichtenlage aber schon erfreulich“, sagte WestLB-Händler Christian Hoenen mit Blick auf einige enttäuschende Nachrichten in dieser Woche. Vor allem der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Fed) hatten die Märkte verunsichert. Für die nächste Woche erhofften sie sich daher von den Statistiken zur Entwicklung der US-Wirtschaft neue Signale für die künftige Gewinnsituation der Unternehmen.

Händler in Frankfurt erwartete zudem, dass der Markt die technisch wie psychologisch wichtige 3 900er Marke noch einmal testen wird, an der er in der vergangenen Woche mehrfach gescheitert war. Die Umsätze im Dax waren in der ganzen Woche unterdurchschnittlich gering. Am Freitag rutschte das Volumen auf 75 (Vortag 87) Millionen Stück.

Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Infineon, die laut Händlern von den unerwartet guten Quartalsergebnissen des US-Chipherstellers National Semiconductor profitierten. Der Aktienkurs stieg um gut 5 Prozent auf 8,25 Euro. Händler warnten aber vor einer Überbewertung. Denn National Semi hatte sich wie zuvor schon der weltgrößte Handy-Chip-Hersteller Texas Instruments und Branchenprimus Intel für die Zukunft skeptischer geäußert.

Neben Infineon ragten mit einem Kursplus von 4,3 Prozent auf 126,43 Euro die Papiere des Softwarekonzerns SAP heraus, die zudem im Dax zu den Schwergewichten zählen. Damit reagierten die Aktien Händlern zufolge auf die gerichtliche Genehmigung der Übernahme des US-Konkurrenten Peoplesoft durch Oracle. Analysten erwarten, dass diese Fusion weitere Übernahmen im weltweiten Software-Markt auslösen könnte. SAP und der US-Software-Gigant Microsoft hatten im Mai mit der Aussage die Märkte überrascht, sie hätten zeitweise in Fusionsverhandlungen gestanden, diese aber abgebrochen. Die SAP-Aktien führten auch die Gewinnerliste in den beiden paneuropäischen Stoxx-Indizes an.

Mit 14,80 Euro rund 0,3 Prozent im Plus schlossen die Tui-Aktien, die ansonsten für „viel Gesprächsstoff“ sorgten. Die US-Bank Morgan Stanley hatte in einer Finanzanzeige mitgeteilt, sie verfüge entgegen früheren Angaben nur über 0,23 Prozent der Stimmrechte an dem Reisekonzern. Die Bank, die Ende Juli noch eine Tui-Position von 10,1 Prozent angezeigt und damit Übernahmespekulationen ausgelöst hatte, revidierte in der Zwischenzeit ihre Rechtsposition. Marktkenner gehen aber davon aus, dass Morgan Stanley die noch Ende Juli ausgewiesenen zehn Prozent an Tui immer noch an seine Kunden weiterverliehen hat. Die Tui-Titel, die lange vom Abstieg aus der ersten Börsenliga bedroht waren, waren dank eines kräftigen Kursanstiegs im August im Dax verblieben.

Anhaltende Spekulationen, die Deutsche Telekom könnte die Aktien ihrer Tochtergesellschaft T-Online von der Börse zurückkaufen, ließen die Aktien des Internetanbieters zum Handelsschluss um 3,5 Prozent auf 8,74 Euro steigen. Die Telekom hatte vor kurzem eingeräumt, dies für die Zukunft als Option zu prüfen.

Größter Gewinnern im TecDax waren erneut die Aktien des Biotechnologieunternehmens Evotec, die 11,11 Prozent auf 3,50 Euro zulegten und damit den nach der Mitteilung über die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim am Mittwoch begonnenen Höhenflug fortsetzten.

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