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Teamviewer

Das Softwareunternehmen wird nach dem Börsengang mit 4,7 bis 5,5 Milliarden Euro bewertet.

(Foto: dpa)

Kapitalmarkt Der Herbst bringt mehrere Börsengänge in Milliardenhöhe

Unternehmen drängt es zunehmend an die Börse, seitdem es mit immer mehr Kursen aufwärts geht. Neu dabei ist auch die deutsche Milliardenemission Teamviewer.
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Frankfurt Die amerikanischen Investoren sind am ersten Montag im September nach dem Labor Day wieder an die Aktienmärkte zurückgekehrt. Unternehmen versuchen die gute Stimmung zu nutzen und treiben ihre Börsenpläne voran. In Frankfurt plant unter anderem der Softwarekonzern Teamviewer eine Milliardenemission.

Zur Wochenmitte haben sich die Anleger bereits um die Aktien von Prosus bemüht, der Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers. Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch nimmt die Pläne eines Börsengangs des Asiengeschäfts wieder auf. Gleichzeitig hat der Ölkonzern Saudi Aramco Insidern zufolge die Banken für den größten bisher geplanten Börsengang weltweit ausgewählt.

Schon eineinhalb Stunden nach Ausgabe konnten die Konsortialbanken unter der Führung von Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie Bank of America und Barclays dem Eigentümer von Teamviewer, dem Finanzinvestor Permira, vermelden, dass der Börsengang der Softwarefirma überzeichnet ist, berichten Finanzkreise.

Das schwäbische Unternehmen stellt Software her, durch die sich Computer beispielsweise für Online-Konferenzen verbinden lassen, die aber auch zur Wartung der Rechner aus der Ferne und zur Fernsteuerung von Maschinen geeignet ist.

Teamviewer plant einen der größten Börsengänge der vergangenen Jahre und will bis zu 2,3 Milliarden Euro einnehmen. Größer waren im vergangenen Jahr waren nur die Emissionen der Siemens-Tochter Siemens Healthineers und des Bremsenherstellers Knorr Bremse mit jeweils rund vier Milliarden Euro. Den bisher größten Gang auf das Parkett legte die Deutsche Telekom im Jahr 1996 mit 10,1 Milliarden Euro hin.

Bei Teamviewer handelt es sich allerdings erst um die dritte Aktienneuemission in diesem Jahr. Vor der Sommerpause hatte die Lkw-Tochter von Volkswagen, Traton, gerade einmal 1,5 Milliarden Euro bei Anlegern einwerben können. Das war deutlich weniger als ursprünglich erhofft.

Die Aktien von Teamviewer werden in einer Preispanne von 23,50 bis 27,50 Euro je Anteilsschein angeboten. Bis zum geplanten Debüt auf dem Parkett am 24. September sollen bis zu 84 Millionen Aktien verkauft werden.

Die Bewertung des gesamten Unternehmens beträgt nach dem Börsengang 4,7 bis 5,5 Milliarden Euro. Der Finanzinvestor Permira hatte die Firma 2014 für 870 Millionen Euro gekauft. Der Anteil in den Händen der neuen Aktionäre soll nach der Emission zwischen 30 und 42 Prozent liegen. Der Erlös aus dem Börsengang fließt nur an das Private-Equity-Haus.

Der Konzern hat seine Roadshow an diesem Donnerstag in London begonnen, um bei Anlegern zu werben. Im laufenden Jahr erwartet Teamviewer abgerechnete Umsätze (sogenannte billings) von 310 bis 320 Millionen Euro. Neben Teamviewer bereitet ebenfalls das Private-Equity-Haus EQT Partners seinen Börsengang vor.

Helios Towers plant IPO in London

Ebenso eine Aktienneuemission hat Helios Towers angekündigt. Der Konzern ist einer der größten Mobilfunkbetreiber Afrikas südlich der Sahara und will an die Londoner Börse gehen.

Zur Wochenmitte hatte bereits Prosus ein starkes Börsendebüt gefeiert. Die Naspers-Tochter zog zum Eröffnungskurs um 29 Prozent auf 76 Euro an. Am nächsten Tag verlor die Aktie leicht.

Insgesamt wurden 1,62 Milliarden Anteilsscheine verkauft. Damit gehört Prosus zu den wertvollsten Unternehmen an der Amsterdamer Börse. Zum Start wurde die Firma mit 95 Milliarden Euro bewertet. In der Gesellschaft sind die Beteiligungen von Naspers an Internetunternehmen wie dem chinesischen Konzern Tencent zu finden, an dem Prosus 31 Prozent hält.

Brauereikonzern will Asiengeschäft an die Börse bringen

Dazu gehören auch 23 Prozent am Essenslieferanten Delivery Hero. Naspers-Chef Bob van Dijk hofft mit dem Schritt, dass der Wert der Internetbeteiligungen des Konzerns für Anleger besser zum Tragen kommt.

Denn diese werden trotz der Bewertung von fast 100 Milliarden Euro für den gesamten Konzern immer noch negativ bewertet, obwohl bereits die 31-prozentige Beteiligung an Tencent umgerechnet fast 120 Milliarden Euro wert sind.

Auch der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev nimmt die Pläne für den Börsengang seines Asiengeschäfts wieder auf. Ob das Vorhaben auch wirklich umgesetzt werden könne, sei allerdings nicht sicher, schränkte der Hersteller von Biermarken wie Beck’s, Budweiser oder Corona ein.

Anheuser Busch hatte mit der Aktienneuemission von Budweiser Apac in Hongkong mit Einnahmen von bis zu 9,8 Milliarden Dollar gerechnet. Beim jetzigen Vorstoß wird mit Erlösen von knapp fünf Milliarden Dollar gerechnet. Vor zwei Monaten waren die ursprünglichen Kapitalmarktpläne gestoppt – der Schritt ist mit „allgemeinen Marktbedingungen“ begründet worden.

Für den Handelsplatz Hongkong wäre gerade in der jetzigen Phase mit den politischen Turbulenzen in der Heimat der Börsengang ein Erfolg, der auch auf die Übernahmepläne der Hongkonger Börse beim Londoner Konkurrenten LSE ausstrahlen würde. Die Hongkonger hatten am Mittwoch mit einem 36,6 Milliarden Dollar schweren Angebot für Schlagzeilen gesorgt.

Saudi Aramco hofft auf bis zu 100 Milliarden Dollar

Auch der Ölriese Saudi Aramco treibt seine Vorbereitungen für eine Neuemission voran. „Saudi Aramco ist bereit für den Börsengang und es wird nicht mehr lange dauern“, hatte Aramco-Chef Amin Nasser auf der Weltenergiekonferenz in Abu Dhabi angekündigt.

Zunächst werde das Unternehmen allerdings an die heimische Börse gehen. Wieviel an der Tadawul-Börse in Saudi-Arabien vor dem internationalen Börsengang verkauft werden soll, ließ der Aramco-Chef offen. Bis zum Jahresende will der Energieriese Finanzkreisen zufolge an der Börse in Riad ein Prozent platzieren. Ein weiteres Prozent soll im nächsten Jahr folgen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Insgesamt fünf Prozent der Anteile von Saudi Aramco sollen später an die internationale Börse gebracht werden. Der Konzern hofft auf bis zu 100 Milliarden Dollar. Das wäre der größte Börsengang aller Zeiten, weit größer als die chinesische Internetplattform Alibaba. Die Banken für die Emission sollen Insidern zufolge auch schon ausgewählt worden sein.

Danach sollen die amerikanischen Institute JP Morgen und Morgan Stanley sowie die saudi-arabische National Commercial Bank im Konsortium vertreten sein, das den Börsengang begleitet, berichtet Reuters. Außerdem sind die Bank of America, Goldman Sachs, Credit Suisse, Citi, HSBC und die Samba Bank aus Saudi Arabien bei der Platzierung der Aktien mit dabei.

Die nächste anstehende Emission bleibt aber weiterhin der Börsengang von Teamviewer. Startet die neue Aktie erfolgreich, könnten weitere folgen, die vermutlich aber weniger groß sein werden.

Zu den in Bankenkreisen genannten Namen gehört etwa die bisher in London notierte Immobilienfirma Summit Germany mit ihrer Tochter Summit Luxco, in der das gesamte deutsche Immobiliengeschäft des Unternehmens gebündelt ist. Mit dem Erlös soll weiteres Wachstum ermöglicht werden.

Mehr: Der Softwarekonzern aus Baden-Württemberg wächst beachtlich – und ist zudem noch hochprofitabel.

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