Kursverluste US-Börsen-Crash trifft auch asiatische Märkte

Quer durch Asien folgen die Anleger der Wall Street teilweise deutlich ins Minus. Experten sehen dennoch keinen Grund zur Panik.
Update: 06.02.2018 - 09:33 Uhr Kommentieren

„Das ist der größte Tagesverlust in der Geschichte des Dow“

„Das ist der größte Tagesverlust in der Geschichte des Dow“

TokioDer Tag an der Tokioter Börse setzte am Dienstag fort, was die Börse in New York tags zuvor vorgemacht hatte. Bereits in den ersten zehn Minuten des Handels rutschte der Nikkei-225-Aktienpreisdurchschnitt 1000 Yen oder umgerechnet 4,5 Prozent. Am Nachmittag sanken die Kurse weiter, bevor sie wieder stiegen. Letztlich ging der Nikkei mit 21610,24 Yen 4,7 Prozent leichter aus dem Handel.

Auch Hongkong wurde ähnlich stark getroffen. Hang-Seng-Index gab zwischenzeitlich um 5,5 Prozent nach, erholte sich aber wieder leicht. Doch je weiter die Märkte  finanztechnisch von der Wall Street wegrückten, desto gelassener wurde der Kurssturz in New York gesehen. Südkoreas Kospi-Index beendete den Börsentag nur 1,5 Prozent unter dem Vortagsniveau. Und der Shanghai SE Composite Index verlor bis 14 Uhr Ortszeit nur 2,6 Prozent. 

So sieht die in Hong Kong ansässige ING Bank Chefökonomin für China, Iris Pang, den heutigen Verlauf als eine „technische Korrektur, die normalerweise nur eine kurze Zeit anhält, wenn es keine grundsätzlichen Probleme gibt.“  Schon bald, so glaubt sie, werden Investoren wieder überverkaufte Aktien aufkaufen und der Börse helfen, sich zu erholen.

Rob Carnell, der die gesamte asiatische Wirtschaft für ING Bank beobachtet, geht auch nicht davon aus, dass die chinesische Regierung bei einem leichten Minus schon einschreiten wird. „Hier handelt es sich um ein globales Phänomen und nicht um ein heimisches Problem. Daher wird Peking es erst einmal beobachten.“

Konkret bedeutet es, dass erst wenn der Shanghai Composite unter 3000 Punkte fallen sollte, glaubt Pan Shaochang, Analyst bei Dongguan Securities, werde die chinesische Zentralbank einschreiten. Peking hatte seit dem Börsencrash von 2015 mehrmals interveniert. So hat das „nationale Team“, bestehend aus mehreren staatlich geführten Investmentfirmen, seit einiger Zeit Blue Chip Aktien aufgekauft, um Stabilität und Zuversicht in den Markt zu bringen. Das Organ der Partei, die Tageszeitung Renmin Ribao, hatte erst vor kurzem davor gewarnt, dass es zu einem globalen Börsensturz von bis zu zwanzig Prozent kommen könnte. Seitdem, so Pan, hätte Peking mehrere Vorkehrungsmaßnahmen angeordnet.

Auch Japan regierte keineswegs mit Panik. „Mal ganz ehrlich, das was jetzt passiert ist ja kein Massaker“, meint Jesper Koll, Chef des japanischen Zweigs des Investors WisdomTree. Man könne zwar darüber streiten, wie es jetzt weiterginge. „Aber es musste eine Korrektur geben. Denn das eigentlich Angst einflößende ist, dass wir in den letzten 15 Monaten keinen wirklichen Einbruch hatten,“ so Koll. 
Mit nur relativ kleinen Schwankungen stiegen die Kurse in den USA immer weiter. Dabei hätte Koll zwischendurch Kurskorrekturen von zehn bis 15 Prozent durchaus für gesund gehalten. Seit dem zweiten Weltkrieg hätte es in den USA 44 Kurskorrekturen von über zehn Prozent gegeben. Man sei daher noch nicht in einem Bärenmarkt. 

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