Märkte Asien: Konjunkturdaten aus China belasten Börsen in Fernorst
Singapur. Die lückenhafte Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vertreibt zur Wochenmitte Anleger an den asiatischen Aktienmärkten. Vor allem in China schmissen Investoren Aktien aus ihren Depots, nachdem die chinesische Wirtschaft wegen der anhaltenden Schwäche im Immobiliensektor im vierten Quartal knapp die Erwartungen der Analysten verfehlt hatte.
Im Gesamtjahr wuchs die Wirtschaft um 5,2 Prozent und erreichte damit das Wachstumsziel der Volksrepublik von fünf Prozent. „China befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Umstrukturierung, die zum Niedergang vieler zuvor florierender Sektoren wie dem Immobiliensektor führen wird“, sagte Yang Tingwu vom Vermögensverwalters Tongheng Investment.
Die Reihe der veröffentlichten Wirtschaftsdaten spiegele zudem ein ungleichmäßiges Wachstumsumfeld wider, das noch keine nachhaltige Trendwende zeige, sagte IG-Stratege Jun Rong Yeap.
Die zusammen mit den BIP-Daten veröffentlichten Konjunkturindikatoren für Dezember zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze so langsam wuchsen wie seit September nicht mehr. Zudem blieb das Investitionswachstum schwach, obwohl die Industrieproduktion Anzeichen einer Verbesserung aufwies.
Die Preise für Neubauten sanken im Dezember mit dem schnellsten Tempo seit Februar 2015 und heizten damit die Sorgen um Chinas Immobiliensektor weiter an.
Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verloren jeweils mehr als zwei Prozent. In Hongkong brach der Index um mehr als vier Prozent ein. Am stärksten gerieten Immobilien- und Technologiewerte unter Druck.
Auch in Tokio gab der japanische Leitindex Nikkei anfängliche Gewinne wieder ab und ging 0,4 Prozent schwächer mit 35.478 Punkten aus dem Handel. Nachdem der Nikkei zunächst auf ein frisches 34-Jahres-Hoch geklettert war, nahmen Anleger Gewinne mit.