Märkte gratulieren Merkel „Eine Sorge weniger“

Merkel bleibt Kanzlerin – ganz so, wie es sich internationale Investoren gewünscht hatten. An den Börsen herrscht Erleichterung. Eine genaue Vorstellung, welche Koalition am besten wäre, haben die Anleger auch schon.
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Was die Wirtschaft von Angela Merkel erwartet

DüsseldorfWenn sich die Finanzwelt ein Ergebnis der Bundestagswahl hätte wünschen dürfen, dann wäre es fast genauso ausgefallen: Merkel erhält überwältigende Zustimmung, sie regiert weiter, möglicherweise in einer Großen Koalition mit der SPD. Dass es die Alternative für Deutschland (AfD) nicht in den Bundestag schafft, sorgt bei internationalen Investoren für Erleichterung.

„Angela Merkels Wiederwahl ist ein Zeichen politischer Stabilität, und Märkte lieben Stabilität“, sagt David Thebault, Chef-Händler von Global Equities. „Ein Risiko weniger, um das man sich Sorgen machen muss.“

Im Grunde interessiert die Investoren nur eine Frage: Wie fest steht Deutschland hinter der Euro-Rettung? Sehr fest, lautet die Antwort nach der Wahl. Entsprechend ruhig blieb es an den Märkten.

Der Euro notierte am Montagmorgen bei 1,3533 Dollar – fast unverändert. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um wenige Basispunkte auf 1,938 Prozent. In Frankfurt lag der Dax am Morgen leicht im Plus bei 8699 Punkten. Auch der Eurostoxx 50 stieg um 0,2 Prozent auf 2935 Zähler.

Die Börsianer hatten nicht nur fest mit einem Wahlsieg Merkels gerechnet, sondern geradezu darauf gehofft. Bei einer Umfrage unter internationalen Investoren, die der Datenanbieter Bloomberg vor der Wahl durchführte, fiel das Ergebnis eindeutig aus: Etwa zwei Drittel der Befragten befürworteten den politischen Kurs der deutschen Bundeskanzlerin. Das war der beste Wert, den Merkel vorzuweisen hatte, seitdem die Frage im September 2010 erstmals gestellt wurde.

Die Ratingagentur Fitch erwartet auch unter einer neuen Koalition keine Änderungen in der deutschen Europapolitik. Es gebe in Deutschland eine breiten Konsens, dass die Euro-Krise durch fiskalpolitische und wirtschaftliche Reformen gelöst werden müsse. Eine Vergemeinschaftung von Schulden werde in Deutschland kritisch gesehen, konstatiert die Ratingagentur. Ein Auseinanderbrechen des Euros erwartet Fitch nicht mehr, warnt allerdings: Der Druck der Märkte könnte schnell wieder zunehmen, wenn Fortschritte auf sich warten lassen.

Der Vorwurf, die Bundesregierung treibe Europa durch ihr Spardiktat noch tiefer in die Rezession, scheint längst vergessen. Auch die Weigerung der deutschen Regierung, über gemeinsame Euro-Bonds nachzudenken, also über eine Verteilung der Schulden auf alle Euro-Länder, stört nicht weiter. Die Märkte gehen davon aus, dass Deutschland unter einer Regierung Merkel einen Großteil der Haftung für die Euro-Zone übernimmt. So oder so. Wenn nicht durch Euro-Bonds, dann auf andere Weise.

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43 Kommentare zu "Märkte gratulieren Merkel: „Eine Sorge weniger“"

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  • Verkaufen Sie lieber alle deutschen Aktien!
    Gruß Rigan - München

  • Ein Auseinanderbrechen des Euros erwartet Fitch nicht mehr, warnt allerdings: Der Druck der Märkte könnte schnell wieder zunehmen, wenn Fortschritte auf sich warten lassen.
    Der Vorwurf, die Bundesregierung treibe Europa durch ihr Spardiktat noch tiefer in die Rezession, scheint längst vergessen. Auch die Weigerung der deutschen Regierung, über gemeinsame Euro-Bonds nachzudenken, also über eine Verteilung der Schulden auf alle Euro-Länder, stört nicht weiter. Die Märkte gehen davon aus, dass Deutschland unter einer Regierung Merkel einen Großteil der Haftung für die Euro-Zone übernimmt. So oder so. Wenn nicht durch Euro-Bonds, dann auf andere Weise.


    Sag ich ja gestern habn an der WS die Korken geknallt...

    Die Raubtiere in Nadelstreifen dürfen ihre Beute Behalten.

    Und Mutti Packt es noch als Geschenk ein....
    feini mit schleife drum...

    Bitte Liebe CDU genossen...... IHR wolltet das so...Viel Spass mit der Suppe.

  • Nach der "Wahl": Ich bin dann mal schnell weg aus Europa, bevor es zusammenbricht und der Krieg zwischen Schuldnern und Gläubigern naht.

  • Merkel bleibt Kanzlerin – ganz so, wie es sich internationale Investoren gewünscht hatten

    ..........................................................

    So ist es im Kapitalismus. Alles zum Wohle des Kapitals :)

  • @Uli

    Wissen Sie überhaupt was links ist?!

    Diesed verkommen, arrogante Oberschicht ist weder links, sondern rechts!! Sie hat Angst vorm Verlust ihrer Pfründe wie soviele auf dem HB. Sie will ihre Privilegien erhalten, vermehren und weiter vererben.

    Diese veralteten Linksflosskeln sind lächerlich. NICHT EINMAL DIE LINKS PARTEI IST NOCH LINKS!

    Übrigens ist RECHTS GENAUS DÄMLICH. Es gibt NUR KRASSE EGOISTEN UND SOZIALE MENSCHEN! Alles andere ist reiner Populismus und dient NUR DEN VERLOGENEN PARTEIEN!

    In einer Welt wo der Reichtum dank Zinsen immer mehr zunimmt, wird es auch NUR NOCH ÜBERWIEGEND EGOISTEN GEBEN! Selbst Schuld, wenn man so ein System befürworte. Und Pech für Sie, dass Sie halt nicht zu der Oberschicht gehören und 20 Jahre verschlafen haben.

  • ...blühende Landschaften in Südeuropa, nach dem Vorbild Ostdeutschlands.

  • Ha, ha, ha, ha...mal sehen wann Europa unter seinen Schulden zusammenbricht, falls die Politik der EURO-Rettung nicht endlich durch Abschaffung der Gemeinschaftswährung und damit Einleitung der Rettung einer Wirtschaftsunion Europa in die richtige Richtung umschwenkt.

  • Die AFD ist lächerlich, wie sagte Lucke immer wieder - 10 +x %.
    Träumer kann ich da nur sagen, genauso so dumm wie seine Wähler und Ideen.
    Na ja Deutschland und die Märkte haben es begriffen.
    Nur gut, dass jetzt die AFD Spams hier mit Sicherheit wegfallen, da war ja nicht mehr zum aushalten.

  • @Ameise

    Mutti hat die fetten Sparguthaben gerettet!!!!!!! Und da GELD GÖTZRE IST, die RENTNER IM WESTEN DAVON AM MEIßTEN HABEN, hat Mutti das einzige richtige getan :)

    Sie sollten mal ne Brille aufsetzen, wenn Sie durchs Leben gehen :)...alles andere ist dem SYSTEM GESCHULDET! KAPITALISMUS ALS WETTBEWERB LÄSST HALT IMMER MENSCHEN HINTEN RUNTER FALLEN. Oft erwischt es sogar auch die KRASSEN EGOISTEN :-P

  • @Robert_Velten

    Noch so ein Spassmacher der AfD :)

    Die Schutzpatronin der Sparschweine hat aber auch noch andere politische Botschaften. Frau von Storch führe – so der Tagesspiegel – »nicht nur die Euro-Protestler an, sondern auch noch die ›Allianz für den Rechtsstaat‹, die sich für die Rückgabe des Bodenreformlandes in die Hände der früheren Großgrundbesitzer einsetzt.« Vor allem für dieses Ziel und andere Programmpunkte, die am politisch rechten Rand angesiedelt sind, betreibt die agile Herzogin zusammen mit ihrem Ehemann ein schillerndes Netzwerk.

    Gatte Sven von Storch, den sie 2010 auf Schloß Eutin ehelichte, wurde zwar 1970 in Chile geboren, ist aber Sproß eines deutschen Adelsgeschlechts. Wie die Preußische Allgemeine Zeitung beklagt, wurde »seine Familie 1945 von ihrem Familiensitz in Mecklenburg vertrieben«. Sie verzogen sich noch im selben Jahr nach Lateinamerika. »Daß die von Storchs nach der Wende nicht ihr Gut zurückerhielten«, sehe Frau von Storch »als zweite Enteignung an«. Diese Schmach will das Ehepaar – wohl nicht ganz selbstlos – aus der Welt geschafft sehen.

    Nachdem die Herzogin sich einige Zeit geziert hatte, ist sie nun doch bei der AfD ins Boot gestiegen und sorgt sich um das liebe Geld. Ihre monetären Ambitionen scheint Frau von Storch von ihrem Großvater mütterlicherseits, Johann Ludwig (Lutz) Graf Schwerin von Krosigk, geerbt zu haben. Dieser war Reichsfinanzminister unter Hitler.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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