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Markt am Mittag Vorsichtige Investoren sollten erst ab 12.800 Punkten in den Dax einsteigen

Der Dax steckt immer noch in der Sommerflaute. Doch wann lohnt es sich, wieder zu investieren? Im Fokus: die 200-Tage-Linie.
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Die Kurve des Dax im Frankfurter Börsensaal: Seit Anfang April hat sich der Index per saldo nicht bewegt. Quelle: dpa
Dax-Kurve

Die Kurve des Dax im Frankfurter Börsensaal: Seit Anfang April hat sich der Index per saldo nicht bewegt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMan muss kein charttechnisch versierter Anleger sein, um auf den ersten Blick zu erkennen: Mit dem Dax ist derzeit kein Blumentopf zu gewinnen. Seit dem Allzeithoch im Januar dieses Jahres mit knapp 13.600 Punkten ging es deutlich abwärts, derzeit notiert die Frankfurter Benchmark wieder auf dem Niveau von Anfang April 2018.

Seit Ende Juni bewegt sich der deutsche Leitindex in einer Spanne von 700 Punkte – 12.100 Zähler auf der Unter- und 12.800 auf der Oberseite. Auch der heutige Handelstag brachte keine neuen Erkenntnisse: Das Börsenbarometer notiert bei 12.350 Punkten – also eher weit entfernt von diesen beiden Marken.

Anleger sollten diese entscheidenden Marken unbedingt im Blick behalten – und je nach Risikobereitschaft ihre Investments danach ausrichten.

Seit Jahresbeginn bewegt sich die 200-Tage-Linie des Dax zwischen 12.600 und 12.800 Punkten.
200-Tage-Linie des Dax

Seit Jahresbeginn bewegt sich die 200-Tage-Linie des Dax zwischen 12.600 und 12.800 Punkten.

Vorsichtige Investoren, die in den Dax einsteigen wollen, sollten mit ihren Käufen abwarten, bis der Index wieder die Hürde von 12.800 Punkten überwunden hat. Etwas mutiger, aber aus charttechnischer Sicht durchaus vertretbar, wäre der Kauf, wenn der Leitindex die 200-Tage-Linie überwindet.

Diese Linie, die derzeit bei rund 12.700 Zählern notiert, gilt gerade bei langfristigen Investoren als wichtiger Indikator. Notiert der Index über einer steigenden 200-Tage-Linie, gilt der Aufwärtstrend als intakt – und umgekehrt. Derzeit fällt die Durchschnittslinie aber noch.

Risikobereite Anleger, die angesichts der insgesamt positiven Unternehmenszahlen auch nicht an eine langjährige Baisse glauben, sollten eher auf die Marke von 12.100 Punkten schauen – und dann investieren, wenn der Dax in diese Richtung fällt. Natürlich besteht das Risiko, dass der Index nachhaltig unter diese Marke rutscht. Spätestens dann sollten sie verkaufen, damit die aufgelaufenen Verluste nicht weiter ausufern. Allerdings ist die Chance auch auf höhere Gewinne dann deutlich größer.

In den vergangenen beiden Jahren zumindest hätte sich diese Strategie gelohnt. 2017 fiel der deutsche Leitindex Mitte Juni von seinem damaligen Höchststand bei 12.954 Zähler bis Ende August auf 11.935 Punkte. Dieser Rutsch läutete gleichzeitig das Ende der Sommerturbulenzen ein: Anschließend stieg das deutsche Börsenbarometer bis Anfang Oktober auf 13.093, um anschließend im November 2017 mit 13.525 Zählern sogar ein neues Jahreshoch zu markieren.

2016 setzte dieses Sommertheater an der Börse früher ein – mit einem ähnlichen Endergebnis. Bereits Ende Juni stürzte damals die Frankfurter Benchmark rasant von etwa 10.300 Punkten auf 9164 Zähler ab, um nach einer kleinen Zwischenerholung anschließend bereits Anfang Juli das damalige Tief des Vormonats zu testen.

Vor zwei Jahren verlief dieser Test positiv: Bei 9302 Punkte fanden damals Anfang Juli die Kursverluste ein Ende, anschließend stieg der Index schnell wieder auf 10.800 Zähler. Im Anschluss feierten die Börsianer mit 11.481 Punkten ein neues Jahreshoch.

Klar ist aber auch: Geschichte muss sich an der Börse nicht wiederholen. Deswegen sollten vor allem risikobereite Anleger von vornherein festlegen, bei welchem Kurs sie wieder verkaufen wollen.

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1 Kommentar zu "Markt am Mittag: Vorsichtige Investoren sollten erst ab 12.800 Punkten in den Dax einsteigen"

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  • Sehr geehrter Herr Röder,

    Sie kennen doch sicher den Witz "Zwei Juristen, drei Meinungen". Bei den Charttechnikern ist es ähnlich. Dass sie sich nicht einigen können und oft Fehlprognosen abgeben, sehe ich den Herren aber nach.

    Das eigentliche Problem ist, dass die Börse sowohl nach oben als auch nach unten zu unvorstellbaren Übertreibungen neigt. Zu Übertreibungen, die nach kürzerer oder längerer Zeit wieder korrigiert werden. Um das zu verstehen, brauchen wir ein Beispiel.

    Das Beispiel: Anfang 2000 sahen wir eine Übertreibung nach oben. Der DAX notierte bei rund 8000 Punkten. Das war eine unvorstellbare Übertreibung. Aber dann setzte eine dreijährige Talfahrt ein. Ende 2002 notierte der Index bei rund 2600 Punkten. Und unsere Charttechniker blickten zur Jahreswende wieder einmal in die Tiefe. Die meisten sahen als DAX-Ziel 1800 Punkte, ein paar Pessimisten glaubten an 1500 Punkte. Tatsächlich erreichte der DAX im März 2003 bei rund 2200 Punkten seinen Tiefpunkt. Dass die Prognostiker diese Entwicklung nicht vorhergesehen haben, ist nicht mein Thema.

    Aber ich nehme den Herren sehr übel, dass sie nicht den geringsten Gedanken auf die nachfolgende Entwicklung verschwendet haben. Was bitte würde auf den Tiefpunkt folgen? Von den Charttechnikern war dazu keine Silbe zu hören. Vielleicht glaubten sie, nach dem Tiefpunkt würde es keinen Börsenhandel mehr geben. Tatsächlich wurde aber weiterhin gehandelt. Der DAX stieg in den 9 Monaten bis Ende 2003 auf rund 4000 Punkte und erreichte ein paar Jahre später wieder die 8000 Punkte von Anfang 2000.

    Vielleicht lernen wir daraus, dass Menschen mit Scheuklappen, die über den Rand ihres eigenen Suppentellers nicht hinausblicken, großen Schaden anrichten können. Was wir stattdessen brauchen sind Leute, die beispielsweise eine Euphorie oder Übertreibung erkennen und uns deshalb zum Verkauf raten. Die ebenfalls erkennen, dass gegenwärtig nackte Panik herrscht und deshalb zum Kaufen raten.