Markt-Analyse Das sind die Risiken von offenen Immobilienfonds

Ratingagenturen bescheinigen Immobilienfonds stabile Renditen. Doch Anleger sollten die Risiken der Immobilienanlagen nicht unterschätzen.
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Gewerbeimmobilien sorgen dafür, dass Immobilienfonds konjunkturabhängig bleiben. Quelle: dpa
Immobilien in München

Gewerbeimmobilien sorgen dafür, dass Immobilienfonds konjunkturabhängig bleiben.

(Foto: dpa)

ErfurtOffene Immobilienfonds sind beliebt wie nie zuvor. Mehr als 92 Milliarden Euro haben die Deutschen in diese Fonds gesteckt. Umso mehr dürften sich Anleger über die stabilen Renditen und guten Ratings freuen, die die Ratingagentur Scope der Anlageklasse bescheinigt.

Auf 2,7 Prozent Rendite kommen die Fonds im Schnitt. In Niedrigzinszeiten ist dies ein beachtliches Ergebnis. Dennoch sollten Anleger die Risiken der Immobilienanlagen nicht unterschätzen.

Zwar ist eine panikartige Kapitalflucht aus den Fonds, wie es sie nach 2008 gegeben hat, heute nicht mehr möglich. Kündigen dürfen Anleger nur mit einer Frist von einem Jahr. Dennoch bleiben die Fonds konjunkturabhängig.

Meist stecken dahinter Gewerbeimmobilien, klassischerweise Büros. Trübt sich die Konjunktur ein, müssen Mieter ausziehen oder sie können niedrigere Mieten aushandeln. Das drückt auf die Mietrenditen.

Schon heute sind fallende Mietrenditen zu beobachten, allerdings aus einem ganz anderen Grund: Die Preise für Gewerbeimmobilien sind in den vergangenen Jahren schneller gestiegen als die Mieten. Die Sachverständigen betonen, dass die Immobilien in den deutschen Fonds noch immer sehr konservativ bewertet sind. Vorsicht ist aber bei Produkten geboten, die umfassende Bestände im Ausland halten.

Dort werden die Bewertungen oft schneller nach oben angepasst, was höhere Renditen, aber auch größere Risiken mit sich bringt. Bei neu aufgelegten Fonds sollten sich Anleger zudem bewusst sein, dass deren Objekte teuer eingekauft werden und keine günstiger erworbenen Bestände als Puffer haben.

Ihre Renaissance haben die offenen Immobilienfonds nicht zuletzt der Niedrigzinsphase zu verdanken. Immobilienfonds haben den Ruf stabiler Wertentwicklung. Das heißt aber nicht, dass sie risikolos sind. Gut vorstellbar, dass in den vergangenen Jahren auch Menschen in Immobilien angelegt haben, die sonst kaum an dieses Investment gedacht hätten.

Bleibt zu hoffen, dass im Falle einer Korrektur die Anleger nicht wie vor zehn Jahren massenhaft aussteigen wollen. Dann könnte die einjährige Kündigungsfrist zwar Verzweiflungsverkäufe der Fonds verhindern. Ein umfassender Schutz vor Verlusten ist dies aber nicht.

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