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Marktbericht: Börsen Europa Europas Börsen unter Druck

Sorgen vor einer Pandemie sowie erneut schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor haben am Dienstag die führenden europäischen Aktienindizes in die Verlustzone gedrückt. Die Unsicherheit ist groß. Niemand weiß, welche Auswirkungen die Schweinegrippe mittelfristig haben wird.

PARIS/LONDON. Der Leitindex Eurostoxx 50 gab um 2,48 Prozent auf 2 259,85 Zähler nach. Der Londoner FTSE 100 fiel um 1,86 Prozent zu auf 4 089,52 Punkte. In Paris sank der CAC-40-Index um 2,54 Prozent auf 3 023,52 Punkte.

"Auch wenn das dem Sentiment gerade nicht hilft, aber wir sind im Moment noch am Anfang einer möglichen Pandemie und daher ist es schwer, die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft bereits jetzt abzuschätzen", sagte Sebastien Barthelemi, Analyst bei Louis Capital Markets in Paris. "Kurzfristig werden Fluggesellschaften, Hotel-Ketten und Ölkonzerne anfällig sein, während Pharmawerte vorerst profitieren dürften."

Am Ende des EuroSTOXX50 standen die Titel des Stahlkonzerns ArcelorMittal , die sich um 8,02 Prozent auf 18,285 Euro verbilligten. Konkurrenten wie United States Steel und Nippon Steel hatten zuvor enttäuschende Zwischenberichte vorgelegt. Rohstoffwerte wie Rio Tinto und Anglo American gaben zwischen 6,14 und 5,70 Prozent nach. Metall- und Ölpreise fielen erneut.

Die Finanzkrise suchte sich nach einem Bericht des "Wall Street Journal" erneut ihren Weg ins Tagesgeschäft. Die Zeitung berichtete, dass sowohl die Citigroup als auch die Bank of America möglicherweise weiteres Kapital brauchen und berief sich dabei auf Insiderkreise. Die Deutsche Bank führte mit einem Abschlag von 5,76 Prozent auf 40,760 Euro die europäischen Bankenwerte tiefer, dicht gefolgt von der französischen BNP Paribas , die sich um 4,30 Prozent auf 36,60 Euro verbilligten. Die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) überraschte zwar positiv mit ihren Quartalszahlen, konnte sich aber dem allgemein schwachen Trend nicht entziehen und gab 3,15 Prozent auf 7,68 Euro nach.

Zudem blieben Luftfahrt- und Tourismusaktien auch weiterhin anfällig wie die Kursverluste von 5,56 Prozent auf 142,75 Pence bei British Airways zeigten. Konkurrent Air France-KLM und die Hotelkette Accor gaben ebenfalls erneut nach. Gleichzeitig konnten sich die beiden Pharmawerte Roche Holding und GlaxoSmithKline erneut besser als der Gesamtmarkt entwickeln, wenngleich die Aufschläge mit knapp einem Prozent und 0,21 Prozent deutlich schwächer als am Vortag ausfielen.

Darüber hinaus müssen sich Anleger durch eine Flut von Quartalsberichten durcharbeiten. Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN blieb mit seinem Quartalsergebnis leicht hinter den Analystenerwartungen zurück und sackte um 2,86 Prozent auf 9,277 Euro ab. Der französische Gasekonzern L'Air Liquide setzte im Auftaktquartal wegen der Wirtschaftskrise etwas weniger um als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Air Liquide einen Umsatz und ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe, was einige Marktteilnehmer als enttäuschend bezeichneten. Die Papiere fielen um 5,25 Prozent auf 62,30 Euro. Der Schweizer Medizintechnikhersteller Synthes teilte unterdessen mit, möglicherweise seine Umsatzziele im laufenden Jahr nicht zu erreichen. Anleger quittierten die Aussagen mit einem Minus von 9,70 Prozent auf 116,40 Schweizer Franken. Zudem legten noch Unternehmen wie der britische Versicherer Friends Provident , Vestas Wind Systems und der norwegische Düngemittelspezialist Yara Zahlen vor.

Der italienische Autobauer Fiat gab 3,17 Prozent auf 7,785 Euro nach. Annäherung zwischen Chrysler-Gläubigern und US-Regierung sowie Zugeständnisse der Gewerkschaften ebnen den Weg für die angestrebte Partnerschaft der beiden Konzerne. Daimler einigte sich zudem mit dem Mehrheitseigner Cerberus und der staatlichen Pensionsaufsicht auf den Verkauf des verbliebenen Anteils an dem schwer angeschlagenen US-Branchenkollegen Chrysler.

Der spanische Baukonzern Grupo Ferrovial erzielte offenbar deutlich niedrigere Angebote für den Londoner Gatwick Flughafen als erhofft, berichtete die Zeitung "El Economista". Die Titel verloren 6,11 Prozent auf 20,89 Euro.

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