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Nikkei, Topix und Co. Kursrutsch am Aktienmarkt setzt sich in Asien fort – Nikkei vor Korrektur

Die sich ausbreitende Delta-Variante belastet die Stimmung an den asiatischen Börsen: Alle wichtige Indizes geben nach. Anleger setzen dafür auf andere Anlageklassen.
09.07.2021 - 08:23 Uhr Kommentieren
Schlechte Stimmung bei den Anlegern in Asien. Quelle: dpa
Fallende Kurse

Schlechte Stimmung bei den Anlegern in Asien.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am Freitag setzt sich der Kursrutsch an den weltweiten Börsen vom Donnerstag fort. In Asien verlor der japanische Leitindex Nikkei bis zu 2,4 Prozent, grenzte seine Verluste anschließend deutlich ein. Er schloss 0,7 Prozent im Minus bei 27.940 Punkten.

Damit nähert sich der Nikkei Korrektur-Terrain an: Gegenüber dem Jahreshoch aus dem Februar liegt der Verlust bei neun Prozent. Auf Wochensicht bahnt sich das größte Minus seit zwölf Monaten an. Der breiter gefasste Topix gab am Freitag um 0,4 Prozent nach auf rund 1900 Punkte. Gegenüber dem Hoch aus dem März ist das ein Abschlag von knapp sechs Prozent.

Der Grund für den Abwärtstrend am Markt ist die Sorge über die sich rasant ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus und dessen Auswirkung auf die Weltwirtschaft. „Investoren bezweifeln, dass die Notfall-Maßnahmen in Japan greifen“, sagte Anlagestratege Takatoshi Itoshima vom Vermögensverwalter Pictet. In Japan hat die Regierung in Tokio ein weiteres Mal Ausnahmezustand verhängt, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Verstärkt wird der Abwärtstrend im Nikkei durch den Rückzug von wichtigen Käufern. Die Bank of Japan stoppte im April die Käufe von börsengehandelten Fonds, die an den Blue-Chip-Index gekoppelt sind. Stattdessen verlagerte die Notenbank den Schwerpunkt ihrer Marktunterstützung auf den Topix.

Für den japanischen Aktienmarkt bedeutet die Entwicklung eine Umkehr des Trends vom Jahresanfang – ein Warnsignal für die Märkte in Europa und Nordamerika. Noch im Februar hatte der Nikkei das erste Mal seit 1990 die Marke von 30.000 Punkten geknackt, angetrieben durch die globalen Corona-Hilfsprogrammen von Regierungen und Notenbanken sowie der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung von der Pandemie.

Verluste auch in China, Südkorea und Australien

Auch an anderen wichtigen Börsen in Asien ging es am Freitag abwärts: In Südkorea verlor der Leitindex Kospi mehr als ein Prozent, nachdem die dortige Regierung ankündigte, dass der Großraum Seoul unter die härtesten sozialen Distanzierungsregeln der Stufe vier gestellt werden soll. In Australien verlor der S&P/ASX 200 ebenfalls mehr als ein Prozent – in Sydney wurden die Corona-Restriktionen bereits zuvor für eine weitere Woche verlängert.

In China verlor der CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden größten Börsen in Schanghai und Shenzhen abbildet, 0,6 Prozent. Dort unterstrichen die hohen Erzeugerpreise die wachsende Belastung für die Wirtschaft. Sollte sich diese abkühlen, hätte das für die Euro-Zone unmittelbare Auswirkungen – schließlich ist China ein wichtiger Handelspartner.

In Deutschland war der Leitindex Dax am Donnerstag 1,7 Prozent im Minus und damit mit dem größten Tagesverlust seit drei Wochen aus dem Handel gegangen. Am Freitag deutet sich allerdings eine Gegenbewegung an.

Anleger setzen auf Sicherheit

Der Eurostoxx 50, der sich aus den 50 größten Unternehmen der Euro-Zone zusammensetzt, verlor am Donnerstag sogar mehr als zwei Prozent. Der Eurostoxx 600 musste mit einem Minus von 1,7 Prozent den größten Verlust dieses Jahres hinnehmen.

In Nordamerika setzte sich diese Abwärtsbewegung fort: Der US-Leitindex S&P 500 verlor am Donnerstag bis zu 1,6 Prozent. Dort vergrößerten die überraschend schwachen Zahlen vom Arbeitsmarkt die Sorge, dass die wirtschaftliche Erholung weniger robust als gedacht sein könnte.

Gleichzeitig setzte sich der Run auf als sicher geltende Anlageklasse fort: Durch die hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen fiel die Rendite für US-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit unter die Marke von 1,3 Prozent. Im März hatte sie noch bei 1,7 Prozent gelegen – am Anleihemarkt ist das für einen so kurzen Zeitraum eine deutliche Entwicklung. Durch den Tagesverlust sind die Renditen nun acht Tage in Folge gefallen – das ist der längste Abwärtstrend seit August 2019.

Der Goldpreis stieg währenddessen auf über 1800 Dollar, nachdem er in der vergangenen Woche noch bei bis zu 1749 Dollar notiert hatte. Das Edelmetall steht damit vor dem dritten Wochengewinn in Folge. Der US-Dollar-Index, der den Greenback mit einem Korb von anderen Währungen vergleicht, stieg um 0,1 Prozent auf 92,46.

Mit Material von Bloomberg und Reuters.

Mehr: Die Kurse an den Anleihemärkten steigen überraschend deutlich. Dafür gibt es unterschiedliche Interpretationen. Sie alle kommen aber zu demselben Schluss.

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