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Nikkei, Topix & Co. Zins-Ausblick der Fed gefällt Anlegern in Japan nicht

Der Nikkei-Index verlor am Donnerstag im Handelsverlauf 1,7 Prozent und notierte zwischenzeitlich so tief wie zuletzt Ende März.
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Vor einer elektronischen Börsenanzeigetafel. Quelle: AP
Börse in Tokio

Vor einer elektronischen Börsenanzeigetafel.

(Foto: AP)

TokioDer Zinsausblick der US-Notenbank hat auch die Aktienmärkte in Japan belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor am Donnerstag im Verlauf 1,7 Prozent auf 20.631 Punkte. Zwischenzeitlich war er auf unter 20.600 Zähler abgesackt, den tiefsten Stand seit Ende März. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,4 Prozent auf 1534 Stellen nach. Letztendlich ging der Markt mit einem Minus von 2,5 Prozent aus dem Handel und ist damit erstmals in einen Bärenmarkt eingetreten.

Gouverneur Haruhiko Kuroda sieht sich einer sich verschlechternden Umwelt gegenüber. Angesichts des sinkenden Ölpreises sehen Ökonomen die Inflation im kommenden Jahr gegen Null sinken. Das verlangsamte Wachstum in China, der Handelskrieg mit den USA und der Brexit könnten die exportabhängige japanische Wirtschaft treffen, die in zwei der letzten drei Quartale geschrumpft ist.

„Mit einem steigenden Maß an Vorsicht, das von der Fed mitgeteilt wurde, wird die BOJ für eine Weile im Wartemodus sein“, sagte Junko Nishioka, Chefökonom in Japan bei Sumitomo Mitsui Banking Corp. und ehemaliger BOJ-Beamter. „Sie sind sich bewusst, dass es nicht an der Zeit ist, eine Normalisierung der Politik zu signalisieren.“

Die BOJ wiederholte ihre bisherige Einschätzung, dass die japanische Wirtschaft voraussichtlich weiterhin moderat expandieren wird, gestützt durch ein moderates Exportwachstum und einen Aufwärtstrend der Inlandsnachfrage. Die Kerninflation liegt derzeit bei etwa ein Prozent und werde voraussichtlich allmählich in Richtung zwei Prozent steigen.

Händler sollten sich auf einen „kalten Winter“ einstellen, sagte Toru Ibayashi, Leiter der japanischen Aktien beim Money Manager, nachdem der Topix-Benchmark-Index am Donnerstag um 2,5 Prozent gefallen war. Ausländische Investoren hätten in diesem Jahr bisher rund 48 Milliarden Dollar in die Aktien des Landes investiert, die meisten seit 1987, dem Jahr des berühmten Black Monday Market Crashs der Wall Street.

Der Topix ist allein in diesem Monat um 9 Prozent gesunken, was auf seine schlechteste Dezember-Performance seit 1959 hindeutet, da japanische Aktien in einen globalen Marktausverkauf hineingezogen werden, der durch die Besorgnis über den Handelskrieg zwischen den USA und China und die Straffung der Geldpolitik der Zentralbanken ausgelöst wurde. Während die Bewertungen des Benchmark-Messgeräts auf den tiefsten Stand seit 2012 gesenkt wurden, sagt Ibayashi von UBS, dass es noch zu früh ist, um wieder in den Markt einzusteigen.

„Japanische Aktien werden bis März unter dem Verkaufsdruck der globalen Investoren leiden“, sagte Ibayashi in einem Telefoninterview mit Reuters. Er wies auf die Notwendigkeit hin, das Ergebnis der Handelsverhandlungen zwischen den USA und China zu kennen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Zinsen wie erwartet erneut angehoben und zudem durchblicken lassen, 2019 nur noch mit zwei statt der bislang drei anvisierten weiteren Erhöhungen zu rechnen. Experten sorgen sich aber, dass selbst das zu viel sein könnte angesichts eines möglichen US-Wirtschaftsabschwungs im Gefolge des Handelsstreits zwischen den USA und China, einer abflauenden Wirkung der US-Steuersenkungen und sich verschärfender Finanzierungsbedingungen für Unternehmen.

An der Wall Street waren die Kurse nach der Fed-Erklärung auf Talfahrt gegangen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,5 Prozent, die Nasdaq 2,2 Prozent.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Währungshütern, die den Leitzins auf 2,25 bis 2,50 Prozent anhoben, hält die japanische Zentralbank angesichts der weiter niedrigen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Die Bank of Japan (BoJ) verkündete ihren Entschluss am Donnerstag nach zweitägigen Beratungen. Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen, Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben.

Unter den Einzelwerten in Japan standen vor allem Technologiewerte auf den Verkaufszetteln. Sie wurden von den fallenden Kursen der Branche in den USA mit nach unten gezogen. So gaben Panasonic 2,9 Prozent nach, Fanuc 2,8 Prozent und Tokyo Electron 2,2 Prozent.

Ein Euro wurde mit 1,1380 Dollar bewertet und kostete damit etwas mehr als im späten New Yorker Handel.

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