Rekordjagd Japans Aktien springen in die Höhe

So blendend hat der Nikkei-Index in Tokio seit fast zwei Jahren nicht mehr ausgesehen. Am ersten Handelstag des neuen Jahres waren in Japan vor allem Exportwerte gefragt.
Update: 04.01.2013 - 07:33 Uhr 4 Kommentare
Traditionell gekleidete Japanerinnen nach der Neujahrs-Zeremonie an der Börse in Tokio. Quelle: Reuters

Traditionell gekleidete Japanerinnen nach der Neujahrs-Zeremonie an der Börse in Tokio.

(Foto: Reuters)

TokioDie Börsen in Tokio haben deutlich zugelegt. Am ersten Handelstag des neuen Jahres holten die Anleger in Japan nach, was andere Märkte bereits gefeiert hatten. Sie freuten sich nun auch über die Lösung des Haushaltsstreits in den USA. Besonders Exportwerte profitierten davon.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 2,8 Prozent höher bei 10.688 Punkten. Das ist nicht nur der höchste Schlussstand seit dem 4. März 2011, also seit 22 Monaten. So stark wie heute waren die Kurse in Tokio zuletzt am 22. März 2011 gestiegen. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 2,9 Prozent auf 884 Punkte.

Man sei erleichtert, dass die USA nicht von der "Fiskalklippe" gestürzt sei, sagte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities. Unter den Einzelwerten gehörten Toyota Motor mit einem Plus von 4,7 Prozent und Canon mit knapp drei Prozent zu den Gewinnern. Honda Motor Co. kletterten 4,1 Prozent.

Gesellschaften, die viel Geschäft mit China machen, profitierten ebenfalls. Fanuc stiegen 4,9 Prozent, Komatsu Ltd. legten 5,1 Prozent zu. Japanische Aktien haben im vergangenen Jahr 23 Prozent zugelegt. Dies ist das beste Jahr seit 2005. Vor allem die Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik in Japan hat dazu beigetragen. Analysten erwarten weitere Kursgewinne in nächster Zeit.

Der Euro hat zum Wochenausklang in Fernost zum Dollar schwächer tendiert. Analysten verwiesen am Freitag auf wachsende Sorgen in der Führung der US-Notenbank Fed über Risiken ihrer massiven Konjunkturhilfen. Das hatte zuvor auch die Wall Street belastet. Ein Euro wurde mit 1,3038 Dollar bewertet nach 1,3048 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 87,62 Yen gehandelt nach 87,23 Yen in den USA. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2088 und zum Dollar mit 0,9271.

Die US-Regierung hat die geplante Nordkorea-Reise des Google-Chefs Eric Schmidt kritisiert. "Ehrlich gesagt glauben wir nicht, dass der Zeitpunkt dafür sonderlich hilfreich ist", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Donnerstag. Schmidt und sein Begleiter, der ehemalige Diplomat Bill Richardson, "wissen sehr wohl um unsere Sichtweise".

Totgesagte Aktien leben länger

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

+0,12 +1,36%
+8,71€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon: Gewinnwarnung führt zu Rekord-Absturz
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Eon: Gewinnwarnung führt zu Rekord-Absturz

Einer der spektakulärsten Kursabstürze im vergangenen Jahr war sicherlich der Einbruch der Eon-Aktie im November. Am 13. des Monats hatte der Chef des Energiekonzerns, Johannes Teyssen, die Prognose für 2013 gekippt und die Dividende in Frage gestellt. An einem einzigen Tag fielen die Titel um elf Prozent. Das war der höchste Einbruch des Kurses der Aktie an einem Tag. Anschließend senkten Analysten ihre Bewertungen, die Titel rauschen weiter abwärts.

Kursentwicklung 1 Jahr: -18 %

Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star

WKN
ISIN
Börse

Chart von Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star
Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star
2 von 15

Sky Deutschland: Vom Mauerblümchen zum Star

Gleich das Gegenteil im Anschluss: Eine der wohl überraschendsten Aktien des vergangenen Jahres ist der Bezahlfernsehsender Sky Deutschland. Die Papiere sind heute doppelt so viel wert wie vor einem Jahr, dabei galt das Papier lange als Sorgenkind der Börse. Doch nachdem sich das Unternehmen die Bundesliga-Rechte gesichert hatte, ging es bergauf. Weitere gute Nachrichten schickten die Aktie immer höher. Mal war von einem neuen Zuschauerboom die Rede, mal hieß es, der Medienunternehmer Rupert Murdoch könnte das Unternehmen bald vollständig übernehmen.

Kursentwicklung 1 Jahr: +200 %

Gagfah

WKN
ISIN
LU0269583422
Börse
n. a.

Chart von Gagfah
Gagfah: Anleger über Ende eines Rechtsstreits erleichtert
3 von 15

Gagfah: Anleger über Ende eines Rechtsstreits erleichtert

Ins Rampenlicht traten zuletzt auch zwei Immobilienunternehmen. Im vergangenen Frühjahr machte die Immobiliengruppe Gagfah auf sich aufmerksam. Die Tochter des US-Finanzinvestors Fortress beendete einen Rechtsstreit mit der Stadt Dresden. Die Stadt wollte wegen angeblicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln eine Vertragsstrafe von mehr als einer Milliarde Euro eintreiben. Man einigte sich auf einen Vergleich, daraufhin schoss die im MDax notierte Aktie durch die Decke.

Kursentwicklung 1 Jahr: +117 %

PATRIZIA IMMOBILIEN AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PAT1AG3
Börse
L&S

+0,22 +1,24%
+17,32€
Chart von PATRIZIA IMMOBILIEN AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Patrizia: Geschäftspolitik kommt gut an
4 von 15

Patrizia: Geschäftspolitik kommt gut an

Im SDax fiel das Immobilienunternehmen Patrizia auf. Anlegern gefiel die gute Geschäftsentwicklung. Mit seinen Prognosen überzeugte das Unternehmen zudem die Analysten. Insbesondere der lukrative Verkauf von Immobilien kam gut an. Andererseits will der Konzern neue Zukäufe tätigen, was ebenfalls gewürdigt wurde. So meinte zum Beispiel Analyst Torsten Klingner von Warburg Research nach der kürzlich angekündigten Übernahme der Tamar Capital Group (TCP), mit dem Zukauf stärke die Immobiliengesellschaft das Dienstleistungssegment sowie die europäische Präsenz außerhalb Deutschlands.

Kursentwicklung 1 Jahr: +107 %

Solarworld: Sorgenkind der Börse

WKN
ISIN
Börse

Chart von Solarworld: Sorgenkind der Börse
Solarworld: Sorgenkind der Börse
5 von 15

Solarworld: Sorgenkind der Börse

Ganz anders sieht es in Branchen aus, die eigentlich als Zukunftssegmente gelten: die Erneuerbaren Energien. Solarunternehmen gingen reihenweise pleite, die Überlebenden kämpfen verzweifelt. Zu den Sorgenkindern des Jahres gehört denn auch ein einst gefeierter Star. Solarworld, Deutschlands Primus der Branche, leidet unter den schwierigen Branchenbedingungen – unter Überkapazitäten und einem hohen Preisdruck. Die TecDax-Aktie schrumpft auf ein knappes Drittel ihres Wertes zu Jahresbeginn und reiht sich unter die Pennystocks ein.

Kursentwicklung 1 Jahr: -68 %

SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0DJ6J9
Börse
L&S

+0,75 +2,57%
+29,67€
Chart von SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
SMA Solar: Überraschungs-Coup verblüfft Beobachter
6 von 15

SMA Solar: Überraschungs-Coup verblüfft Beobachter

Ein weiteres Beispiel aus der Branche: SMA Solar stellt Wechselrichter für die Solar-Industrie her und gilt hier als Weltmarktführer. Doch auch das hessische Photovoltaikunternehmen litt die ganze Zeit unter dem Preisverfall. Doch nun ist dem Konzern ein Überraschungs-Coup gelungen. Er hat die Mehrheit an dem chineischen Wechselrichter-Hersteller Jiangsu Zeversolar übernommen und damit einen Fuß in einem der wichtigsten Märkte der Welt in der Tür. Allein am Donnerstag legte die Aktie 14 Prozent zu.

Kursentwicklung 1 Jahr: -56 %

NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0D6554
Börse
L&S

-0,05 -0,53%
+9,15€
Chart von NORDEX SE INHABER-AKTIEN O.N.
Nordex: Ähnliche Probleme wie im Solarmarkt
7 von 15

Nordex: Ähnliche Probleme wie im Solarmarkt

Von solchen Ausnahmen abgesehen läuft es hingegen nicht nur in der Solarbranche schlecht, auch in der Windenergie. Zwar seien die Bedingungen anders als im Solarmarkt, doch auch die Windanlagenbauer litten unter starkem Wettbewerb, der mit Überkapazitäten und einem massiven Preisverfall einher gehe, schrieb Analyst Holger Fechner von der NordLB kürzlich in einer Branchenstudie.

Kursentwicklung 1 Jahr: -23 %

Die beiden Männer würden als Privatpersonen in das abgeschottete kommunistische Land reisen. Am Donnerstag hatte eine mit der Sache vertraute Person einen Bericht der Nachrichtenagentur AP bestätigt, wonach Schmidt einen Besuch in Nordkorea plant. Die Hintergründe sind unklar. Google hat eine direkte Stellungnahme zu den Berichten abgelehnt.

 
  • rtr
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4 Kommentare zu "Rekordjagd: Japans Aktien springen in die Höhe"

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  • Wer braucht Produkte aus Deutschland?
    Oder gibt es da einen Unterschied?

  • Wer braucht Produkte aus Japan Gibt es irgendws was wir nicht in Europa herstellen Nein? Also. Schoten dicht Richtung Asien.

  • ...aber weit aus mehr als 1960 - Wenn er denn noch lebt

  • In die Höhe?Der Nikkei steht so hoch wie Anfang 1984.Wenn also ein Anleger damals umgerechnet 10 000 DM in diesen Index zur Einmalanlage investierte,so hat er jetzt mit Inflationsausgleich noch weniger 2000 Euro als Kaufkraft zur Verfügung.

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