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Rückversicherung Auf diese fünf Punkte sollten Sie bei den Munich-Re-Zahlen achten

Am Mittwochmorgen präsentiert Munich Re die vorläufigen Ergebnisse für 2018. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die Zahlen, sondern auch der neue Finanzchef Jurecka.
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Der Rückversicherer hat seinen Hauptsitz in der bayerischen Landeshauptstadt. Quelle: dpa
Münchener Rück

Der Rückversicherer hat seinen Hauptsitz in der bayerischen Landeshauptstadt.

(Foto: dpa)

München Es sind große Fußspuren, in die Christoph Jurecka tritt. Mehr als 17 Jahre hatte sein Vorgänger Jörg Schneider alle drei Monate die Zahlen der Munich Re präsentiert. 70 Präsentation waren es am Ende, soviel schaffte bisher kein anderer Finanzchef eines Dax-Konzerns.

Ende vergangenen Jahres verabschiedete sich Schneider in den Ruhestand. Seither ist Jurecka der Herr der Zahlen beim weltgrößten Rückversicherer. Die sind ihm nicht ganz neu, war er doch davor in gleicher Funktion bei der Erstversicherungstochter Ergo tätig. Radikale Einschnitte werden von ihm nicht erwartet. Der Gewinn dürfte nach dem Einbruch im vergangenen Jahr diesmal wieder das gewohnte Terrain erreichen.

Fünf heikle Punkte:

1. Der Gewinn: Zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro soll das Konzernergebnis in diesem Jahr wieder liegen. Das ist seit dem vergangenen Frühjahr das erklärte Ziel von Vorstandschef Joachim Wenning. Nachdem es in den ersten sechs Monaten des Jahres bereits 1,6 Milliarden Euro waren und nach neun Monaten sogar 2,038 Milliarden Euro, ist davon auszugehen, dass das auch erreicht wird.

Allerdings warnte Munich Re-Chef Joachim Wenning auch vor übergroßen Erwartungen und bestätigte stattdessen den anvisierten Korridor. Die Analysten gehen jedenfalls von überschaubaren negativen Einflüssen im Schlussquartal aus und haben zuletzt größtenteils ihre Kaufempfehlungen bestätigt. Auch der Aktienkurs, der sich im vergangenen Jahr weitgehend in der engen Spanne zwischen 180 und knappen 200 Euro bewegt hat, tendiert derzeit wieder am oberen Ende.

2. Die Naturkatastrophen: Wie in den vergangenen Jahren war auch diesmal wieder das dritte Quartal besonders schadenreich. 2018 waren der Hurrikan Michael mit 16 Milliarden Dollar sowie der Waldbrand Camp Fire im Norden Kaliforniens mit 12,5 Milliarden Dollar die teuersten Einzelereignisse.

Mediales Großereignis war dagegen das „Woolsey Fire“ in den Hügeln des Prominentenortes Malibu nahe Los Angeles. Rund 1500 Häuser würden dabei zerstört. Der Schaden lag wegen der hohen Ausstattung bei 5,2 Milliarden Dollar, davon waren vier Milliarden Dollar versichert. Kein Vergleich allerdings zu 2017, dem bislang schadenreichsten Jahr in der Geschichte.

3. Die Rückversicherung: Auch Torsten Jeworrek, der erfahrene Chef der Sparte Rückversicherung, wird sich am Mittwoch äußern. Seinen Worten werden die Analysten und Investoren an diesem Tag besonders intensiv zuhören. Am Dienstag hatte Ulrich Wallin, Chef des Wettbewerbers Hannover Rück, bei der Vorstellung seiner Zahlen noch erklärt, dass der seit Jahren grassierende Preiskampf in der Rückversicherung noch nicht zu Ende sei. Zu unterscheiden seien hier Regionen, in denen hohe Schäden angefallen seien und solche mit lediglich geringem Schadensaufkommen. Während da der Preisdruck sogar leicht zugenommen habe, habe es in schadenreichen Gebieten Preiserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich gegeben.

4. Die Erstversicherung: Die Tochter Ergo – lange Zeit ein Sanierungsfall – hat die schlimmsten Zeiten wohl hinter sich. Im Moment liege man sogar über den Erwartungen, verkündete Konzernchef Wenning Ende vergangenen Jahres. Im Herbst hatte er die Ergebnisprognose der Düsseldorfer Tochter auf 350 Millionen Euro für 2018 angehoben. Zuvor stand an dieser Stelle die Spanne von 250 bis 300 Millionen Euro. Dem im nächsten Jahrzehnt anvisierten Ergebnisziel von 600 Millionen Euro kommt Ergo damit schrittweise näher.

Für das vierte Quartal sollten die Erwartungen indes nicht allzu hoch ausfallen, warnte der der scheidende Finanzchef Jörg Schneider noch zuletzt. Sondereffekte dürften in dieser Zeit wohl zu einem sehr mageren Gewinn führen. Immerhin hatte Ergo nach neun Monaten bereits 359 Millionen Euro verdient.

5. Die Beteiligungen: Dass die Zukunft der 139 Jahre alten Munich Re vor allem im Digitalen liegt, hat Vorstandschef Joachim Wenning in den bislang knapp zwei Jahren an der Spitze des Hauses stets betont. Interessante Übernahmen, Beteiligungen oder nur einfache Kooperationen gibt es seither immer wieder. Für besonderes Aufsehen sorgte im Herbst die Übernahme des Berliner Start-Ups Relayr, dessen Wert mittlerweile auf 300 Millionen Dollar angesetzt wird. Das preisgekrönte Technologieunternehmen bezeichnet sich selbst als „die treibende Kraft hinter dem industriellen Internet der Dinge“. Solche Investments erwarten sich die Investoren in diesem Jahr noch einige. Das Management der Munich Re hat zuletzt gezeigt, dass es bereit ist, hier groß zu denken und dafür auch große Summen in die Hand zu nehmen.

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