Schlussbericht Börse Frankfurt Anleger bauen auf Zins-Luftschloss

Es bleibt dabei: Die EZB soll´s richten! Nichts beeinflusst die deutschen Märkte momentan so sehr, wie die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung. Doch erste Warnungen vor der übertriebenen Zuversicht werden lauter.
Update: 25.04.2013 - 17:43 Uhr 25 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtSpekulationen auf eine baldige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank haben den Aktienmärkten am Donnerstag erneut Auftrieb gegeben. Durchwachsene Geschäftszahlen einiger Großkonzerne dämpften die Kauflaune der Investoren dagegen kaum. "Da die Geldschleusen demnächst voraussichtlich noch weiter geöffnet werden, bleibt vielen Anleger gar nichts anderes übrig, als in den Aktienmarkt zu gehen", sagte ein Börsianer. "Denn andere Anlageklassen werfen wegen der niedrigen Zinsen kaum etwas ab."

Darüber hinaus müssten derzeit die Investoren, die auf eine Fortsetzung des Kursrutsches der vergangenen Woche gewettet hatten, wieder in den Aktienmarkt einsteigen, um ihre Verluste zu minimieren. "In der Frage, ob die jüngsten Kursgewinne auch nachhaltig sind, ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen", betonte Tracy Knudsen, Aktienmarkt-Expertin des auf Charttechnik spezialisierten Analyse-Hauses Lowry Research.

Nach einer Reihe enttäuschender europäischer Konjunkturdaten spekulieren immer mehr Anleger darauf, dass die EZB bei ihrer kommenden Ratssitzung Anfang Mai den Leitzins, der aktuell bei 0,75 Prozent liegt, weiter senkt. Experten sehen darin aber eher eine symbolische Geste, da die Auswirkungen auf die Realwirtschaft begrenzt wären. Politische Reformen seien entscheidend.

Der Dax ging am Donnerstag mit einem Plus von 0,95 Prozent auf 7832 Punkte aus dem Handel. Damit beendete der Leitindex bereits den dritten Tag in Folge im Plus.

Zu den Verlierern im Dax zählten Bayer, deren Aktien sich um 0,2 Prozent auf 80,46 Euro verbilligten. Wegen eines schwächelnden Kunststoff-Geschäfts war der operative Gewinn des Pharma- und Chemiekonzerns hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Unter Druck standen auch Unilever, die an der Londoner Börse 1,75 Prozent nachgaben. Der Hersteller von Knorr-Suppen und Domestos-Reiniger hatte einen Quartalsumsatz unter den Analystenprognosen bekanntgegeben. "Unilever hat zum ersten Mal seit vielen Jahren die Erwartungen verfehlt", sagte Analyst Darren Shirley von Shore Capital. An seiner positiven Einschätzung des Konsumgüter-Konzerns ändere dies aber nichts. Daher halte er an seiner Kaufempfehlung fest.

Schlusslicht im EuroStoxx50 war die spanische Bank Santander mit einem Kursminus von 2,8 Prozent. Der Gewinn des größten Geldhauses der Euro-Zone war zu Jahresbeginn überraschend stark um 26 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro eingebrochen.

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem Evonik. Der Spezialchemiekonzern schaffte nach mehreren Anläufen den Sprung auf das Börsenparkett. Die Aktie kostete am Nachmittag 33 Euro. Dieser Wert liegt 2,5 Prozent über dem Preis von 32,20 Euro, zu dem die Papiere zuvor an institutionelle Anleger verkauft worden waren. Das Unternehmen gilt mittelfristig als Dax-Kandidat.


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25 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Anleger bauen auf Zins-Luftschloss"

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  • Ein CNBC-Bericht von heute:

    "Pro: Why I’ve Turned Bullish on Stocks"

    Sein Ziel für den S&P ist 1.610 Punkte.
    Na, ist ja Klasse, da sieht er noch ein Gewinnpotential von 1,2%. Der Hammer.

    Ja dann ... dann gehe ich morgen All-In.

  • Wenn sie den Zins senken, werden die Sparer noch mehr enteignet!!! Man sollte den Verbrecher das Handwerk legen. Die Sparzinsen sind im Keller die ich habe schon das dritte Jahr eine Nulllohnrunde!!! Jetzt reichts.

  • Wer auf solche Luftschlösser baut hat schon verloren.Senkt die EZB den Zins nämlich nicht,geht´s umso schneller in Richtung eines neuen Jahrestiefs.

  • Nein mal bitte genauer lesen! Günstig waren sie z.B.1982 bei 500! Von 82-00 eine Versechzehnfachung in nur 18 Jahren beim DAX,bzw.dessen Vorläufer !Beim Nemax gings noch schneller, von 97-00 eine mehr als Verneunfachung in knapp 3 Jahren!Das waren noch echte Bullenmärkte!
    Das nach dem März 00 ist doch nur Kokolores,Bye and Hold ist tod,es lebe das Trading!
    Übrigends der Dow steht weit entfernt von seinem Euro- ATH und der ist für uns wichtig,nicht der in Dollar berechnete,denn wir leben hier und müssen deshalb immer den Wertverlust des Dollars seit 00/01 aus dem Dow herausrechnen!

  • Die langfristige Rendite einer Aktie entspricht ja nicht die Ausschüttung, der Kehrwert des KGV bzw. KCV. Nicht ausgeschüttete Gewinne sollten sich langfristig in Kurssteigerungen auszahlen.

    Rendite festverzinslich: 1 %
    Rendite Immo: 3 %
    Rendite Aktie: 1/langfristiges KGV (8-20)= 5 - 12,5 %

    Da ist noch ein gewisser Spielraum für Konjunktureinbrüche.

    (Im Übrigen beinhalten auch Immos und Cash Risiken. Auch wenn diese lange Zeit nicht erlebt wurden. Üblicherweise kommt dann der Abwertungsschock umso drastischer.)

  • Jahreshoch schon gesehen?

    Bestimmt nicht.
    Rösler hat doch heute die Wachstumsprognose für 2013 um 25% erhöht (von 0,4 auf 0,5% BIP).

    Also, 8000 Dax-Punkte x 1,25 = 10000 DAX-Punkte.

    Müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht in Kürze die 10000 sehen, denn die Börsen laufen bekanntlich 6-9 Monate voraus und sie haben immer Recht, oder?

  • "Dax setzt Erholungstour fort"

    um die Letzten in den Markt zu ziehen.

    Ich bleibe dabei: Das Jahreshoch haben wir längst gesehen.

  • Ja richtig, da waren die Unternehmen günstig bewertet. Noch günstiger bewertet waren sie als der DAX bei 5000 stand. Jetzt wo der DAX bei 7800 ist, ist es teurer geworden. Wenn der Dax bei 10.000 steht sind die Unternehmen noch teurer bewertet. Simple logik, oder? Die Bewertung ist aber immer in die Zukunft gerichtet. Es nützt ja nichts wenn die Unternehmen 2012 Rekordgewinne eingefahren haben und der Dax ein durchschnittliches KGV von 12 aufweist. Die Frage ist ja - was wird 2013? Und hier kann man sich nur von einem Konjunkturindikator zum nächsten hangeln. Was haben wir also bis jetzt? US-Arbeitslosigkeit verharrt auf einem hohen Niveau und mal können die neugeschaffenen Stellen in einem Monat die natürliche Zunahme an der Erwerbsbevölkerung abfangen und einen anderen Monat nicht mal die hälfte davon. Aufträge von langlebigen Gütern? Diesen Monat -5,7%, letzten Monat plus 4,3%, davor -3,7% und davor 0,6%, davor +1%, davor +1% und davor -13%. Nicht so schönes Bild, oder? Konsumenten-Index in USA? geht seit einigen Monaten stetig bergab. Und über Indikatoren in Europa will ich gar nicht erst reden. Es ist jedem klar, dass dieser Bulle nicht von den Weltwirtschaftsdaten oder von Unternehmensdaten lebt, sondern nur davon was die Zentralbanken machen. Ob das ein gutes investment ist bleibt abzuwarten. Ich glaube aber kaum, dass die Zentralbanken zu blöd sind um zu sehen, dass diese Politik nur dann was bringt wenn die Politik funktioniert. (Obwohl Heli-Ben glaube ich gedanklich das Superman-Kostüm an hat und die Welt rettet).

  • 6000-Peanuts,wer zu 500 in 82 investierte hat´s gut!

  • Haben scheinbar alle schon Kasse gemacht bei EVK. Naja, egal. Über 80 Cents free lunch in der Früh für 10K.

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