Schlussbericht Börse Frankfurt Dax beendet Verlustserie

Der dreitägige Abwärtstrend ist gestoppt. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt verpassten dem Dax heute einen kräftigen Schub. Neue Sorgen um die Konjunktur in der Euro-Zone gerieten dagegen in den Hintergrund.
Update: 11.10.2012 - 17:38 Uhr 20 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

DüsseldorfDie Herunterstufung der Bonität Spaniens hat am Donnerstag bei europäischen Aktienlegern neue Hoffnungen auf einen baldigen Hilfsantrag des hoch verschuldeten Landes geweckt. Am Nachmittag verhalfen dann überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten den Börsen zu einem Zusatzschub. Der Dax ging am Ende mit einem Plus von 1,06 Prozent auf 7281 Punkte aus dem Handel.

Spanien wird nach Ansicht von Nomura-Volkswirt Nick Matthews unter den Rettungsschirm schlüpfen. "Die einzige Unsicherheit besteht darin, wann dieses Ereignis eintritt." Der Hilfsantrag könne sich zwar noch etwas verzögern, er gehe aber davon aus, dass es spätestens Ende Oktober so weit sein wird. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Vorabend die Kreditwürdigkeit des Staates auf "BBB-" gesenkt - damit rangiert das Euro-Land nur noch eine Stufe über dem Ramschstatus.

Spanien scheut sich, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Das ist allerdings die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit sollen die Zinsen gedrückt werden. Bislang hat Spanien lediglich Geld zur Stützung seines maroden Bankensektors erbeten. Anleger trennten sich auch von spanischen Staatsanleihen. So stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel auf 5,914 Prozent.
Unterstützung gab es von positiven Konjunkturdaten: Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ging auf 339.000 von revidierten 369.000 in der Vorwoche zurück. Das ist der niedrigste Stand seit viereinhalb Jahren. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg auf 370.000 gerechnet.

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat am Donnerstag Euro- und Rentenanleger kaum beeindruckt. Der Euro zog auf 1,2925 Dollar an und notierte damit rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend in New York. Am Morgen war er noch bis auf 1,2826 Dollar abgerutscht, als Anleger in der Entscheidung vor allem eine Eskalation der Schuldenkrise witterten. Dies hatte zunächst auch die Renditen der spanischen und italienischen Staatsanleihen in die Höhe getrieben. Doch auch am Rentenmarkt drehte der Wind, so dass die Renditen am Nachmittag wieder in etwa das Vortagesniveau erreichten.

Am Rentenmarkt grenzten die spanischen Anleihen denn auch ihre anfänglichen Verluste deutlich ein, so dass die Rendite mit 5,86 Prozent wieder fast das Vortagesniveau von 5,83 Prozent erreichten. Zuvor waren sie zeitweise auf 5,96 Prozent geklettert.

Unterstützt wurde die Stimmung vom guten Verlauf einer italienischen Anleihe-Auktion. Italien musste zwar für die Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren wieder mit 2,86 (zuvor 1,75) Prozent eine höhere Rendite bieten. Doch war dies vor allem auf den Anstieg der Renditen am Sekundärmarkt in den vergangenen Tagen zurückzuführen - und der Zins lag noch deutlich unter dem Niveau vom Juni, als Italien den Anlegern für ähnliche Kredite mehr als fünf Prozent zahlen musste. Zudem konnte die Regierung mit 3,75 Milliarden Euro so viel Geld wie maximal geplant einnehmen. Auch die Überzeichnung war mit dem 1,67-Fachen höher als zuletzt. "Das war eine sehr starke Auktion mit einer guten Nachfrage und einer sehr guten Prämie", erklärte Artis Frankovics, Stratege bei Nomura in London.

Die Kurse der zehnjährigen italienischen Anleihen drehten ins Plus, so dass die Rendite auf 5,09 von 5,11 Prozent am Vorabend fiel. Am Morgen war die Rendite zeitweise noch bis auf 5,19 Prozent geklettert.

Während die Anleger bei den italienischen Anleihen wieder zugriffen, ließ der Appetit auf deutsche Papiere - sie gelten als sicherer Hafen - nach. Der Bund-Future grenzte seine Gewinne deutlich ein und lag am späten Nachmittag mit 141,47 Zählern nur noch 24 Ticks im Plus. Am Morgen hatte er in der Spitze 67 Ticks auf 141,30 Punkte zugelegt. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen lag mit 1,48 Prozent leicht unter dem Vortagesniveau von 1,50 Prozent, aber über dem im frühen Handel erreichten Tagestief von 1,45 Prozent.

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20 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax beendet Verlustserie"

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  • Das Schneebrett beginnt zu Rutschen ...

  • Wann werden die Anleger mit den niedrig verzinsten
    Anleihen wohl nervös ?
    Wenn die Zinsen in USA leicht steigen ?
    Mal sehen, wer zuerst die Nerven verliert.

  • fjv2

    Die Sparkassen, Voksbanken und anderen Banken sprechen Omi und Opi nicht an. Nimmer und nimmer wird eine Kommunalanleihe von Bayern oder BW bis September 2013 im Kurs verlieren

  • +++ Der Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht +++

  • aha,
    und wo das Geld bitte in der Zwischenzeit 'parken'?

  • @ schaf:

    Gnerell teile ich ja die Meinung das gute Unternehmen auch Staaten überleben...deswegen regt mich ja die laufende Marktmaipulation so auf...würde liebend gerne in Qualitätsunternehmen einsteigen, aber nicht zu diesen absurd überbewerteten Kursen...ich weiß jetzt sagen alle wieder (wie auch Herr Leber gestern) Aktien wäre momentan unterbewertet....aber das ist absoluter Schwachsinn...genauso so ein Nonsense wie das Facebook beim Börsengang fair bewertet war. Zum Glück habe ich ordentlich studiert und mache täglich nichts anderes als Unternehmen zu bewerten ansonsten würde ich den Müll der unterbewerteten Aktien auch noch glauben. Fakt ist, dass die Weltwirtschaft sich weiter abkühlen wird und es in China wahrscheinlich zur harten Landung kommen wird...die restlichen aufstrebenden Staaten werden in diesen Sog zwangsläufig mit reingezogen...Rohstoffe und Energie werden weiter inflationieren und die konjunkturelle Lage von Europa wird die nächsten 5-10 Jahre sich nicht deutlich verbessern...Also wie in aller Welt soll ich jetzt diese maßlos überbewerteten Aktien kaufen??? Alleine der DAX steht balt wieder vor dem ATH und das bei dieser Lage....wo soll dieses Wachstum in Zukunft herkommen, um diese Kurse zu rechtfertigen...Des Weiteren muss man vorsichtig sein zu sagen Aktien seien Substanzwerte (Sachwerte), denn aus meiner Sicht sind es die meisten nicht...Seit der "Erfindung" von sale and lease back sind die Konzerne nichts anderes als verkappte Banken...Wo zum Beispiel ist eine Substanz bei Arcandor gewesen, wo ist diese Substanz bei Telekom, etc.?? Porsche hat uns dieses Verwürfnis einwandfrei bewiesen.. Kurz bevor der Deal mit VW platzte hatte Porsche mehr gewinn als Umsatz!!!!! Also haben Sie im operativen Geschäft nicht wirklich verdient, sondern mit Finanzinstrumeneten. Was ich damit sagen will ist, dass Konzerne heutzutage so aufgestellt werden, dass sie jederzeit Ihr Geschäftsmodell ändern können.

  • ...es wird nicht gestohlen, Merkel reist durch Europa und verschenkt unseren Wohlstand, was fast noch unerträglicher ist. Na ja, Merkel, jedenfalls, nicht mehr lange.

  • @hunt

    vielleicht hast du deine fragen selbst beantwortet...warum steigt der markt während schlechte nachrichten en masse produziert werden?! wenn das vertrauen in politik und die stabilität der staaten schwindet?!

    genau deswegen.

    weil das einzige vertrauen dann noch auf fähige, nicht wegzudenkende unternehmen und deren innovationen beruht. in einem zeitraum, indem deutschland schon mehrfach pleite gegangen ist, sind es unternehmen wie bspw. daimler hingegen nicht.

    vielleicht sagen sich viele leute "egal was da politisch und mit der währung zukünftig noch passiert, ich werde auch weiterhin etwas essen müssen, zur toilette müssen, mobil sein, uvm."

    das sieht man doch aktuell auch an den schwindenden renditen im bereich der unternehmensanleihen. denn die menschen haben in substanzwerte aktuell mehr vertrauen, als in die politik.

  • Für einen GROSSTEIL der Anleger sind das keine wirklichen Alternativen; jedenfalls nicht für den Normalmichel. Der HAT nämlich schon genug von irgend welchen Papieren die irgendwo irgendwelche Gewinne bringen sollen. Auch ich kriege dazu täglich viele tolle Tipps aufs Fax. Meistens direkt aus den Zielländern. Man muss nur feste dran glauben und dann findet man eine zukünftige Legende in einer heutigen Garage, die aus meinen 50 Dallar 5 Milliarden macht.

    Man muss nur dran galuben und vor allem zahlen!

  • Meine Güte Foristen, ihr dreht Euch wieder im Kreis:

    "Es gibt seit Wochen nichts Neues"- Das ist nicht Richtig. London und New York positionieren sich neu. Aber Ihr merkt nichts

    " Es gibt keine alternativen Anlagemöglichkeiten ". Das ist nicht richtig. Es gibt für Trader z.B. Volatilitätassete an der Eurex oder auch über deutsche Banken kurzfristig bis endlos. Es gibt an der Chicago Mercantile Exchange gute Assets für kurzfristige, mittelfristige und langfristige Anleger. Es gibt sehr gute Rentenfonds die in Schwellenländeranleihen investieren. Zwar ist die Auswahl wegen der Mindestanlagesummen, weniger als 50000 USD oder EUR, nicht groß,jedoch sind sie, was die Performance und die inneren Werte betrifft, sehr gut.
    Die US-Wahl und die Berichtssaison muss man als Kleinanleger abwarten. Jedoch kann jeder seine ausgewählten Aktien beobachten. Diese Beobachten in der Struktur oder in der Branche könnte das HB beschreiben, stat dauernd zwischen Himmel und Hölle zu berichten.

    Die Paralyse des Brüssler und politischen deutschen Sytems,Vermögenssteuer,Erbschaftssteuer!,alle zwei Jahre Erhöhung der Grundsteuer usw.usf. wird sich nicht ändern, solange die Redakteure die strukturellen Ursachen nicht beschreiben. DAS kann aber in einer Stagnation den DAX und andere Indices nicht beeinflussen. Punkt.

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