Schlussbericht Börse Frankfurt Dax erleidet heftigen Rückschlag

Der Traum von der 8.000-Punkte-Marke ist vorerst dahin. Die Angst vor einem Ende der ultralockeren US-Geldpolitik sorgte heute für einen rabenschwarzen Handelstag. Zudem machten sich neue Sorgen um die Euro-Zone breit.
Update: 21.02.2013 - 17:50 Uhr 29 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtDas mögliche Ende der ultralockeren US-Geldpolitik hat die Aktien- und Devisenanleger in Europa am Donnerstag kalt erwischt. Die Anleger fürchten, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm bald eindämmen könnte. Dazu kamen Sorgen, dass sich die Wirtschaft in der Euro-Zone nicht so schnell wie erhofft erholt. Über allem schwebt zudem das Damoklesschwert der italienischen Parlamentswahlen am Sonntag und Montag.

In dieser Gemengelage rauschte der Dax in den Keller. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 1,88 Prozent auf 7583 Punkte aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 verlor 2,3 Prozent auf 2580 Zähler. In Mailand gab der Leitindex sogar 2,7 Prozent nach. Auch an den US-Börsen standen die Zeichen auf Rot. Neueste Konjunkturdaten hatten dort zunächst keinen Effekt. Der Euro büßte zum späten Handel in New York einen US-Cent ein und rutschte unter die Marke von 1,32 Dollar.

Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Januar-Sitzung der Fed war hervorgegangen, dass einige Notenbanker Zweifel an Sinn und Wirksamkeit der extrem lockeren Geldpolitik haben und eine Drosselung oder eine Einstellung des Anleihekaufprogramms für möglich halten. Das Protokoll sei ein erster Warnschuss für die Anleger, sich mit der Idee eines vorzeitigen Endes der lockeren US-Geldpolitik auseinanderzusetzen, kommentierten die Analysten der Metzler Bank.

HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris warnte allerdings davor, das Protokoll der Fed überzubewerten: "Die US-Notenbank wird immer stärker als etwa die EZB dazu geneigt sein, das Wachstum anzuschieben. Es dürfte jetzt erst einmal um eine Reduzierung des Programms gehen, nicht um dessen Einstellung. Schließlich handelt es sich bei den Anleihen-Käufen der Fed um gewaltige Summen, die man irgendwann mal drosseln muss."

Neben der Fed verpassten auch die Umfragen des Markit-Instituts unter Einkaufsmanagern den Anlegern einen Dämpfer. Danach beschleunigte die Privatwirtschaft in der Euro-Zone im Februar überraschend ihre Talfahrt.

Auch die Angst vor einem Comeback von Silvio Berlusconi bei den anstehenden Wahlen in Italien belastete die Märkte. "Sollte der Cavaliere tatsächlich in Rom wieder an die Macht oder auch nur in ihre Nähe kommen, wird das nicht nur den italienischen Anleihen den Garaus machen. Dann wird die ganze Euro-Zone abgestraft und die Aktienkurse dürften in den Keller rauschen", sagte ein Börsianer. Berlusconi will viele Reformen zurückdrehen. In den jüngsten Umfragen Anfang Februar lag die Mitte-Links-Allianz von Pier Luigi Bersani vorne. Aber Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis gewinnt an Zustimmung, und wegen des großen Anteils unentschlossener Wähler schließen einige seinen Wahlsieg nicht ganz aus.


Rein Bundesanleihen - raus aus den Rohstoffen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schlussbericht Börse Frankfurt - Dax erleidet heftigen Rückschlag

29 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax erleidet heftigen Rückschlag "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Dax erleidet heftigen Rückschlag"

    Tja, Treffer #1 in Runde 1.

    Mal sehen wie der DAX in Runde 12 aussieht.

    Gez.
    die Klitschko's

  • Auf Eurex und Xetra meinen Sie wohl? Denn das eine ist elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse AG und das andere eine Terminbörse für Finanzderivate,ebenfalls mit Beteiligung der Deutschen Börse Group.

  • Mann kann sich auch mit kleinen Einsätzen ein nettes Taschengeld nebenbei verdienen. Ich mach das ab und an mit Dax Knockouts. Man braucht zwar manchmal gute Nerven aber wenn die Börse so schön rauf und läuft wie in den letzen Tagen und man GEGEN die Meinung der einschlägigen "Propheten" tradet kommt da durchaus ein nettes kleines Taschengeld bei rum ;-)

  • "du warst auf den andern rechnern noch im verteiler drauf. sry !"

    entschuldigung angenommen ^^

    hat auch keinen sinn, mir reichen meine beiden kinder

  • Mehr als 100K?
    Danke für den Hinweis, dann heißt es die nächsten 10 Jahre doch noch weiter arbeiten im Office :-D
    Egal, Übung macht den Meister/in!

  • Als nebenberufliches Hobby, meinetwegen. Aber um seinen Lebensunterhalt & more mit Trading zu verdienen, brauchst du ein bissl mehr Startkapital als nur 100.000 €.

    Ps: Trading ist nicht Beruf sondern Berufung. Und man sollte als Background schon ein paar Jahre erfolgreich im Prop-Desk einer Top-Investmentbank gearbeitet haben, bevor man sich anschließend selbständig macht, um auf eigene Rechnung professionell und erfolgreich zu arbeiten.

  • Vishnu & daytrader
    verhält sich wie
    X_Trader zur Tomate.

    Für beide gilt 'Hin und Her macht Taschen leer',
    die Taschen der Plattformbetreiber voll.

  • Jedem das seine, wer nur 5000€ zur Verfügung hat der ist anstatt 1-2% Gewinn auf 5-10% Gewinn pro Trade angewiesen.
    Wenn ich ein Kapital von 100k hätte würde ich natürlich auch durch den größeren Einsatz auf Aktienkäufe setzen (kein Nockout) anstatt Optionsscheine zu ordern.
    Bis dahin dauert es noch ein wenig.. ;)

  • "Seriöse Analysten und Menschen haben eine 5-10% Korrektur für Februar vorausgesagt."

    Wer findet den Fehler?

  • Seriöse Analysten und Menschen haben eine 5-10% Korrektur für Februar vorausgesagt.

    Da aber das Zinsniveau keine Alternative bietet werden die Großanleger und Versicherungen in 1-2 Jahren die Aktienmärkte mit massenhaft Geld fluten, weil sie auch ihre Garantiezinsen erwirtschaften müssen. Das könnte dann in 2-3 Jahren zum Dax 10.000 führen. Mit Volatilität ist in den nächsten Monaten immer zu rechnen...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%