Schlussbericht Börse Frankfurt Dax erobert 9300-Punkte-Marke zurück

Das krisenhafte Auf und Ab an Europas Börsen geht weiter. Nach den kräftigen Verlusten vom Vortag legte der Dax am Mittwoch wieder deutlich zu. Analysten warnen aber bereits vor einem erneuten Kursrücksetzer.
Update: 16.04.2014 - 17:45 Uhr 10 Kommentare

Dax hält den Kopf über Wasser - Kalifornien lockt BMW

FrankfurtMit Erleichterung haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch auf die Wachstumsdaten aus China reagiert. „Zwar hat sich das chinesische Wirtschaftswachstum zwischen Januar und März weiter abgekühlt, dies jedoch auf hohem Niveau und nicht so stark wie zuvor befürchtet", fassten die Analysten von IG Markets zusammen. Damit seien die Sorgen um die Krise in der Ukraine in den Hintergrund gerückt, erläuterte LBBW-Analyst Ralph Herre. Der Dax notierte am Ende 1,57 Prozent bei 9317 Punkten im Plus. Der Euro Stoxx 50 legte 1,48 Prozent zu.

In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 7,4 Prozent und damit stärker als von Analysten mit 7,3 Prozent erwartet. „Wachstumsraten von über sieben Prozent sind mittlerweile für die neuen chinesischen Verhältnisse akzeptabel", schrieb Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank in einem Kommentar. Der Rückgang sei vor allem schwachen Bauinvestitionen geschuldet, die restriktivere Kreditvergabe hinterlasse ihre Spuren.

Der Konflikt in der Ukraine bleibe allerdings ein Belastungsfaktor für die Märkte, der jederzeit für neuen Druck sorgen kann, warnten die Experten von IG Markets. Am Dienstag hatte die Eskalation der Spannungen im Osten der Ukraine den Dax noch um 1,8 Prozent ins Minus gedrückt. „Der Dax geht erst einmal auf Erholungskurs - die Frage, ist allerdings, ob er die Gewinne halten kann. Die zunehmenden Spannungen in der Ukraine lassen daran zweifeln", sagte ein Händler.

Im Dax kauften die Anleger vor allem die großen Verlierer vom Vortag. Dazu zählten Commerzbank mit einem Plus von 2,72 Prozent. Die Papiere hatten in den vergangenen fünf Handelstagen über neun Prozent verloren. Continental legten 4,78 Prozent zu - nach Verlusten von über fünf Prozent seit Mitte voriger Woche.

Die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas verbilligen sich hingegen um 0,72 Prozent. Händler führten das auf den anhaltenden Streik in einer chinesischen Schuhfabrik zurück, die neben Adidas auch für Nike, Reebok, Asics oder Converse produziert.

Viel Bewegung in der zweiten Reihe
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schlussbericht Börse Frankfurt - Dax erobert 9300-Punkte-Marke zurück

10 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax erobert 9300-Punkte-Marke zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • who cares?
    Gibt auch noch anderes: z.B Stockpicking im Ibovespa, an der Nasdaq, oder an der NYSE.
    Mein persönlicher Tipp wäre DAL. - Meiner Meinung nach total unterbewertet.
    Bin überzeugt sie wird der Lufthansa die Rücklichter zeigen (gehört allerdings nicht viel dazu).

  • Danke für die Rückmeldung. Das ist ein interessanter Ansatz. Daytrading ist nur etwas für die Profis.

    Welchen Basispreis würden Sie bei solch einer Strategie verfolgen? Selbst die 9000er haben ja noch einen ordentlichen Hebel über die Laufzeit.

  • Ich bin Anfang Januar 2000 gegen DAX und Nemax short gegangen,der Bullenmarkt lief noch 2 Monate,das Gleiche im Juli 07 im DAX,der Bullenmarkt lief noch fast 6 Monate,wer sich einen Langzeitput ohne k.o.Modus holt, kann nach meiner Ansicht nichts falsch machen.Day-Trading beherrsche ich nicht,dass beherrscht der X-Trader,der hat das gelernt,der ist ein Meister seines Fachs,ich bin erst seit Anfang 1982 an der Börse als Kleinanleger dabei,ich muss mich auf meine Erfahrung verlassen,manchmal auch auf mein Gefühl wie 07,jetzt ist eine Mischung aus beidem,wie in 2000.

  • Wer würde wetten, dass wir vor der 9000 die 10000 sehen?

  • @farmer

    Auf welche europäischen Werte beziehen sich diese Angaben? EuroStoxx 50? Ich könnte mir vorstellen, dass die Daten ein wenig durch die Versorger und Banken verwässert sind. Mit ca. 3,7% Dividendenrendite im Stoxx fährt man trotzdem recht ordentlich.

    Ansonsten volle Zustimmung. Man muss ja nicht gleich jetzt Haus & Hof drauf setzen und kann scheibchenweise je nach Belieben & Risikoneigung in ausgewählte Werte, ETFs, Fonds etc. einsteigen.

  • X_Trader schrieb am 11.11.13:



    @ Francine: Nimm z.B. Draghi´s Orgasmus-Show letzten Donnerstag. Wenn ich an so einen Tag jetzt für meine eigene Kasse ein 5-stelliges Tagesergebnis mit 5 FDAXen (VaR ca. 1,1 Mio. € und +/-125 € Punkt) mache, dann haben wir früher an solchen Tagen bei der IB am Prop-Desk zusammen locker 6-stellig abgeräumt. Mit 300 FDAXen (ca. 70 Mio.) und 1500 FESXen (ca. 45 Mio.). 150 Mio. € war die Feuerkraft des gesamten Handelstisch-Deutsche Aktien und Derivate. Solche Tage sind wie Weihnachten. Und nach Börsenschluss ging`s dann immer in ein Herrenclub auf Firmenkosten. Wenn man für die Firma an einem Tag ~400.000 € verdient, kann man auch für 20.000 € knick-knack machen. 



    Und das wiederum freut die Jungs bei HSBC-Trinkaus natürlich auch. Da sie ja fast alle meine erwirtschafteten Erträge aus dem Algo- und System-Trading, die über die Lebenshaltungskosten und einen gewissen Lebensstandard/stil (neben der ETW) für mich und meine Partnerin hinausgehen, langfristig allokieren in der individuellen VV für die Altersvorsorge. Da ich als Prop-Trader auf dem Trading-Floor und mittlerweile selbst. Börsenhändler keine Ahnung von Portfolio- und Fondsmanagement habe, bin ich dabei auf fremde professionelle Hilfe angewiesen. Und das geht schon ab 1 Mio. € liquiden Mittel/Privatvermögen. Sinnvoll sind m.E. aber ca. 2 bis 2,5 Mio. € (mein Ziel sind 5 bis 10 Mio. € Fuck-you-Money bis Mitte/Ende 40 um aufzuhören, und ein finanziell sorgenfreies und selbstbestimmtes Leben zu führen). 
Im Prinzip, schaffe ich also nur die Kohle ran wie eine Hure für seinen Zuhälter. Fertig.

  • Derzeit schütten die europäischen AGs 35 % ihrer Nettogewinne an die Anleger aus. In den USA sind das 55 %.
    Während das in den USA etwa ein Langzeitdurchschnittswert ist, bewegen wir uns in Europa an der untersten Grenze.
    Hier ist also noch eindeutig Luft nach oben, was die Aktienanlage auch perspektivisch interessant hält.

    Den Skeptizismus halte ich für sehr gut.
    Das zeigt, dass wir Deutschen wieder unsere Verkrampfung bekommen. Ein sicheres Zeichen, dass der nächste Börsenzug wieder ohne uns abfahren wird.
    In diesem Sinne: Dax 15.000
    Salve!

  • Das ist eine wunderbare Antwort auf eine ganz andere Frage.

    Ich bleibe bei meiner persönlichen Einschätzung, dass wir die 9000 nochmal vor der 10000 sehen.

  • Ich finde, dass hier im Forum ein extremer Bias in Richtung Pessimismus besteht.

    Als der DAX (heftig) unterbewertet war, war immer noch eine Mehrheit der Ansicht, dass ein massiver Crash drohen würde. Jetzt ist der DAX wohl leicht überbewertet, aber niemand kann sich vorstellen, dass die Überbewertung wesentlich größere Ausmaße annehmen könne.

    Die Bewertung des Aktienmarktes hängt schließlich in der Hauptsache von den Notenbanken ab, also von einer sehr geringen Anzahl von Akteuren mit höchstem Einfluss. Die Notenbanken sind in ihren Aktionen hauptsächlich durch das Auftreten einer höheren Inflation limitiert. Bei deflationären Tendenzen sehen sie sich sogar zu expansiven Maßnahmen genötigt. Außerdem haben wir einen Abwertungswettlauf der großen Währungen.

    Ich gehe davon aus, dass die Notenbanken pragmatisch handeln, d.h. sie tun mittel- und längerfristig nicht unbedingt das, was sie kurzfristig ankündigen, sondern handeln gemäß den Anforderungen der Wirtschaft, der Arbeitsmärkte und der Finanzmärkte.

    Einseitig auf Crash zu spekulieren halte ich für fragwürdig.

  • Es scheint ja trotzdem noch Käufer zu geben, die auf diesem Niveau (nach)kaufen. Zumindest scheint es sich jetzt wieder über 9300 zu schaukeln. Gestern Abend wurden die 9080 ja schon angetestet.

    @Schaarschmidt (mit r): Habe ich Ihrem Kommentar gestern Abend richtig entnommen, dass Sie mit einem Rückgang auf 5000 rechnen? Davon gehe ich persönlich nicht aus, aber mich würde Ihre Begründung interessieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%