Schlussbericht Börse Frankfurt Dax nimmt Kurs auf Jahreshoch

Der Dax setzt seinen Aufwärtstrend weiter fort. Getrieben von der Hoffnung auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit, eroberte der Dax am Ende die wichtige Marke von 7.400 Punkten wieder zurück.
Update: 29.11.2012 - 17:41 Uhr 38 Kommentare

Börse Frankfurt am Mittag

FrankfurtMit ihrer Zuversicht für eine Lösung des Haushaltsstreits in den USA haben Präsident Barack Obama und sein wichtigster Republikanischer Gegenspieler John Boehner den Börsianern Mut gemacht. "Offenbar nehmen jetzt alle an, dass es rechtzeitig bis zum Jahresende eine Lösung gibt", erklärte Ian Williams, Aktienstratege bei Peel Hunt, der aber dennoch zur Vorsicht mahnte. Von Euphorie könne keine Rede sein, sagten auch Händler in Frankfurt.

Der Dax ging am Ende mit einem Plus von 0,78 Prozent auf 7400 Punkte aus dem Handel und näherte sich damit seinem Jahreshoch von 7478 Punkten, das er am 21. September aufgestellt hatte.


Die neue Zuversicht ließ einige Anleger auch wieder bei den Staatsanleihen Spaniens und Italiens zuschlagen. So fielen die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen auf 4,54 Prozent und lagen damit so niedrig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Die Rendite der entsprechenden spanischen Papiere notierte mit 5,3 Prozent so niedrig wie seit dem Frühjahr nicht mehr. Auch am Devisenmarkt ging die Risikoscheu zurück: Der Euro notierte mit 1,2994 Dollar höher als am Vorabend. Den sicheren Dollar-Hafen mochten offensichtlich viele Anleger nicht mehr anfahren, obwohl die US-Wirtschaft ja als erste von einer Einigung profitieren würden.

Obama hatte am Mittwochabend die Hoffnung geäußert, dass sich seine Demokraten bis Weihnachten mit den Republikanern auf ein Rahmenabkommen zur künftigen Haushaltspolitik einigen könnten. Zuvor hatte schon Parlamentspräsident Boehner Entgegenkommen signalisiert. Sollten die Kontrahenten es nicht schaffen, sich bis zum Jahreswechsel zu einigen, treten zeitgleich Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.

Wenig Reaktionen riefen am Nachmittag US-Konjunkturdaten hervor. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich nach endgültigen Zahlen im dritten Quartal auf 2,7 Prozent, Analysten hatten mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der Vorwoche mit 393.000 etwas höher aus als von Experten prognostiziert.

Die kräftige Erholung des Dax ist nach Einschätzung der Helaba und der Deutschen Bank noch lange nicht zu Ende. Der Leitindex werde bis Ende 2013 auf ein Rekordhoch von 8200 Punkten steigen, sagte Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, am Freitag in Frankfurt. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank, prognostizierte zwar einen Dax-Stand von "nur" 8000 Zählern. Er betonte aber gleichzeitig: "Ich würde das als eine konservative Schätzung sehen." Die Chancen, dass diese Marke übersprungen werde, stünden nicht schlecht. Die bisherige Bestmarke des Dax vom Juli 2007 liegt bei 8151,57 Stellen, aktuell notiert er bei 7400 Punkten.

Banken-und Konjunkturwerte im Aufwind
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38 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax nimmt Kurs auf Jahreshoch"

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  • Irgendwann wird sicher wieder Kasse gemacht,mal sehen wann diesmal,wieder erst bei 8120 wie im März 2000 oder schon bei 7600 wie im letzten Jahr? Viele träumen ja schon von den 10.000,andere von 15 000 oder gar 20 000 in 2013."Der Aktionär" ist sich sicher,daß wir bald die 20 000 sehen.Na wenn "Der Aktionär das sagt...!

  • Absolut richtig. Gut anschnallen.

    Sonst tut's zu weh, wenn man unten aufschlägt.

  • Und auf gehts! Alle angeschnallt/investiert?

  • Wo ist eigentlich unser Traumtänzer pro-d?

    Hier mal ein Kommentar zu den heutigen US-GDP & Initial Claim-Zahlen:

    "Unemployment claims of around 400K correlate to ZERO job growth. Sandy is no longer a factor; in fact it appears not have been a factor in last week's 416K number based on the drastic reduction in claims in NY and NJ from the week prior.

    The big news in the GDP report is that final consumer spending growth was revised down from 2.0% to 1.4% -- a HUGE change. Inventories being high bodes poorly for coming months as companies deplete those inventories instead of using labor and materials to build more.

    Simply, this is a BAD REPORT DAY, despite the best efforts of CNBC to spin it otherwise. Blame it on who/what ever you'd like, but this this suggests that the Fed's, the IMF's, and OECD's prediction of a major slowdown or recession in the US in 2013 is likely to be true."

  • Alter Hut! Ich stimme Beelzebub im Prinzip zu. Orakel auch!

    Meine alten Aussagen:

    1.) Eine deutliche Korrektur, nennen wir es meinetwegen Absturz, wird kommen. Nicht jetzt, erst im neuen Jahr, und dann erst nach Abschlusss des Jahres 2012 bei den Banken. Also eher im April, als im Januar, denn zum Bilanzierungszeitpunkt braucht man dringend hohe Kurse aus verschiedenen Gründen.

    2.) Der Absturz wird kein "Crash ins Bodenlose", weil Inflationsangst, Nullzinsen und hohe Liquidität stützend wirken.

    3.) Namenlose Optimisten schwadronieren von Dauerhausse (ohne es so zu nennen.)

    4.) Man lese Delta und stimme ihm zu.

    5.) Langfristig besteht Kaufpotenzial, aber nicht unter Tradinggeesichtspunkten.

    .... also nichts Neues, alles exakt wie vor x, y, oder z Monaten. Alte Hüte.

  • wenn dauernd wenig Umsätze und die Kurse steigen,
    das freut mich, nur Sodbrennen nicht,
    wäre doch dumm, wenn heute schon alle gekauft hätten, wo
    soll dann die Rallye herkommen ?

  • Short/Long Position

    In my opition you can wait until 7/1/13 provided, that it will continue between 7285-7478. Short sellers increase their trading following positive returns and htey correcktly predict future negative abnormal returns.

    In january it is absolutle nessary to controol politics and the futures.

    Seasons´s Greetings

  • Zu Beginn der Woche schrieb ich, daß Bonitätsherabstufungen von EU-Ländern in der Pipeline sind, ist dies keine Neuigkeit???. Sie wüßten jetzt natürlich gerne wer wann einen Downgrade erhält, rechnen sie mal im Januar mit... und für 2013 ist auch Deutschland auf der Liste.
    Sind die Aktuellen Börsenkurse (völlig überkaufte Marktlage) nicht wie geschaffen, zumindest zum Ausstieg - für die Mutigeren gar zum Eröffnen von Shortpositionen. Man soll die Party verlassen wenn es am schönsten ist, die restlichen evtl. 5% ist für die Gierköpfe allerdings dann mit entsprechend hohem Risiko. Ich bin seit 7150 aus dem Markt. Im September schrieb ich, daß jeder Fondsmanager am Jahresende froh sein würde er hätte bei 7400 liquidiert - das sage ich jetzt erst recht!Der Dax unternimmt den 4. Anlauf auf die 7450-7500 und ist Überkauft, falls er wieder scheitern sollte ist die 5 als erste Ziffer im Dezember mehr als realistisch.

  • Hallo?! Haben Sie's nicht gelesen? Der DAX WIRD ABSTÜRZEN! Aber erst im Januar! Vorher sind einfach noch viel zu viele im Ralleymodus. Dazu kommen die niedrigen Umsätze ab der zweiten Dezemberhälfte. Machen Sie sich doch mal die Mühe und schauen Sie sich die Dezember der letzten 15 Jahre an...

  • So alle 25 Beiträge kommt hier eine/r dazu und nölt ohne eigene Aussage über andere. Auch das ist ein alter Hut.

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