Schlussbericht Börse Frankfurt Dax schließt fast 100 Punkte im Minus

Die Hoffnungen auf eine weitere Zinssenkung sind zerstreut. Gleichzeitig fürchten die Anleger ein Ende der ultralockeren US-Geldpolitik. Für Europas Börsen ging es heute kräftig nach unten. Einziger Gewinner: Der Euro.
Update: 06.06.2013 - 18:06 Uhr 19 Kommentare
Dax driftet erneut ins Minus ab

Dax driftet erneut ins Minus ab

FrankfurtMit ihren Projektionen zu Wachstum und Inflation hat die Europäische Zentralbank Spekulationen auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik am Donnerstag gedämpft. "Die Tür für eine weitere Zinssenkung steht wie bisher offen", sagte Analyst Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. "Ich denke aber nicht, dass im Juli ein nächster Schritt bevorsteht."

EZB-Chef Mario Draghi hatte auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung, den Leitzins bei 0,5 Prozent zu belassen, unter anderem gesagt, es sei kein unmittelbares Handeln erforderlich. Ein Strafzins für Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, sei derzeit kein Thema. "Wir haben die Möglichkeit negativer Zinsen diskutiert", so Draghi. "Wir sind darauf technisch vorbereitet. Wir sehen aber keinen Handlungsbedarf." Ein negativer Zins könnte die Banken dazu bewegen, ihr Geld an Unternehmen zu verleihen und damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Dax und EuroStoxx50 drehten am Nachmittag ins Minus und verabschiedete sich jeweils gut ein Prozent schwächer bei 8098,81 beziehungsweise 2680,25 Punkten in den Feierabend. Gleichzeitig trennten sich Investoren auch von europäischen Anleihen. Der Bund-Future verlor 25 Ticks auf 143,53 Stellen. Seine Pendants aus Italien und Spanien rutschten um 204 beziehungsweise 183 Ticks ab. Der Euro profitierte dagegen von den nachlassenden Zinssenkungsspekulationen und verteuerte sich auf 1,3198 Dollar, nach 1,3093 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

Das zweite Thema des Tages war einmal mehr die US-Geldpolitik. Börsianer spekulieren seit Wochen darüber, ob und wann die Notenbank Fed ihre Geldschwemme drosselt. Neben anderen Maßnahmen kauft die US-Notenbank zur Ankurbelung der Konjunktur derzeit Bonds und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich auf. Sie will ihre lockere Geldpolitik so lange beibehalten, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 von derzeit 7,5 Prozent gefallen ist. In den vergangenen Wochen hatten einige Fed-Vertreter allerdings laut darüber nachgedacht, zumindest die Wertpapier-Käufe zu drosseln, wenn sich die Konjunktur deutlich erholt. In ihrem am Mittwoch vorgelegten Wirtschaftsbericht ("Beige Book") hatte die Fed von einer "mäßigen bis moderaten" Erholung gesprochen.

Daher blickten viele Investoren am Donnerstag bereits auf die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Von Reuters befragte Analysten sagen für Mai die Schaffung von 170.000 Stellen nach 165.000 im Vormonat voraus. Die Arbeitslosenquote werde bei 7,5 Prozent stagnieren.

Um von diesen Daten nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, hielten sich viele Wall Street-Anleger zurück. Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten bei Xetra-Handelsschluss in Deutschland jeweils kaum verändert.

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19 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax schließt fast 100 Punkte im Minus"

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  • Ich finde es ebenfalls schwer, exakte Marken prognostizieren zu wollen. Kein Mensch kann jetzt sagen, ob wir eine Korrektur oder einen längeren Rückgang haben werden.

    Ähnlich zweifelhaft sind Aussagen wie "Ich bin short - nächstes Ziel ist 7950". Ziele habe ich auch viele. Beim Sport1-Doppelpass zahlt man für solche Aussagen in Phrasenschwein.

  • Bitte verstehen Sie das nicht falsch: Ich möchte an Ihnen persönlich keine Kritik üben und ich bin überzeugt, dass Sie wirklich erfahren sind und Sachverstand haben.

    Natürlich gibt es die angesprochenen gleichen Diskussionen immer. Aber diese Diskussionen finden ja auch dann statt, wenn das erhoffte/befürchtete Ereignis nicht eintritt. Es gibt Leute, die prophezeien bei jedem Zwischenhoch den baldigen Absturz. Diese Leute haben natürlich auch ab und zu recht;)

    Das Problem dabei ist, dass man nicht ohne gute Begründung einer solchen Vorhersage glauben schenken darf. Der alleinige Verweis auf Erfahrung oder "zu hohe Preise" reicht mir zumindest nicht - das kann man praktisch immer behaupten.

  • Ich bleibe dabei,die zu 8556 rein sind,werden ihr Geld so schnell nicht wiedersehen.Bin lange genug dabei,die gleichen Diskussionen gab es 2000 als der DAX von den 8136 die ersten Punkte abgab.Da wurde gehofft und gebankt und alles hat am Ende nichts genutzt.Inflationsbereinigt warten die immer noch,das steht fest.

  • Es müssen gute Nachrichten gewesen sein. Ansonsten wären die Aktien ja gestiegen.

    Ernsthaft... die gute Nachricht ist die, dass ich in den letzten Wochen massiv Aktien liquidiert habe und jetzt auf einem Berg Cash sitze.

    Mal sehen, wann sich der Einstieg wieder lohnt.

  • welches waren denn die guten Nachrichten? :-)

  • Welche morbide Gesellschaft: Bei guten Nachrichten fallen die Kurse.

  • 8000 wir kommen.

  • Short-ETF ging per Limitorder bei umgerechnet 8150 raus. Nächstes Ziel: 7950.

  • Habe gerade eben mit ihm telefoniert.

    Macht noch ne Weile Urlaub, um Kraft zu tanken.

    Aber 2014 solls dann kräftig losgehen...

  • Ich setze mal darauf, dass Draghi heute enttäuscht und baue meine Short-Position aus.

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