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Schwellenländer Indiens Aktienmarkt zeigt Stärke

Während andere Börsen nachgeben, erreicht der indische Aktienmarkt neue Rekordhöhen. Doch für Investoren aus dem Ausland ist Vorsicht geboten.
Update: 21.08.2018 - 18:00 Uhr Kommentieren
Der indische Regierungschef ist als Reformer bekannt. Quelle: Reuters
Narendra Modi

Der indische Regierungschef ist als Reformer bekannt.

(Foto: Reuters)

BangkokWeltweit brechen die Aktienmärkte in Schwellenländern ein: Die voranschreitende Zinswende in den USA, die Währungskrise in der Türkei und die Furcht vor einem Handelsstreit sorgen dafür, dass immer mehr Investoren große Risiken scheuen und sich daher aus Schwellenländern zurückziehen. Doch ausgerechnet Indien, das derzeit gegen eine der schlimmsten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten ankämpft, schlägt sich am Aktienmarkt wacker. Rund 800.000 Menschen sind vor den Wassermassen auf der Flucht, mehr als 300 wurden getötet. Die Unwetter sind eine menschliche Tragödie. Wirtschaftlich dürften sie jedoch kaum Auswirkungen haben.

Bereits zu Beginn dieser Woche stellten Indiens wichtigste Aktienindizes neue Rekorde auf. Der Nifty durchbrach erstmals die Marke von 11.500 Punkten, der Sensex erreichte ein Allzeithoch und notiert mittlerweile bei 38.285 Zählern. Seit Jahresbeginn haben Investoren damit ein Plus von deutlich mehr als zehn Prozent erzielt. Kein anderer Aktienmarkt in Asien entwickelte sich in diesem Zeitraum besser.

Gleich mehrere Faktoren treiben die Hausse an: Die Wirtschaft des Subkontinents ist im Vergleich zu anderen Schwellenländern unabhängiger von Exporten. Schon bei der Finanzkrise nach der Pleite von Lehman Brothers und dem folgenden globalen Abschwung trotzte der Subkontinent den Widrigkeiten – bis die Wirtschaft wegen hausgemachter Probleme schließlich einbrach.

„Bedenken über langsameres globales Wachstum oder eskalierende Handelsspannungen zwischen den USA und China haben in Indien geringere Auswirkungen“, heißt es in einem Bericht der japanischen Bank Nomura. Indien scheint eine Welt für sich zu sein. Zuletzt legten auch die Unternehmensgewinne wieder zu, die lange Zeit schwächelten.

Das könnte so weitergehen: Einer Bloomberg-Umfrage zufolge rechnen Analysten damit, dass die Profite in dem im kommenden März endenden Geschäftsjahr insgesamt um rund 25 Prozent wachsen dürften. Die französischen Großbank BNP Paribas geht davon aus, dass die Ertragslage so gut wie seit 2006 nicht mehr ist.
Aktien profitieren außerdem davon, dass immer mehr Inder per Fonds für das Alter vorsorgen, statt ihr Geld in Gold oder andere Sachwerte zu stecken. All das hat den Aktienmarkt auch teuer gemacht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Aktienindex Nifty liegt derzeit mit etwa 24 auf hohem Niveau.

Die Experten von BNP Paribas sehen auch Risikofaktoren. Der als Reformer bekannte indische Regierungschef Narendra Modi solle sich etwas zurückhalten, meinen sie. In den vergangenen zwei Jahren hatte die indische Regierung mit großen Reformen für Unruhe gesorgt, zum Beispiel einer historischen Mehrwertsteuerreform und der Bargeld-Reform, bei der rund 85 Prozent des Bargelds aus dem Verkehr gezogen wurden. Langfristig dürfte aber vor allem die Mehrwertsteuer positive Effekte haben.
Zudem wird in Indien kommendes Jahr gewählt. Viele spekulieren deswegen darauf, dass die Regierung mit großzügiger Sozialpolitik Wähler überzeugen will – und so den Konsum ankurbelt. Laut einem Barometer der OECD ist die Stimmung von Indiens Unternehmen derzeit so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr.
Ganz anders die Situation am Devisenmarkt: Die indische Rupie hat deutlich an Wert verloren – mittlerweile sind rund 70 Rupien zu zahlen, um einen US-Dollar zu bekommen, und damit so viel wie nie zuvor. Noch ist die Lage aber nicht kritisch. Schließlich könnte die schwache Rupie auch dazu beitragen, dass Indiens Exporte auf dem Weltmarkt wieder günstiger werden.

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