S&P-Downgrade Dax drohen am Montag weitere Kursverluste

Die deutschen Aktien leiden weiter unter der Herabstufung einiger europäischer Länder durch die Ratingagentur S&P. Im außerbörslichen Handel am Sonntag setzte sich der Kursverfall des Dax fort.
Update: 15.01.2012 - 19:36 Uhr 18 Kommentare
Die Bronzeplastik des Bären vor der Frankfurter Börse. Quelle: dpa

Die Bronzeplastik des Bären vor der Frankfurter Börse.

(Foto: dpa)

New YorkAlles deutet auf weitere Kursverluste an den Börsen hin. Beim Düsseldorfer Broker Lang & Schwarz wurde der Deutsche Aktienhandel (Dax) am Sonntagabend mit 6091 Punkten berechnet. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Schlussstand vom Freitag im regulären Börsenhandel von 0,85 Prozent. Zeitweise hatte der Dax am Sonntag bis zu 1,35 Prozent verloren. „Wir sehen vor allem Verkäufe von Indexprodukten, in den Einzelwerten passiert nicht so furchtbar viel“, sagte ein Händler.

Bereits am Freitag hatte der Dax auf Gerüchte, die Ratingagentur S&P werde die Bonitätsnote diverser Länder der Eurozone senken, mit einem Kursverlust von 0,58 Prozent reagiert. Diese Gerüchte bewahrheiteten sich nach Börsenschluss in Frankfurt. Unter anderem verlor Frankreich die Topnote „AAA“. Damit könnte die Finanzierung des Rettungsschirms EFSF, an der Frankreich maßgeblich beteiligt ist, in Gefahr geraten, so die Angst vieler Marktteilnehmer.

Der außerbörsliche Aktienhandel bei Brokern wie Lang & Schwarz gilt außerhalb der regulären Börsenzeiten als die beste Indikation auf die Eröffnung der Märkte am nächsten Morgen. Allerdings sind die dort gehandelten Volumina regelmäßig sehr gering, was die Kursbildung verzerren kann. In der Regel zeigen die außerbörslichen Kurse die Tendenz aber richtig an.

Am Montag sind die Börsen in Amerika wegen eines Feiertags geschlossen. Erfahrungsgemäß sind die Kursausschläge an den europäischen Börsen an solchen Tagen oft sehr stark. 

Auch der Euro hatte am Freitag mit deutlichen Abschlägen auf die Nachricht reagiert. Ob die Gemeinschaftswährung zu Wochenbeginn ebenfalls weiter an Wert gegenüber dem Dollar verlieren wird, dürfte sich erst bei Eröffnung der asiatischen Märkte in der europäischen Nacht zeigen.

 

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18 Kommentare zu "S&P-Downgrade: Dax drohen am Montag weitere Kursverluste"

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  • k.h.a.

    "Baerische zeiten wie lange abtzusehen war"
    Und wie ist darauf die Community substantiell vorbereitet?! Forcieren Sie endlich die Unternehmensanalyseeh

  • Herr Benders, Sie können hier am Wochenende hektisch schreiben. Aber was n i c h t geht: Die Garantierenn die Deutschland zu leisten hat werden N i c h t erhöht. Punkt.

  • @ azaziel,
    Sie schreiben "hat ein Land kein Geld, kann es auch nichts importieren"
    Gerade das soll aber verhindert werden, wir brauchen sonst keine Freihandelszone.
    Sie verwechseln Freihandelszone mit Reservat für deutsche Exporte, anscheinend.
    Das Wohl der Menschen steht im Vordergrund und nicht die Interesse der deutschen Wirtschaft.

    (Auch Deutschland kann zu Maßnahmen wie Lohnerhöhungen ermahnt werden, um hohe Überschüsse abzubauen. Allerdings hält es die Kommission für unvorstellbar, dass Sanktionen gegen Überschussländer verhängt werden). (nicht von mir, Kopie & paste)

  • Am Wochenende handeln doch nur Schwachmaten. Vor XETRA-Beginn am Montagmorgen um 9:00h ist alles Indikative Kaffeesatzleserei ohne wirklichen Umsatz dahinter !!!

  • Spielgeld drucken, Kurse manipulieren, die Schulden der Allgemeinheit aufdrücken, Schäfchen ins trockene holen, Einkaufen gehen, den Menschen ein System aufzwingen dass nur mir nützt, lt. Sorros und Co. wird es in Europa und auch noch in anderen Ländern kräftig krachen, denn wenn die uns ein System aufzwingen, dass nur mit Geld funktioniert und dass Geld immer weniger wert ist oder immer weniger im Umlauf ist, was passiert dann? Die Menschen kämpfen dann um jedes Brot und jeden Schluck Wasser und die Macher, die grauen Eminenzen sehen aus sicherem Abstand zu, wie dass Volk dass selbst untereinander Regeln wird. Die die dass alles eingefädelt haben, werden dann im Schutz ihrer Privatarmee alles vergnüglich ansehen, so wie es schon immer war, bei den Despoten und Adelsgeschlechtern, für die ist dass Volk nur Mittel zum Zweck, leider schon immer schon so gewesen!!!

  • die Euro-Zone hat sehr wenig mit einer Wirtschaftsvereinigung zu tun.

  • @ Max – Volle Zustimmung!

    @ Machiavelli – hat ein Land kein Geld, kann es auch nichts importieren, es sei denn, man leiht dem Land Geld. Hat man dem Land schon zuviel geliehen, sollte es eigentlich nichts mehr bekommen. So einfach sorgt Marktwirtschaft fuer den Abbau von Exportueberschuessen. Leiht man dem Land zu lasten des Steuerzahlers trotzdem Geld, damit es Panzer kaufen kann, ist das unverantwortlich und jedenfalls bestimmt nicht marktwirtschaftlich.

    Ganz nebenbei bemerkt, eine vertragliche Vereinbarung, dass Exportueberschuessen mit Lohnerhoehungen entgegengewirkt werden soll, gibt es mit Sicherheit nicht. Noch handeln die Tarifpartner in Deutschland die Loehne aus. Noch! Wie waere es denn, wenn man stattdessen die mangelnde Konkurrenzfaehigkeit der Problemlaender mit Lohnsenkungen bekaempfte?

  • Gerade die Leistungsbilanzdefizite brauchen eine Bremse, es darf nur soviel zollfrei importiert werden wie es exportiert wird. Genauso wie für den Haushaltsdefizit, ist eine Leistungsbilanzdefizitbremse notwendig damit die eigene Wirtschaft eine Chance hat gegen stärkere Wirtschaften zu bestehen.
    Bei den heutigen moderne Produktionsmittel wäre ein Land wie Deutschland in der Lage den Bedarf der gesamten Eurozone an Industriegüter zu decken. Also es kann nicht funktionieren wenn man sich dagegen nicht schützen kann. Das ist so einfach zu verstehen jedoch, wo kein Willen ist ist auch kein Weg. Woher soll den das Geld für den Import kommen wenn ein Land Nichts oder wenig exportiert?
    Die einzige Lösung innerhalb einer Währungsunion ist eine Konvergenz der Wirtschaften, ohne diese Konvergenz macht die Währungsunion für die schwache Wirtschaften keinen Sinn. Eine Interne Abwertung ist nicht durchsetzbar und würde auch nicht zum Ziel führen weil das die Wirtschaft dieser Länder nicht stärker machen würde.
    Es ist in den Verträge vereinbart dass Leistungsbilanzüberschüsse durch Lohnerhöhungen entgegen gewirkt werden soll. An diese Vereinbarungen hält sich kaum ein Euroland und es spricht auch kaum jemand darüber. Hätten sich die stärkere Euroländer daran gehalten, wäre der Wechselkurs des Euro nicht so stark gestiegen und somit wären alle Euroländer wettbewerbsfähig geblieben.
    Und das ohne Interne Abwertung, was immer das sein mag, die sowieso unrealistisch ist.

  • Wieviele der Partnerbanken von Lang & Schwarz handeln zwischen Freitag 22.00 Uhr und Montag 8.00 Uhr? Null?
    Wie hoch war der Umsatz bei Lang & Schwarz seit Freitag 22.00 Uhr? Null?
    Wie funktioniert das, dass die Einzelaktien unverändert "notieren", der Index aber angeblich ein Viertel Prozentpünktchen niedriger zu "notieren" ist?
    Hat der Herr Rolf Bender am Wochenende einfach nur Langeweile gehabt oder sollte das eine PR-Aktion für L & S sein?

  • Das ist eine Lösung aber nur die Zweitbeste.
    Die beste Lösung ist eine echte politische und wirtschaftliche Union mit gemeinsamer Verantwortung und Verpflichtung zur Konvergenz der Wirtschaften der Eurozone, das im Interesse Europas, also auch im Interesse Deutschlands, auch wenn das auf dem ersten Blick nicht so scheint.
    Sollte die Eurozone auseinander brechen, würden wir sehr schnell durch Lohndumping und Zölle zu Krüppel mutieren. Die größe des Binnenmarktes ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft.

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