Tests der Federal Reserve Aktionäre stellen sich nach US-Stresstest auf Rekord-Ausschüttungen ein

Die Stresstests der US-Notenbank Fed sind in der ersten Runde positiv ausgefallen. Nur zwei Banken müssen mögliche Begrenzungen der Fed fürchten.
Kommentieren
Lediglich Goldman Sachs und Morgan Stanley könnten bei ihren Kapitalplänen nachbessern müssen. Quelle: Reuters
Kapitalpläne

Lediglich Goldman Sachs und Morgan Stanley könnten bei ihren Kapitalplänen nachbessern müssen.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Notenbank Federal Reserve zeigte sich nach der ersten Runde der Stresstests zufrieden. Alle 35 Banken haben demonstriert, dass sie auch in einer schweren Krise genügend Kapital hätten, um weiter Kredite zu vergeben. Analysten werten das als gutes Zeichen für nächste Woche. Am Donnerstag wird die zweite und letzte Runde der Tests veröffentlicht. Wer besteht, darf auch wie geplant Dividenden zahlen und Aktien zurückkaufen.

Die Ausschüttungen könnten in diesem Jahr neue Rekorde erreichen. Die 22 größten Banken des Landes planen, 170 Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe auszugeben. Gut 25 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wie die Investmentbank Barclays berechnet hat.

Lediglich Goldman Sachs und Morgan Stanley könnten bei ihren Kapitalplänen nachbessern müssen. Die beiden Wall-Street-Häuser kamen bei einer wichtigen Verschuldungsquote jedoch überraschend dicht an eine Richtgröße der Fed heran. Die sogenannte Supplemental Leverage Ratio, die die Kreditvergabe und das Risiko durch Derivate im Bezug auf die Kapitalniveaus widerspiegelt, darf den Wert von drei Prozent nicht unterschreiten. Bei Goldman lag sie bei 3,1 Prozent, Morgan Stanley kam auf 3,3 Prozent.

Beobachter gehen davon aus, dass sich die Fed damit nicht einfach zufriedengeben wird. „Sollten Goldman Sachs und Morgan Stanley zu hohe Eigenkapitalausschüttungen beantragt haben, dürften diese von der Fed begrenzt werden und damit möglicherweise die Markterwartungen enttäuschen“, heißt es in einer Analyse der DZ Bank.

Die Banken haben zwischen den Veröffentlichungen der beiden Tests die Möglichkeit, ihre Kapitalpläne einmalig nach unten anzupassen. „Mulligan“ heißt das Verfahren. Das Wort wird auf Golfplätzen häufig benutzt und steht für eine inoffizielle Übereinkunft, dass ein misslungener Schlag ohne Strafe wiederholt werden darf. Goldman Sachs hat diese Option zuletzt 2015 in Anspruch genommen, ebenso wie Morgan Stanley und JP Morgan Chase.

Goldman und Morgan Stanley gaben sich nach den ersten Stresstest-Ergebnissen kämpferisch. Goldman könnte mehr Kapital an die Aktionäre ausschütten „als die Ergebnisse des diesjährigen Tests andeuten“, heißt es in einer Stellungnahme der Bank.
Goldman hatte potenzielle Verluste im Falle der im Test simulierten schweren Rezession anders eingeschätzt als die Fed.

Zum Beispiel gehen die Modelle der Notenbank von einem Verlust bei gewerblichen Krediten in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar aus, Goldman jedoch nur von 1,9 Milliarden Dollar. Der Test geht von einer schweren Rezession aus, bei der die Arbeitslosigkeit in den USA um gut sechs Prozentpunkte auf zehn Prozent ansteigen würde und auch in anderen Ländern Wirtschaftskrisen ausbrechen. Die Banken müssen zeigen, dass sie für neun Quartale in Folge bestimmte Kapitalstandards nicht unterschreiten.

Die Aktionäre reagierten unbeeindruckt. Die Goldman-Aktie lag bis zum frühen Nachmittag in New York leicht im Plus, die Papiere von Morgan Stanley, JP Morgan und Bank of America leicht im Minus. Die Ergebnisse der zweiten Stresstest-Runde werden am kommenden Donnerstag nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht.

Startseite

Mehr zu: Tests der Federal Reserve - Aktionäre stellen sich nach US-Stresstest auf Rekord-Ausschüttungen ein

0 Kommentare zu "Tests der Federal Reserve: Aktionäre stellen sich nach US-Stresstest auf Rekord-Ausschüttungen ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%