Tokio

Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio.

(Foto: AFP)

Topix, Nikkei und Co. Warum die US-Strafzölle die Börsen in Asien nicht schocken

Die Börse in Tokio steigt nach der Verschärfung des Handelsstreits deutlich. Die Reaktion in China ist ähnlich: Die wichtigsten Indizes steigen.
Update: 18.09.2018 - 09:04 Uhr Kommentieren

TokioTrotz der weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Tokioter Börse am Dienstag kräftige Aufschläge verzeichnet. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte legte im Vormittagshandel um 1,1 Prozent auf 23.342 Punkte zu und bewegte sich damit auf einem Siebenmonatshoch. Der breiter gefasste Topix gewann ebenfalls 1,1 Prozent auf 1747 Zählern.

Die chinesischen Börsen konnten zunächst zwar nicht den Kurssteigerungen in Tokio nicht folgen, drehten am zum Handelsschluss noch deutlich ins Plus. Die beiden maßgeblichen großen Indizes im Reich der Mitte, der CSI 300 und der Shanghai Composite Index, stiegen um 1,65 Prozent sowie um 1,5 Prozent. Die chinesische Währung Yuan fiel gegenüber dem Dollar nur leicht.

Japanische Händler erklärten, die Verhängung neuer Zölle durch US-Präsident Donald Trump sei erwartet worden und treffe daher den asiatischen Markt nicht mehr so stark.

Denn für Börsianer ist nichts schlimmer als Unsicherheit. „Die neuen Strafzölle liegen innerhalb der Erwartungen“, sagt Wen Feng, Investmentmanager beim Hedgefonds Shanghai V-Invest.

US-Präsident Donald Trump hat in seinem bisher größten Schlag im Handelsstreit die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen belegt. Den bisher verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar werden am 24. September Zölle auf Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar folgen.

Für die positive Stimmung in Tokio sorgte auch die Erwartung, dass Ministerpräsident Shinzo Abe bei den Wahlen zum Parteivorsitz der Liberaldemokratischen Partei in wenigen Tagen klarer Favorit sei und seine Reformpolitik fortsetzen könne. Bei den Einzelwerten legten vor allem Versicherer zu, während Technologiewerte stärker unter der Ungewissheit aufgrund der neuen US-Zölle auf chinesische Produkte litten.

Der Euro gab im fernöstlichen Handel zum Dollar um 0,15 Prozent nach. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1668 Dollar. Zum Yen gab die US-Währung leicht auf 111,69 Yen nach.

Ein weiteres Argument, warum der chinesische Aktienmarkt nach der Verschärfung des Handelskonfliktes nicht weiter eingebrochen ist. Bereits am Montag dieser Woche ist der Shanghai-Composite-Index auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen.

Entsprechend hat sich das Geschehen an den Finanzmärkten des bevölkerungsreichsten Landes der Erde sich dramatisch von den anderen Börsenplätzen abgekoppelt. Der Welt-Aktienindex und insbesondere die Wall Street fuhren in der jüngeren Vergangenheit keine Verluste, sondern deutliche Gewinne ein.

In Zahlen bedeutet das: Seit dem Kurshoch im Sommer vor rund drei Jahren steht ein Plus von 24 Prozent gegen einen Verlust am chinesischen Aktienmarkt in Höhe von knapp 30 Prozent.

Mit Material von Nachrichtenagenturen

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