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Türkei Entspannung im Streit mit USA: Türkische Börse legt kräftig zu

Spekulationen über mildere oder sogar ausfallende US-Sanktionen treiben die Kurse an der Börse Istanbul. Auch Lira und Anleihemarkt reagieren.
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Entspannung im Streit mit USA: Börse in der Türkei legt kräftig zu Quelle: dpa
Istanbul

Blick auf das Finanzviertel Levent, in dem viele der führenden Banken und Unternehmen der Türkei ihren Sitz haben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die türkische Lira und der türkische Aktienmarkt sind am Montag im Aufwind. Auslöser sind Andeutungen von US-Präsiden Donald Trump, dass er Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs eines russischen Raketenabwehrsystems noch einmal überprüfen könnte. Das heizte Spekulationen an, dass die US-Strafen weniger heftig ausfallen könnten.

An den türkischen Märkten sorgte das für steigende Kurse auf breiter Front: Der Istanbuler Aktienindex ISE stieg am Montag um mehr als drei Prozent, die türkische Lira legte gegenüber dem US-Dollar um mehr als zwei Prozent zu. Der Euro gab gegenüber der türkischen Währung deutlich nach. Ein Euro war zuletzt 6,3875 Lira wert – 3,01 Prozent weniger als am vergangenen Freitag.

Auf dem Anleihemarkt drückte die Nachfrage nach türkischen Staatsanleihen die Rendite der zweijährigen Titel auf 15,91 Prozent von 16,20 Prozent. Die Höhe der Kreditausfallversicherungen für türkische Staatsanleihen (Fachjargon: credit default swaps, cds) fiel auf 376 Basispunkte, den niedrigsten Stand seit dem 21. März.

Die Türkei und die USA befinden sich seit Längerem im Streit. Unter anderem, weil die Türkei ein neues Raketenabwehrsystem S-400 in Russland bestellt hat. Die US-Regierung war strikt gegen den Kauf und bot Ankara eigene Flugabwehrsysteme zum Kauf an. Washington argumentiert, dass Russland über die S-400-Systeme an Daten zu den Fähigkeiten der neuen amerikanischen F-35-Tarnkappenflugzeuge gelangen könnte, die auch von der Türkei eingesetzt werden.

Die Türkei beharrte dennoch auf ihrer Bestellung, weshalb US-Präsident Donald Trump Sanktionen angekündigt hatte. Diese belasteten zuletzt die türkische Volkswirtschaft und die Landeswährung.

Analysten rechnen jetzt aber zumindest nicht mehr mit Sanktionen in ihrer ursprünglichen Härte. „Die Sanktionen werden spätestens im August in Kraft treten, aber sie werden mild sein“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus einem Schreiben der Analysten von Global Source Partners an die Kunden.

Sollten die US-Sanktionen weg- oder geringer ausfallen, wäre das für die türkische Volkswirtschaft und die Lira eine Erleichterung. Eine Entwarnung halten die Analysten der Commerzbank aber für verfrüht. Unter anderem sei die Einmischung der türkischen Regierung in die Geldpolitik der Zentralbank eine Gefahr für die Lira.

Mehr: Der Sieg der Opposition bei der Kommunalwahl in Istanbul bietet Chancen auf politischen Wandel. Um die türkische Wirtschaft anzukurbeln, ist jedoch weit mehr nötig, kommentiert Handelsblatt-Reporter Ozan Demircan.

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