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Türkei, Indonesien, Brasilien Hohe Ölpreise und starker Dollar setzen Schwellenländer unter Druck

Keine Entspannung in Sicht: Wichtige Schwellenland-Währungen haben erneut Rückschläge hinnehmen müssen. Eine Investment-Legende mahnt zur Vorsicht.
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Die Türkei gehörte am Dienstag einmal mehr zu den Verlierern unter den Schwellenländern. Quelle: AP
Börse in Istanbul

Die Türkei gehörte am Dienstag einmal mehr zu den Verlierern unter den Schwellenländern.

(Foto: AP)

FrankfurtEin für Schwellenländer gefährlicher Mix braut sich derzeit an den globalen Finanzmärkten zusammen. Davor warnt zumindest Star-Investor Mohamed El-Erian.

Der ehemalige Pimco-Chef und oberste Wirtschaftsberater der Allianz schrieb am Dienstag auf Twitter: „Hohe Ölpreise, ein starker Dollar, ein Rückgang der globalen Liquidität und eine Verlangsamung des globalen Wachstums können eine disruptive Kombination für viele Schwellenländer sein.“ El-Erian warnt: „Investoren sollten vorsichtig sein.“

Die Anleger zogen sich am Dienstag vor allem aus Indonesien, Südafrika und der Türkei zurück. Die indonesische Rupie notierte gegenüber dem Dollar so schwach wie seit 20 Jahren nicht. Die Renditen für türkische Staatsanleihen in Lokalwährung kletterten um 0,5 Prozentpunkte – eine deutliche Marktbewegung, nachdem sich die Situation Mitte September eigentlich entspannt hatte.

Per Hammarlund, Chefanlagestratege für Schwellenländer bei der schwedischen SEB Bank, sagte: „Das Risiko einer neuen Verkaufswelle steigt, hauptsächlich wegen des schwächeren globalen Wachstums und des internationalen Handels.“

Schwellenländer, die auf Öl-Importe angewiesen sind, trifft die derzeitige Marktlage doppelt. Öl hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 25 Prozent verteuert, die Nordseesorte Brent notiert aktuell nur noch knapp unter 85 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Gleichzeitig haben sich viele Lokalwährungen gegenüber dem Dollar verbilligt. Da Öl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, verteuert sich der Import des Rohstoffs weiter. Dadurch verschlechtert sich die ohnehin schwache Leistungsbilanz, also der Saldo aus Exporten und Importen, noch weiter.

Welche Auswirkungen das hat, zeigt sich bereits in der Türkei. Die Lira hat gegenüber dem Dollar im laufenden Jahr rund 40 Prozent an Wert eingebüßt. In türkischer Heimatwährung gerechnet hat sich der Ölpreis mit fast 500 Lira pro Fass mehr als verdoppelt.

Haushalte müssen deutlich mehr für Benzin ausgeben. Vielen Unternehmen droht nun eine Schieflage in der Bilanz, wenn sie wie etwa im Chemiesektor von Rohölimporten abhängig sind. Aber auch der aufgeblähte Bausektor gehört zu den Risiko-Branchen in der Türkei.

Während die Krisen in Venezuela und Argentinien weiter ungelöst sind, kristallisiert sich Brasilien als weiterer Unsicherheitsfaktor in Lateinamerika heraus. Dort steht am kommenden Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahlen an.

„Kaum ein Präsidentschaftskandidat hat im Wahlkampf gerne über Ausgabenschnitte gesprochen, dabei ist eine Rentenreform unausweichlich“, schreibt DZ-Bankanalyst Wolf Rütger Teuscher in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Das Land sei politisch extrem gespalten, daher werde eine Regierungsbildung wahrscheinlich schwierig, erwartet er. Das könnte es erschweren, den Finanzpolitischen Reformstau zu bewältigen. „Wenn der künftige Präsident keine Reformen umsetzt, werden die langfristig fixierten Ausgaben das Staatsbudget sprengen“, so Teuscher.

Die beiden führenden Kandidaten in Brasilien haben sich jeweils weit von der politischen Mitte entfernt, ergänzt Richard Turnill, Chefanlagestratege beim Vermögensverwalter Blackrock. „Die lokalen Vermögenswerte dürften in den kommenden Wochen volatil sein.“

Zwar verweist Turnill darauf, dass die Probleme in Südamerikas größter Volkswirtschaft hausgemacht seien und er keine Ansteckungseffekte auf andere Schwellenländer erwarte. Allerdings haben die Investoren auch bei der jüngsten Verkaufswelle kaum differenziert – sondern Schwellenland-Werte im Block aus den Portfolios geschmissen.

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