US-Börsen G-20-Treffen verleiht Wall Street Auftrieb

Die Anleger frohlocken: das Griechenland-Referendum ist vom Tisch. Zudem beflügelt die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank die Kurse an der Wall Street. Andere gute Nachrichten sind vom Arbeitsmarkt gekommen.
Update: 03.11.2011 - 21:56 Uhr 15 Kommentare
Hellas-Hoffnung und Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) beflügeln die Kurse. Quelle: AFP

Hellas-Hoffnung und Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) beflügeln die Kurse.

(Foto: AFP)

New YorkNeue Hoffnung auf eine Entspannung der Griechenland-Krise hat der Wall Street am Donnerstag Auftrieb verliehen. Die Anleger setzten darauf, dass es doch nicht zu dem umstrittenen Referendum in Griechenland über das Rettungspaket der Euro-Partner kommt. Zudem beflügelte die überraschende Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kurse. Auch ermutigende Signale vom kriselnden US-Arbeitsmarkt unterstützten die Börse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Schluss um 1,8 Prozent auf 12.044 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.835 und 12.065 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,9 Prozent auf 1261 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,2 Prozent auf 2697 Punkte. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 6133 Punkten aus dem Handel.

Nach Börsenschluss in den USA signalisierte Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Bereitschaft zu einem Rücktritt. Er sagte in einer Parlamentsdebatte, er hänge nicht an seinem Posten. Papandreou bekräftigte, er wolle sich am Freitag einer Vertrauensabstimmung stellen. Ziel seien Gespräche mit der Opposition über eine Zusammenarbeit. Diese müssten umgehend beginnen. Das Parlament müsse rasch eine Entscheidung über das Euro-Rettungspaket treffen.

Auf dem Parkett der New Yorker Wall Street macht sich wieder Kauflaune breit. Quelle: dapd

Auf dem Parkett der New Yorker Wall Street macht sich wieder Kauflaune breit.

(Foto: dapd)

Die EZB überraschte den Markt mit einem Paukenschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die Euro-Hüter nahmen unter ihrem neuen Chef Mario Draghi den Leitzins auf 1,25 von 1,5 Prozent zurück. Die meisten Experten hatten mit einem unveränderten Satz gerechnet. Die Inflationsrate in der Euro-Zone lag zuletzt deutlich über der Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent. Die Schuldenkrise und die globale Konjunkturabkühlung drohen jedoch, das Wachstum in der Euro-Zone abzuwürgen.

Die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt stimmte die Anleger zuversichtlich. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der vergangenen Woche unerwartet erstmals seit mehr als einem Monat unter die Marke von 400.000. Erst am Mittwoch hatte die Privatwirtschaft mehr neue Stellen als erwartet gemeldet.

Zu den Gewinnern gehörten die Finanzwerte. Die Aktien der Citigroup stiegen um 3,2 Prozent. Die Titel von JP Morgan legten mehr als zwei Prozent zu. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen dagegen die Anteilsscheine von Kellogg . Das Papier des weltgrößten Cornflakes-Herstellers brach 7,6 Prozent ein. Zuvor hatte der Konzern einen Gewinnrückgang vermeldet. Im dritten Quartal fiel der Überschuss vor allem wegen zusätzlicher Logistikkosten um 14 Prozent auf 290 Millionen Dollar.

Ebenfalls deutlich abgestraft wurden die Aktien des Modeunternehmens Abercombie & Fitch mit einem Kurseinbruch von rund 20 Prozent. Der Konzern hatte zuvor enttäuschende Umsatzzahlen für das dritte Quartal ausgewiesen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,06 Milliarden Aktien den Besitzer. 2339 Werte legten zu, 653 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Milliarden Aktien 1860 im Plus, 635 im Minus und 98 unverändert.

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15 Kommentare zu "US-Börsen: G-20-Treffen verleiht Wall Street Auftrieb "

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  • Auf jeden Fall verstehen es die Amerikaner, Probleme auf andere Nationen abzuwälzen. Das ist in den späten zwanziger Jahren so gewesen und jetzt schon wieder.

  • "Etwas in den Raum stellen" wird nur in manchen Gegenden (meistens dort, wo Dialekt gesprochen wird) so verwendet, wie es hier verwendet worden ist. In solchen Regionen bedeutet es dann, dass man etwas "infrage stellt", was bedeutet dass man etwas anzweifelt. Sonst meint man damit einfach nur, dass man sich zu etwas äußert und man sagt in oben genanntem Zusammenhang besser, dass man etwas im Raum stehen lasse, wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass man ein Problem ungelöst lassen möchte oder man erklärt den Sachverhalt, der hier gemeint gewesen ist so: Ob man all das als klug zu bezeichnen habe, bezweifle ich emphatisch! Oder vulgär dafür aber konkret: Ich finde Leute, die sich solchen Handlungen widmen einfach scheiße.

  • Ergänzung: @ Maidag
    (dachte das erscheint bei "antworten" automatisch

  • Ja, die Amerikaner verstehen was von Wirtschaft. Wie man 15 Bill. Schulden macht, Armut und Kriminalität fördert, Slums um Großstädte herum anlegt etc. Ob das wirklich so ein gutes Vorbild ist?
    Ansonsten gebe ich Ihnen recht. Anerkennenswert ist auch, dass Sie das Kürzel "Piigs" (für mich das Unwort des Jahres) vermeiden.

  • Und dieser Satz ist von mir eingeschoben worden: Ob man all das als klug zu bezeichnen habe, stelle ich mal so in den Raum!

  • Dieser Teil ist allerdings von einem zweiten Schreiber gewesen, während der Rest von einem Autor stammt:

    Ihrer Analyse kann ich nur zustimmen. Auch wenn ich nicht nur vom Glück sprechen möchte, wenn man am Aktienmarkt Gewinne macht oder auch eine gute Rendite erzielt. Wichtig ist meines Erachtens beim Aktienkauf, dass man sich eingehend mit dem Unternehmen beschäftigt, dessen Aktien man kaufen will. Dann ist man gegen gewisse Manipulationen schon eher gefeit.

  • Nun beginnen die Handelnden am Markt zu wetten. Für die Firma A wird ein Gewinnanstieg von, sagen wir, 2 Millionen Euro erwartet, während wir von der Firma B einen Verlust in der selben Höhe annehmen. Wer würde nun Aktien der F. B erwerben? – Sehen Sie, das ist eines von vielen Problemen. Wüssten wir nun, dass die Erwartungen in beiden Fällen in die andere Richtung tendieren, würden wir unser Geld sehr wahrscheinlich anderweitig veranlagen, da Firma A durch die angenommenen Zahlen einen Verlust von 2 Millionen Euro einfahren würde. F. B dagegen würde einen Gewinn von 2 Millionen machen. Trotzdem hätte F. A noch einen Überschuss von 8 Millionen, Firma B aber nur mehr ein Minus von 8 Millionen. Wie aber verhalten sich nun die Kurse?

    Und das ist das Problem, das die Leute in die Irre führt – ein Verbrechen am Bürger, wie ich es nenne. Die Kurse verhalten sich für die meisten Menschen unverständlich, nämlich so: Die Aktien der Firma A fallen und die der Firma B steigen. Warum? Das fragen Sie sich jetzt bestimmt. Die Antwort erhalten wir durch Betonung des Wortes „Erwartung“. Im ersten Fall ist die Erwartung der Marktteilnehmer enttäuscht, im zweiten dafür übererfüllt worden. Darum, zu vielen anderen Problemen, die noch dazukommen, ist es so hart, kein Glück zu haben!

    Ob man all das als klug zu bezeichnen habe, stelle mal so in den Raum!

  • Traurig daran ist nur, dass es der ohnmächtige Staat mit seinem halbgebildeten, korrupten Personal immer wieder versteht, die zu unterstützen, die das Verbrechen begangen haben, und dass wir ihm dabei helfen. Eines noch: Nein, die alten sind nicht schuld am Dilemma, es sind die Großunternehmer, die Politiker, die Anwälte, die Großbanker, die Hedgefonds, Aufsichtsbehörden und alle möglichen Leute, die für ebendiese Organisationen, Verbände … arbeiten; ganz egal dabei, ob sie jung sind oder alt. Aber es sind ständig Leute mit Hochschulabschluss und unersättlicher Gier!

    Ihrer Analyse kann ich nur zustimmen. Auch wenn ich nicht nur vom Glück sprechen möchte, wenn man am Aktienmarkt Gewinne macht oder auch eine gute Rendite erzielt. Wichtig ist meines Erachtens beim Aktienkauf, dass man sich eingehend mit dem Unternehmen beschäftigt, dessen Aktien man kaufen will. Dann ist man gegen gewisse Manipulationen schon eher gefeit.

    Das wär wirklich schön. Leider haben die Renditen nichts mit dem Erfolg eines Unternehmens zu tun. Mir persönlich wär’s auch anders lieber! Aber: Man staune über die Machenschaften der Analytiker, Händler, Broker und Sensale, die da folgendermaßen gehandhabt werden: Nehmen wir an, wir hätten zwei Firmen im Portefeuille; einmal wollen wir sie Firma A und einmal Firma B nennen. Firma A hat Jahr für Jahr einen Gewinn von 10 Millionen Euro. Die Firma B dagegen schreibt im selben Zeitraum 10 Millionen € Miese.

  • Dazu passt dieses Gespräch:

    Zumindest kann man das hoffen! Denn: Am Aktienmarkt gewinnt nur der Händler und die wenigen Glückspilze, die rechtzeitig verkaufen, wieder einsteigen und glücklicherweise wieder gerade recht verkaufen. Und wenn man dieses Glück öfters gehabt hat, kommt man sich richtig gut und super schlau vor. Aber: Es ist doch nur Glück gewesen. Wer es anders sieht, ist naiv. Ich bin zwar nicht naiv, aber habe bisher immer Glück gehabt! Dafür habe ich jedoch sehr geduldig sein müssen und kann nur hoffen, dass die eigenen Gewinne die Verluste reicher Leute und nicht die der Armen gewesen sind, die sich aus einer Hoffnung heraus in diesem Betrugsmarkt engagiert haben.
    Fakt leider ist: Der Aktienmarkt ist nicht für Anleger da - er ist gemacht für Händler und für Unternehmen, die sehr oft zu riskante Bilanzen haben, um von Banken finanziert zu werden. Da kämen solche Tölpel gerade recht, die spät einsteigen, um den Händlern mächtige Gewinne zu bescheren. Wer den Markt beobachtet, der weiß, dass nicht nur die Firmen die Bilanzen fälschen, sondern, dass auch die Ratings zugunsten der Märkte manipuliert werden, und dass die Makler nichts als Lügen auftischen, um an ihre Provisionen zu kommen. Denn: Diese Leute spekulieren nie mit eigenem Geld, streichen aber das real erwirtschaftete Geld der Anleger als Provision ein, während diese auf imaginären Zahlen sitzen bleiben, die sich meistens zu ungünstigster Zeit nicht mehr realisieren lassen.

  • Warum wird immer noch nicht die Frage auf allen Kanälen diskutiert, warum wir für auf Giralgeld Zinsen zahlen müssen, insbesondere, wenn der Staat neues Geld im Umlauf bringen möchte, um Mehrwerte in der Infrastruktur zu schaffen?
    Das zinsbasierte Geldsystem hat auch Rom und andere Reiche schon untergehen lassen: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/11/01/was-unsere-finanzkrise-mit-dem-untergang-des-romischen-imperiums-zu-tun-hat/

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