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US-Fondsgesellschaft Blackrock ist der weltgrößte Vermögensverwalter – doch Vanguard kommt immer näher heran

Im ersten Halbjahr sammelte das US-Fondshaus Vanguard mehr Geld ein als der weltgrößte Verwalter Blackrock. Damit verschieben sich die Kräfteverhältnisse immer mehr.
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Das US-Fondshaus profitiert von der Popularität der Indexfonds. Quelle: mauritius images
Zentrale von Vanguard

Das US-Fondshaus profitiert von der Popularität der Indexfonds.

(Foto: mauritius images)

Frankfurt Die Zahl 112 beziffert einen ganz besonderen Erfolg. So viele Milliarden Dollar sammelte Vanguard im ersten Halbjahr netto ein. Das US-Fondshaus unter ihrem Chef Mortimer Buckley ist die Nummer zwei im weltweiten Geschäft. Ganz oben steht Blackrock, ebenfalls eine US-Adresse. Doch der führende Asset-Manager kommt nur auf vergleichsweise bescheidene 77 Milliarden Dollar Nettozuflüsse in den ersten sechs Monaten.

Ganz überraschend sind die Zahlen nicht. Auch in den vergangenen Jahren stand Vanguard fast immer auf Platz eins in der Statistik der Nettozuflüsse. Blackrock ist zwar mit einem verwalteten Vermögen von 6,3 Billionen Dollar die unangefochtene Nummer eins. Der große Konkurrent kommt jetzt allerdings schon auf 5,2 Billionen Dollar. Beide Anbieter machen den weitaus größten Teil ihres Geschäftes mit Indexfonds, auch mit der börsengehandelten Variante, den Exchange Traded Funds, kurz ETF.

Der größte Vermögensverwalter der Welt konnte seinen Gewinn im vergangenen Quartal steigern. Quelle: Reuters
Blackrock

Der größte Vermögensverwalter der Welt konnte seinen Gewinn im vergangenen Quartal steigern.

(Foto: Reuters)

Wenn die Trends bei den Mittelzuflüssen anhalten, dürfte in wenigen Jahren ein Wechsel an der Spitze der größten Geldverwalter anstehen. Das US-Spezialmagazin Pensions & Investments errechnete, dass bei anhaltenden Wachstumsraten Vanguard den Konkurrenten Blackrock Ende 2021 überholen und dann 20 Billionen Dollar verwalten würde. Beim verwalteten Kapital wuchs Vanguard in den vergangenen acht Jahren mit einer Jahresrate von 16 Prozent, Blackrock mit 8 Prozent dagegen nur halb so schnell.

Das Wachstum der beiden Verwalter ist der Popularität der Indexfonds zuzuschreiben. Immer mehr Großinvestoren und Privatanleger sind insbesondere seit der Finanzkrise vor zehn Jahren auf diese Produkte umgeschwenkt. Sie sind transparent, liquide und verlangen nur geringe Gebühren. Klassische Investmentfonds können, grob gerechnet, durchaus zehn Mal teurer sein als ETF auf gängige Aktienindizes. In der Finanzkrise trieb auch die Enttäuschung mancher Anleger mit den Erträgen ihrer aktiven Manager das Geschäft an.

Möglicherweise wäre Vanguard heute schon auf Platz eins der weltgrößten Verwalter, hätte Blackrock nicht vor neun Jahren einen großen strategischen Schritt gewagt. Die Gesellschaft kaufte der Barclays-Bank deren große Indexfondssparte Barclays Global Investors ab und machte so einen großen Sprung nach vorne. Aufkäufe in diesem Segment hatten seither viel geringere Volumina.

In Europa sieht die Konkurrenzlage anders aus. Zwar ist das Geschäft ebenso auf wenige Anbieter konzentriert wie auf dem Indexfonds-Heimatmarkt USA. In Europa ist Blackrock allerdings früh gestartet und hat einen dominierenden Marktanteil von knapp der Hälfte. Vanguard baute das Geschäft später auf. Den deutschen Markt betrat die im US-amerikanischen Valley Forge ansässige Gesellschaft erst Ende vergangenen Jahres.

In Europa liegt Blackrock nach Angaben der Fondsratingagentur Morningstar Ende Juli mit 310 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen vorne. Es folgen die Deutsche Bank und Lyxor mit 77 und 66 Milliarden Euro. Vanguard erreicht 35 Milliarden Euro und steht damit noch hinter UBS und Amundi auf dem sechsten Platz. Der Anbieter will allerdings nach eigenen Angaben vor allem über die Gebühren weiter Druck im Markt ausüben.

„Der Trend bei den Gebühren zeigt weiter nach unten“, sagt beispielsweise Dag Rodewald, Leiter der deutschen ETF-Sparte bei UBS . Viele Produkte auf populäre Indizes wie S&P 500 oder Dax kosten weniger als 0,1 Prozent Jahresgebühr. Das Geschäft ist bei großen verwalteten Volumina dennoch so attraktiv für Anbieter, dass immer mehr Häuser einen Fuß in den Markt setzten. Dazu zählten in der jüngeren Zeit Adressen wie Franklin Templeton, Fidelity, JP Morgan oder Goldman Sachs.

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