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US-Index S&P 500 Bestes erstes Quartal seit über einem Jahrzehnt

Der Börsenindex Standard & Poor's 500 hat 2012 einen Rekordstart hingelegt. 12 Prozent legte der Index seit Januar zu - und schlug damit sogar die Entwicklung des Goldpreises. So stark stieg der Index zuletzt 1998.
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Gute Zeiten an der Wall Street: Der Börsenindex S&P 500 stieg seit dem letzten Tief im Oktober 2011 um 28 Prozent. Quelle: AFP

Gute Zeiten an der Wall Street: Der Börsenindex S&P 500 stieg seit dem letzten Tief im Oktober 2011 um 28 Prozent.

(Foto: AFP)

In den USA hat sich die Lage an den Börsen in den ersten drei Monaten des Jahres wesentlich aufgehellt. Damit verdichten sich die Zeichen auf ein wachsendes Vertrauen der Anleger in den Konjunkturaufschwung der Vereinigten Staaten. Der breite Standardwerteindex Standard & Poor’s 500 hat zwischen Anfang Januar und Ende März das stärkste erste Quartal seit 1998 verzeichnet und den Goldpreis so deutlich geschlagen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Damit entwickeln sich Aktien erheblich besser als defensive Investments - ein klares Zeichen für die Optimisten, dass Unternehmensgewinne und die Konjunktur nun wieder Tritt fassen. Analysten stocken erstmals in diesem Jahr wieder die Gewinnprognosen auf. Trotzdem bleibt das Thema einer weiteren quantitativen Lockerungsrunde in den USA in der Diskussion.

Der S&P 500 war im ersten Quartal um zwölf Prozent gestiegen und damit um 5,3 Prozentpunkte mehr als Gold - was dem stärksten Aufschlag in einem Erstjahresquartal seit 1999 entspricht, wie aus Daten von Bloomberg hervor geht.

Ein ähnliches Bild bietet der Vergleich von Aktien und Rohstoffen. Hier ergibt sich beim 24 Mitglieder umfassenden Rohstoffindex S&P GSCI Total Return Index ein Plus von 5,9 Prozent für die ersten drei Monate, während US-Staatsanleihen insgesamt sogar um 1,3 Prozent nachgaben und sich damit verglichen mit den Standardwerten so schwach entwickelten wie zuletzt 2009. Unternehmensanleihen rückten um bescheidene 2,4 Prozent vor und der US-Dollar gab um 1,6 Prozent nach.

Analysten warnen vor Ende der Aufwärtsbewegung

Dass sich die Aktien derzeit so deutlich von defensiven Anlageformen wie Gold absetzen können wird am Markt als zunehmende Risikoneigung interpretiert. Optimisten deuten es als Reaktion auf zunehmende Hinweise für eine sich verstärkende Konjunkturerholung und wieder wachsende Unternehmensgewinne.

Skeptiker, darunter der US-Notenbankpräsident Ben S. Bernanke, verweisen auf den weiterhin möglichen Bedarf von Stimulierungsmaßnahmen und verweisen darauf, dass die Rally bereits zu weit vorgelaufen sein könnte. Prominente Vermögensverwalter wie Laszlo Birinyi deuten die sinkenden Edelmetallpreise derzeit aber eher als gewichtiges Zeichen für weiter nachlassenden Pessimismus.

„Das Problem von Gold ist doch, dass die Anleger beginnen, die Konjunkturerholung ernst nehmen“, sagte Birinyi von Birinyi Associates Inc. in Westport in Connecticut bereits am 29. März in einem Telefoninterview. Zwar wachse das Vertrauen, sagte er, „aber weiterhin sind die Leute doch sehr auf die Gefahren fokussiert. Tatsächlich erinnert derzeit vieles an das vergangene Jahr, als die Anleger vornehmlich nach der Devise ’verkaufe im Mai und gehe weg’ handelten und den Markt tatsächlich vor der Jahresmitte verließen", sagte er.

Unter den stützenden Faktoren für die Börsen finden sich hohe Unternehmensgewinne, die von verbesserten Industrie- und Einzelhandelsumsätzen angeschoben wurden, und zusätzlich die ermutigenden Zeichen aus der Europäischen Politik zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrise. Damit sank die Rolle von Gold als Schutz vor drohenden Verlusten.

Händler korrigierten Gewinnprognosen nach oben

Auch im März setzten die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fort, obgleich Bernanke zunächst Spekulationen auf ein drittes Bondkaufprogramm dämpfte, und zwar mit der Feststellung, dass die Erholung sich fortsetze. Gegen Ende des Monats, am 26. März, relativierte er das wieder: Er sei zwar ermutigt von der Zahl neuer Stellen, insgesamt aber sei „ein weiterer geldpolitischer Stimulus nötig", um mehr Stellen zu schaffen. Der Goldfuture reagierte an diesem Tag prompt und legte um 1,6 Prozent zu.

Der Goldpreis wird sich nach Ansicht von Ioan Smith von Knight Capital Europe Ltd. in London wieder erhöhen, wenn aus den Notenbanken der Welt Anzeichen für weitere Lockerungen kämen. „Sollte die Fed weitere geldpolitische Lockerungsprogramme einführen und sollten zugleich die Staatsdefizite zunehmen und die Währungen der Industrienationen nachgeben, dann könnte die Nachfrage für Gold auch wieder wachsen", sagt Smith voraus. Von 21 durch Bloomberg befragten Primärhändlern rechnen 14 mit einem dritten Anleihekaufprogramm durch die Fed zur weiteren Ankurbelung der Konjunktur, im Händlerjargon „QE3" getauft.

Der Aktienindex S&P 500 hat seit dem letzten Tief am 3. Oktober rund 28 Prozent zugelegt und damit von Unternehmenszahlen deutlich über der Erwartung profitiert, etwa bei der LSI Corp. und der Lennar Corp. Prognostiziert wird die Fortsetzung des Trends bei den Gewinnvorlagen - für 2012 wird bei den 500 Unternehmen im S&P ein Gewinnplus von 13 Prozent erwartet, nach einem Anstieg von 9,9 Prozent im Jahre 2011. Analysten haben in den letzten Wochen bereits reagiert und ihre Gewinnprognosen alleine in den vier Wochen bis zum 22. März um 0,2 Prozent angehoben. Im Januar und Februar 2012 war der Wert noch jeweils gesunken.

„Das Vertrauen in die Erholung kehrt zurück und dabei nimmt die Bedeutung von Gold insgesamt ab", sagt der Chef- Investmentstratege James Paulsen von Wells Capital Management in Minneapolis. „Der größte Unterstützer von Gold war der gleiche große Unterstützer des Rentenmarktes", erläutert er, „und das war die Angst. Kehrt das Vertrauen zurück und die Angst nimmt ab, dann nimmt auch der Nimbus von Gold ab".

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1 Kommentar zu "US-Index S&P 500: Bestes erstes Quartal seit über einem Jahrzehnt"

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  • Der Standardwerteindex Standard & Poor’s 500 ist nicht der Leitindex, auch wenn zwischen Anfang Januar und Ende März das stärkste erste Quartal seit 1998 verzeichnet und den Goldpreis so deutlich geschlagen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Es muss abgewartet, wie sich die weitere Entwicklung bezüglich der Realität der Durchführbarkeit der Goldgewinnung aus Meerwasser, lt. einem Patentantrag, ergibt.
    Weiterhin ist es interessant zu beobachten, wie oft das Aktenzeichen : 10 2010 048 112.1 beim DPMA in München angeklickt wird. Es ist eine sehr interessante Patentanmeldung. Der Patentanmelder ist dabei mit einer TU ein Experiment durchzuführen, um die Durchführbarkeit nachzuweisen. Dann würde der Goldpreis tatsächlich sehr tief fallen.
    Was würde dann den Nationen passieren, die über sehr grosse Mengen Gold verfügen? Lt. Patentbeschreibung wäre dann es möglich, eine tägliche Förderung von ca. 600 Kg Gold je Anlage zu realisieren. Welchen Wert würde dann das Gold noch haben?