US-Rezessionsangst Das R-Wort geht um

Die Börsen fürchten eine Rezession in den Vereinigten Staaten. Das US-Wachstum hat sich seit Sommer abgeschwächt, die Auftragsflaute in der Industrie verunsichert zusätzlich. Nur der Konsum lässt noch hoffen.
Geht es in den USA bergab? An den Märkten herrscht Unsicherheit, ob es in den Vereinigten Staaten zu einer Rezession kommt. Quelle: ap
Wall Street

Geht es in den USA bergab? An den Märkten herrscht Unsicherheit, ob es in den Vereinigten Staaten zu einer Rezession kommt.

(Foto: ap)

FrankfurtEin Gespenst geht um an den Börsen - das Gespenst einer Rezession in Amerika. Trieb bislang vor allem der stotternde Wirtschaftsmotor in China die Investoren um, rückt nun die weltgrößte Volkswirtschaft in den Fokus. Denn dort läuft es nicht so rund wie es sollte. „Das 'R'-Wort steht wieder auf der Tagesordnung“, sagt Chefanalytiker Bo Bejstrup Christensen von Danske-Invest. Die Strategen von MM Warburg betonen, die derzeit beherrschende Frage an den Börsen sei, ob in den USA mit einem kräftigen Abschwung oder sogar mit einer neuen Rezession gerechnet werden müsse.

Der Zeitpunkt für solche Ängste ist denkbar ungünstig: China-Krise, Ölpreis-Verfall und die Sorge vor Kreditausfällen im Bankensektor haben an den Finanzmärkten seit Jahresbeginn für heftige Turbulenzen gesorgt. Der deutsche Leitindex Dax verlor seitdem rund fünfzehn Prozent, bei den US-Indizes sind es bis zu elf Prozent.

Mit diesem Portfolio ging der Starinvestor in die Krise

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

-1,24 -0,65%
+188,22€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
MunichRe
1 von 46

Warren Buffett hat im vergangenen Jahr seinen Anteil am Rückversicherungskonzern Münchener Rück (MunichRe) von zwölf Prozent auf 4,6 Prozent reduziert. Es ist eine der wenigen bekannten außer-amerikanischen Positionen.

Die 13-F Pflichtveröffentlichungen umfassen nur US-Positionen – und die auch immer nur zum letzten Quartalsstichtag. Die nun veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das vierte Quartal des vergangenen Jahres zum Stichtag 31.12.2015.

Es ist damit das Portfolio, mit dem Buffett in das turbulente Börsenjahr 2016 gestartet ist. Seit Anfang Januar sind die Weltbörsen um mehr als 10 Prozent abgestürzt.

KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01

WKN
ISIN
US49456B1017
Börse
L&S

+0,13 +0,85%
+15,20€
Chart von KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01
Kinder Morgan
2 von 46

Der Ölpreisverfall konnte Warren Buffet nicht schrecken. Im vierten Quartal 2015 war er groß beim amerikanischen Energie-Giganten Kinder Morgan eingestiegen.

Buffetts Anteile: 26,5 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: unverändert

Chicago Bridge & Iron Co. N.V.

WKN
ISIN
US1672501095
Börse
n. a.

Chart von Chicago Bridge & Iron Co. N.V.
Chicago Bridge
3 von 46

Aus dem Depot geflogen

Den Anteil an Chicago Bridge, einem Anlagenbauer für die Chemie- und Ölindustrie, hatte der Investor zwischen April und Juni reduziert und die Position im dritten Quartal noch einmal drastisch abgebaut. Im viertel Quartal stieß er sie Anteile nun komplett ab.

Buffetts Anteile: 0
Veränderung im vierten Quartal 2015: Anteil um 100 Prozent abgebaut

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
L&S

-1,46 -1,54%
+93,37€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
4 von 46

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im vierten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: unverändert

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
L&S

-0,34 -0,85%
+39,16€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
5 von 46

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält im ersten Quartal 2016 nicht an allen seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der bekennende Cherry-Coke-Fan verkauft fast 1,8 Millionen Anteilscheine. Dennoch gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 398,2 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: minus 0,4 Prozent

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
L&S

-0,95 -0,74%
+127,67€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
6 von 46

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im ersten Quartal 2016 baut er die Beteiligung leicht aus, nachdem er sie zuletzt im ersten Quartal vergangenen Jahres um drei Prozent aufgestockt hatte. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 79,54 Millionen
Veränderung im ersten Quartal 2016: +0,2 Prozent

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
L&S

-0,53 -1,13%
+46,11€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
7 von 46

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Im ersten Quartal vergangenen Jahres hatte Buffett sein Anteile an Wells Fargo zuletzt leicht aufgestockt, genau so tut er es 2016. Er hält etwa 24 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 478,88 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: plus 1,9 Prozent

Seit Sommer verlangsamt sich das Wachstum in den USA. Ende 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch um 0,2 Prozent zu. Selbst die chronisch schwächelnde Euro-Zone schaffte 0,3 Prozent. Ein Grund dafür ist der stark gestiegene Dollar - US-Produkte verteuern sich dadurch auf dem Weltmarkt. Zudem wagte im Dezember die Notenbank Fed die erste Zinserhöhung seit zehn Jahren. Doch mit dem Nullzins fällt ein großer Wachstumsbeschleuniger weg, wie einige Börsianer fürchten. Durch die höheren Zinsen werden Kredite teurer und die Wirtschaft damit nicht mehr so stark angeregt. Nicht wenige fühlen sich an die Finanzkrise erinnert, die die ganze Welt in einen Abwärtsstrudel gerissen hatte. Im Dezember 2007 fiel die USA in einen 18 Monate währenden Wirtschaftsabschwung.

In europäischen Ländern spricht man von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge schrumpft. In den USA hat das private Institut National Bureau of Economic Research (NBER) das letzte Wort. „Eine Rezession ist ein Zeitraum, in der die wirtschaftliche Aktivität quer durch die Wirtschaft schrumpft“, lautet dessen Definition. Sie muss länger als ein paar Monate dauern sowie bei Realeinkommen, Beschäftigung, Industrieproduktion und im Groß- und Einzelhandel sichtbar sein.

Uneinigkeit über Zustand der US-Wirtschaft
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